31.08.2021 | Presseinfo Nr. 54

Erfreuliche Arbeitsmarktentwicklung im August

Die Arbeitslosigkeit im Nordosten des Landes ist im August weiter zurückgegangen.

Aktuell sind im Bezirk der Arbeitsagentur Stralsund 8.744 Männer und Frauen ohne Job. Das sind 276 Personen (3,1 Prozent) weniger als noch im Vormonat. Die Arbeitslosenquote fiel von 8,0 Prozent im Juli auf jetzt 7,8 Prozent. Vor einem Jahr musste noch eine Quote von 9,0 Prozent registriert werden. Damals waren 10.078 Männer und Frauen ohne Job. Heute sind es 1.334 Personen (13,2 Prozent) weniger.

„Dass die Beschäftigungslosigkeit im August zurückgeht ist durchaus ungewöhnlich“, so Dr. Jürgen Radloff, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund. „Normalerweise rechnen wir in den Sommermonaten eher mit einer Stagnation der Arbeitslosenzahlen oder sogar mit einem leichten Anstieg. Dass wir nun mit 276 Personen sogar einen (für die Jahreszeit) sehr beachtlichen Rückgang verzeichnen können, ist bemerkenswert.“ Für den Agenturchef sind die aktuellen Zahlen allerdings noch aus einem anderen Grund erfreulich. „Die Aufholjagd am Arbeitsmarkt nimmt nach der langen Zeit der Corona-Einschränkungen deutlich an Fahrt auf. Mit den derzeit 8.744 gemeldeten Arbeitslosen erreichen wir zwar noch nicht das Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019. Allerdings können wir bereits jetzt wieder Arbeitslosenzahlen vermelden, die ganz deutlich unter den Werten des Jahres 2018 liegen.“ Nur zum Vergleich: Im August 2019 konnte mit 7.777 Personen und einer Arbeitslosenquote von 6,9 Prozent die niedrigste Beschäftigungslosigkeit in diesem Monat seit der Wiedervereinigung registriert werden.

Für Dr. Jürgen Radloff sind das positive Signale. Allerdings, so gibt er zu bedenken, sind die Auswirkungen der Corona-Einschränkungen immer noch deutlich auf dem Arbeitsmarkt zu spüren. Das gilt insbesondere in den Tourismusregionen. Auch hier ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahr gesunken. Doch trotz guter Besucherzahlen liegt die Beschäftigungslosigkeit in den Tourismushochburgen immer noch ganz deutlich über dem Vor-Corona-Niveau.

Auf Rügen erreicht die Arbeitslosenquote 6,4 Prozent. 2.110 Arbeitslose sind aktuell auf Deutschlands größter Insel gemeldet. Das sind 149 Personen weniger als im Vormonat und sogar 399 weniger als im Vorjahr. Im August 2019 lag die Zahl der Arbeitslosen allerdings bei 1.802 und die Arbeitslosenquote mit 5,4 Prozent einen glatten Prozentpunkt unter dem aktuellen Niveau. In der Agenturgeschäftsstelle Ribnitz-Damgarten sah es ganz ähnlich aus. In der Region, zu der auch die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zählt, sind zurzeit 1.737 Männer und Frauen ohne Job. Das sind 39 weniger als im Juli und 156 weniger als im Berichtsmonat des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote in der Region erreicht einen Wert von 6,8 Prozent. Auch hier fällt der Vergleich mit dem Vor-Corona-Jahr 2019 auf. Im damaligen August waren im Bereich der Geschäftsstelle Ribnitz-Damgarten 1.411 Personen arbeitslos gemeldet; die Quote damals: 5,5 Prozent.

„Wir werden vermutlich noch eine ganze Weile brauchen, um vollständig aus der Krise herauszukommen“, so Dr. Radloff. „Die aktuellen Entwicklungen stimmen mich allerdings optimistisch. Wenn die Saison auch in den Herbstmonaten einen so positiven Verlauf nimmt, könnte sich der Arbeitsmarkt doch bald wieder dem Niveau vor der Krise annähern.“

Das gilt im Übrigen nicht nur für die Tourismushochburgen. Erfreulich ist auch die Entwicklung in der Hansestadt Stralsund. Hier sind 3.046 Personen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 10,7 Prozent. Im Juli lag die Quote noch bei 10,9 Prozent, vor einem Jahr gar bei 12,4 Prozent. Auch in der Geschäftsstelle Grimmen ging die Arbeitslosigkeit zurück. Aktuell sind rund um die Trebelstadt 1.061 Männer und Frauen ohne Job. Die Arbeitslosenquote liegt bei 8,2 Prozent. Das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als noch im Juli und 1,3 Prozentpunkte weniger als noch vor einem Jahr.

Trotz der positiven Impulse aus der Wirtschaft sorgte auch das Instrument der Kurzarbeit weiterhin für eine Stabilisierung am Arbeitsmarkt. Ohne die Inanspruchnahme der Kurzarbeitergeld-Regelungen wäre die Arbeitslosigkeit vermutlich noch deutlich höher ausgefallen. Mit den Öffnungsschritten der letzten Monate ist die Zahl der Unternehmen, die Kurzarbeitergeld beziehen, erwartungsgemäß gesunken. Zuletzt nutzten allerding noch etwas über 1.300 Unternehmen im Agenturbezirk Stralsund diese Möglichkeit.