31.05.2022 | Presseinfo Nr. 26

Der Arbeitsmarkt im Mai 2022

Robuster Arbeitsmarkt mit Nachwuchsproblemen
Die Unternehmen in der Region suchen so viele Arbeitskräfte wie schon lange nicht mehr. Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Konfliktes, die sowohl bei den Unternehmen, als auch bei Verbrauchern angekommen sind, bilden sich auf dem aktuellen Arbeitsmarkt nach wie vor kaum ab. Hier wirken u.a. die hohen Aufholbedarfe im Dienstleistungssektor entgegen. Die Zahl der Arbeitslosen ist noch immer leicht rückläufig, der Bestand an gemeldeten Stellen nimmt dagegen deutlich zu.

  • 20.789 Arbeitslose (-546)
  • Arbeitslosenquote 3,7 Prozent (0,0)
  • 11.267 freie Stellen (+1.183)
  • Angezeigte Kurzarbeit im Mai 2022: 51 Anzeigen für 1.201 Personen
  • Realisierte Kurzarbeit im Januar 2022: 1.871 Betriebe für 11.714 Personen

Arbeitslosigkeit
Im Mai ist die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Stuttgart bei 3,7 Prozent auf Gleichstand mit dem Vormonat geblieben und liegt um 0,9 Prozentpunkte unter der Quote vom Vorjahresmonat. Insgesamt waren 20.789 Personen arbeitslos (11.161 Männer und 9.628 Frauen), das sind 546 weniger als im Vormonat und 5.788 weniger als im Mai 2021. „Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Stuttgart trotzt allen aktuellen Unwägbarkeiten und setzt seine Frühjahrsbelebung, wenn auch abgeschwächt, weiter fort. Bis auf kleinere Effekte hat sich die Pandemie nahezu vollständig vom Arbeitsmarkt entkoppelt und übt keinen größeren Einfluss mehr aus. Der schon fast nahtlos an die Pandemie anschließende Konflikt in der Ukraine sorgt bei den Unternehmen derzeit eher für eine abwartende Stimmung und hängt stark vom aktuell äußerst volatilen Marktumfeld ab. Dieser Zustand scheint im Gegenzug die Personalplanungen der Unternehmen eben nicht nachhaltig zu beeinflussen", kommentiert Johann Beck, Leiter der Agentur für Arbeit Stuttgart, die aktuellen Zahlen. „Direkte Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind noch immer nicht erkennbar. Wir werden natürlich die Entwicklungen in den kommenden Wochen weiterhin sehr genau beobachten und sind auf mögliche eintretende Folgen präventiv gut vorbereitet.“

Von den 20.789 Arbeitslosen des Agenturbezirks entfielen 7.673 Personen auf die Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagenturen / Rechtskreis SGB III), das waren 440 Personen weniger als im Vormonat (minus 5,4 Prozent) und 3.752 weniger als im Mai 2021 (minus 32,8 Prozent). Somit erreicht der Bestand an Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III, sowie bei der Personengruppe im Alter von 15 bis unter 25 Jahren und 15 bis unter 20 Jahren im Vergleich zum Mai 2019 erstmals wieder das Niveau vor Corona. Der Zugang an Arbeitslosen aus Ausbildung sank im Vorjahres- und Vormonatsvergleich ungewöhnlich stark. Hier bildet sich die höhere Übernahmebereitschaft der Unternehmen deutlich ab.

Zu den aus der Ukraine geflüchteten Menschen sagt Beck: „Nach den Erlebnissen von Krieg und Flucht bleibt für die geflüchteten Menschen an erster Stelle weiterhin die Klärung der Fragen nach Unterkunft und Kinderbetreuung. Wir halten hier ein Beratungsangebot vor, das schnell und individuell unterstützen und eine Perspektive aufzeigen kann. Zum 01. Juni wechselt dann die Betreuung der ukrainischen Flüchtlinge zu den jeweiligen Jobcentern.“
Auf die Grundsicherung (Jobcenter / Rechtskreis SGB II) entfielen 13.116 Arbeitslose, 106 weniger als im Vormonat (minus 0,8 Prozent) und 2.036 weniger als im Mai 2021 (minus 13,4 Prozent). „Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die wir immer besonders im Blick haben, ging gegenüber dem Vormonat nochmal in beiden Rechtskreisen zurück“, freut sich Beck. „Im SGB III sogar um 6,1 Prozent.“

Zu- und Abgänge
Im Mai nahmen 1.571 Frauen und Männer eine Arbeit auf, das sind 181 weniger als im Vormonat und 325 weniger als vor einem Jahr. Aus Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet haben sich 1.699 Personen, das sind 243 weniger als im Vormonat und 44 weniger als im Mai 2021.

Freie Stellen
Im Mai 2022 verzeichnete die Agentur für Arbeit Stuttgart 11.267 freie Stellen. Das sind 1.183 mehr als in Vormonat (plus 11,7 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat reden wir hier sogar von einem Plus von 46,4 Prozent.

„Die Unternehmen im wirtschaftsstarken Agenturbezirk arbeiten teilweise an ihren Kapazitätsgrenzen. Dies ist nicht mehr nur den sprunghaft steigenden Energie- und Rohstoffpreisen und Engpässen bei Rohstoffen und Zwischenprodukten geschuldet, sondern ebenso der zunehmenden Knappheit an Arbeitskräften. Letztere betrifft die bekannten Bereiche wie IT, Technik, Handwerk, Pflege, Gesundheit und Erziehung“, ordnet Beck die Entwicklung ein. „Laut KOFA dürfte die Fachkräftesituation für Unternehmen angespannter denn je sein, denn dem Höchstwert an offenen Stellen steht eine deutlich schrumpfende Zahl an Arbeitslosen gegenüber.“ (Quelle: Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) Fachkräftereport März 2022 – Offene Stellen und Fachkräftelücke auf Rekordniveau)

Aus seiner Sicht liegen hier die Lösungen auf der Hand: Ausbilden und Weiterbilden, Integrieren, aber auch Finden und Binden. Beck hat dazu einen klaren Standpunkt: „Die Sicherung des Fachkräftebedarfs ist unsere gemeinsame Verantwortung. Die Unternehmen können entscheidend dazu beitragen, indem sie die Fachkräfte von morgen bereits heute selbst ausbilden.“ Und ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Da weiß man, was man hat.“

Entwicklung der Kurzarbeit
Im Mai gingen im Agenturbezirk Stuttgart 51 Anzeigen für Kurzarbeit für 1.201 Personen ein. Nach den Zahlen zur realisierten Kurzarbeit, die bisher bis Januar 2022 vorliegen, haben damals 1.871 Betriebe (Dezember: 1.912) für 11.714 Mitarbeiter*innen (Dezember: 10.217) Kurzarbeitergeld beantragt, das entsprach 1,9 Prozent (Dezember: 1,7 Prozent) aller Beschäftigen im Agenturbezirk. Welche Unternehmen und wie viele Mitarbeiter letztendlich Kurzarbeitergeld beziehen, kann jedoch erst zeitverzögert genau ermittelt werden. Die Betriebe haben insgesamt drei Monate Zeit, angemeldete Kurzarbeit auch zu beantragen. Die Anzeige ist eine Vorhersage des Arbeitgebers. Die realisierten Zahlen werden erst durch die Anträge im Nachhinein mitgeteilt. Die vorherige Anzeige der Unternehmen bleibt jedoch dringend erforderlich und zeigt einen Trend.

Ausbildungsmarkt
Laut Maizahlen haben sich seit Beginn des Berichtsjahres zum 01. Oktober 2021 bis heute insgesamt 3.630 Bewerberinnen und Bewerber bei der Agentur für Arbeit Stuttgart für den Ausbildungsbeginn im Herbst gemeldet. Das sind gerade mal 23 Jugendliche mehr als vor einem Jahr. Die Zahl liegt somit auf dem vergleichsweise schon niedrigen Vorjahresniveau.

„Der Fachkräftebedarf spiegelt sich auch auf dem Ausbildungsmarkt wider. Viele Unternehmen wollen vorsorgen und investieren verstärkt in Ausbildung. Das freut uns. Wir setzen alles daran, Jugendliche noch stärker für eine duale Ausbildung zu motivieren und mit potenziellen Ausbildungsbetrieben in Kontakt zu bringen. Dazu gehört unter anderem die intensivierte Berufsorientierung und Berufsberatung in den Schulen, der verstärkte Einsatz von Förderinstrumenten, wie z.B. die Einstiegsqualifizierung, und zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen. Wir empfehlen auch den Betrieben, nach nunmehr zwei Jahren Pandemie wieder auf Praktika für junge Menschen zu setzen“, erläutert Beck.

Sein Tipp für Unternehmen, die ein Praktikum anbieten, sowie für interessierte Schülerinnen und Schüler: In den Pfingstferien starten die Praktikumswochen Baden-Württemberg. In mehreren Tagespraktika können Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren bis zum Ausbildungsbeginn nach den Sommerferien unterschiedliche Betriebe und Berufsfelder kennenlernen. Unternehmen unterstützen junge Menschen bei der beruflichen Orientierung und haben die Chance, künftige Auszubildende bzw. Mitarbeitende zu gewinnen. Von den Ausbildungssuchenden haben aktuell 1.733 junge Menschen noch keine Stelle gefunden bzw. noch keine feste Zusage. Den 3.630 Bewerberinnen und Bewerbern standen 5.068 gemeldete Ausbildungsstellen gegenüber, von denen 2.819 noch unbesetzt sind.

Weiterführende Informationen für Unternehmen zu den Praktikumswochen: https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/stuttgart/unternehmen-azubis

Weiterführende Informationen für Schülerinnen und Schüler zu den Praktikumswochen:
https://praktikumswoche.de/stuttgart
https://praktikumswoche.de/boeblingen


Der Arbeitsmarkt in der Landeshauptstadt Stuttgart

  • 14.421 Arbeitslose (-459)
  • Arbeitslosenquote 4,2 Prozent (-0,1)
  • 7.975 freie Stellen (+774)
  • Angezeigte Kurzarbeit im Mai 2022: 33 Anzeigen für 940 Personen
  • Realisierte Kurzarbeit im Dezember 2021: 1.291 Betriebe für 7.382 Personen

Arbeitslosigkeit
Im Mai waren 14.421 Personen arbeitslos, 7.799 Männer und 6.622 Frauen. Die Zahl der Arbeitslosen in der Landeshauptstadt nahm damit saisonunüblich leicht ab: um 459 gegenüber April, um 3.867 gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent.

Von den 14.421 Arbeitslosen in der Landeshauptstadt entfielen 4.629 Personen auf die Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagenturen/SGB III), das waren 281 Personen weniger als im Vormonat (minus 5,7 Prozent) und 2.294 weniger als im Mai 2021. Auf die Grundsicherung (Jobcenter/SGB II) entfielen 9.792 Arbeitslose, 178 weniger als im Vormonat (minus 1,8 Prozent) und 1.573 weniger als im Mai 2021. „Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die wir immer besonders im Blick haben, ging gegenüber dem Vormonat nochmal in beiden Rechtskreisen zurück“, freut sich Beck. „Im SGB III sogar um 6,3 Prozent.“

Zu- und Abgänge
Aus Erwerbstätigkeit haben sich im Mai 1.107 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 164 weniger als im April und 52 weniger als im Vorjahr. Eine Arbeitsstelle aufnehmen konnten 1.070 Männer und Frauen (minus 118 gegenüber April). Verglichen mit Mai 2021 waren das 163 Personen weniger.

Freie Stellen
Im Mai 2022 verzeichnete die Landeshauptstadt Stuttgart 7.975 freie Stellen, das sind 774 mehr als in Vormonat (plus 10,7 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat reden wir hier sogar von einem Plus von 50,1 Prozent.

Entwicklung der Kurzarbeit
m Mai gingen in der Landeshauptstadt 33 Anzeigen für Kurzarbeit für 940 Personen ein. Nach den Zahlen zur realisierten Kurzarbeit, die auf Kreisebene bisher bis Dezember 2021 vorliegen, haben damals 1.291 Betriebe (November: 1.168) für 7.382 Mitarbeiter*innen (November: 8.855) Kurzarbeitergeld beantragt, das entsprach 1,7 Prozent (November: 2,0 Prozent) aller Beschäftigen in der Landeshauptstadt.

Welche Unternehmen und wie viele Mitarbeiter letztendlich Kurzarbeitergeld beziehen, kann jedoch erst zeitverzögert genau ermittelt werden. Die Betriebe haben insgesamt drei Monate Zeit, angemeldete Kurzarbeit auch zu beantragen. Die Anzeige ist eine Vorhersage des Arbeitgebers. Die realisierten Zahlen werden erst durch die Anträge im Nachhinein mitgeteilt. Die vorherige Anzeige der Unternehmen bleibt jedoch dringend erforderlich und zeigt einen Trend.

Ausbildungsmarkt
Laut Maizahlen haben sich seit Beginn des Berichtsjahres zum 01. Oktober 2021 bis heute insgesamt 1.908 Bewerberinnen und Bewerber aus der Landeshauptstadt bei der Agentur für Arbeit für den Ausbildungsbeginn im Herbst gemeldet. Mit 98 Jugendlichen weniger als vor einem Jahr, lag die Zahl somit nochmal unter dem ohnehin schon niedrigen Vorjahresniveau.

Von den Ausbildungssuchenden haben aktuell 964 junge Menschen noch keine Stelle gefunden bzw. noch keine feste Zusage. Den 1.908 Bewerberinnen und Bewerbern standen 3.064 gemeldete Ausbildungsstellen gegenüber, von denen 1.706 noch unbesetzt sind.


Der Arbeitsmarkt im Landkreis Böblingen

  • 6.368 Arbeitslose (-87)
  • Arbeitslosenquote 2,9 Prozent (-0,0)
  • 3.292 freie Stellen (+409)
  • Angezeigte Kurzarbeit im Mai 2022: 18 Anzeigen für 261 Personen
  • Realisierte Kurzarbeit im Dezember 2021: 621 Betriebe für 2.835 Personen

Arbeitslosigkeit
Im Mai waren im Landkreis 6.368 Personen arbeitslos, 3.362 Männer und 3.006 Frauen, und damit 87 weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind im Landkreis 1.921 Menschen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote blieb erneut unverändert bei 2,9 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 3,7 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt im Landkreis Böblingen trotzt allen aktuellen Unwägbarkeiten und setzt seine Frühjahrsbelebung, wenn auch abgeschwächt, weiter fort. Bis auf kleinere Effekte hat sich die Pandemie nahezu vollständig vom Arbeitsmarkt entkoppelt und übt keinen größeren Einfluss mehr aus. Der schon fast nahtlos an die Pandemie anschließende Konflikt in der Ukraine sorgt bei den Unternehmen derzeit eher für eine abwartende Stimmung und hängt stark vom aktuell äußerst volatilen Marktumfeld ab. Dieser Zustand scheint im Gegenzug die Personalplanungen der Unternehmen nicht nachhaltig zu beeinflussen", kommentiert Johann Beck, Leiter der Agentur für Arbeit Stuttgart, die aktuellen Zahlen. „Direkte Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind noch immer nicht erkennbar. Wir werden natürlich die Entwicklungen in den kommenden Wochen weiterhin sehr genau beobachten und sind auf mögliche eintretende Folgen präventiv gut vorbereitet.“

Von den 6.368 Arbeitslosen im Landkreis entfielen 3.044 Personen auf die Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagenturen/SGB III), das waren 159 Personen weniger als im Vormonat (minus 5,0 Prozent) und 1.458 weniger als im Mai 2021. Auf die Grundsicherung (Jobcenter/SGB II) entfielen 3.324 Arbeitslose, 72 mehr als im Vormonat (plus 2,2 Prozent) und 463 weniger als im Mai 2021. „Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die wir immer besonders im Blick haben, ging gegenüber dem Vormonat nochmal in beiden Rechtskreisen zurück“, freut sich Beck. „Im SGB III sogar um 5,9 Prozent.“ Somit erreicht der Bestand an Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III, sowie bei der Personengruppe im Alter von 15 bis unter 25 Jahren und 15 bis unter 20 Jahren im Vergleich zum Mai 2019 erstmals wieder das Niveau vor Corona. Der Zugang an Arbeitslosen aus Ausbildung sank im Vorjahres- und Vormonatsvergleich ungewöhnlich stark. Hier bildet sich die höhere Übernahmebereitschaft der Unternehmen deutlich ab.

Zu den aus der Ukraine geflüchteten Menschen sagt Beck: „Nach den Erlebnissen von Krieg und Flucht bleibt für die geflüchteten Menschen an erster Stelle weiterhin die Klärung der Fragen nach Unterkunft und Kinderbetreuung. Wir halten hier ein Beratungsangebot vor, das schnell und individuell unterstützen und eine Perspektive aufzeigen kann. Zum 01. Juni wechselt dann die Betreuung der ukrainischen Flüchtlinge zu den jeweiligen Jobcentern.“

Im Landkreis verteilen sich die 6.368 Arbeitslosen wie folgt auf die Geschäftsstellen: 3.602 in Böblingen (Arbeitslosenquote wie im Vormonat bei 3,1 Prozent), 1.218 in Herrenberg (minus 0,1 auf 2,6 Prozent) und 1.548 in Leonberg (minus 0,1 auf 2,6 Prozent).

Zu- und Abgänge
Im Mai verloren 592 Personen ihren Arbeitsplatz (minus 79 gegenüber Vormonat; plus 8 gegenüber Vorjahresmonat). Eine neue Arbeit aufnehmen konnten 501 Männer und Frauen, das sind 63 weniger als im April und 162 weniger als im Vorjahresmonat.

Freie Stellen
Im Mai 2022 verzeichnete der Landkreis Böblingen 3.292 freie Stellen, ein Plus von über 910 Stellen gegenüber dem Vorjahresmonat.

„Die Unternehmen im wirtschaftsstarken Landkreis Böblingen arbeiten teilweise an ihren Kapazitätsgrenzen. Dies ist nicht mehr nur den sprunghaft steigenden Energie- und Rohstoffpreisen und Engpässen bei Rohstoffen und Zwischenprodukten geschuldet, sondern ebenso der zunehmenden Knappheit an Arbeitskräften. Letztere betrifft die bekannten Bereiche wie IT, Technik, Handwerk, Pflege, Gesundheit und Erziehung“, ordnet Beck die Entwicklung ein. „Laut KOFA dürfte die Fachkräftesituation für Unternehmen angespannter denn je sein, denn dem Höchstwert an offenen Stellen steht eine deutlich schrumpfende Zahl an Arbeitslosen gegenüber.“ (Quelle: Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) Fachkräftereport März 2022 – Offene Stellen und Fachkräftelücke auf Rekordniveau)

Aus seiner Sicht liegen hier die Lösungen auf der Hand: Ausbilden und Weiterbilden, Integrieren, aber auch Finden und Binden. Beck hat dazu einen klaren Standpunkt: „Die Sicherung des Fachkräftebedarfs ist unsere gemeinsame Verantwortung. Die Unternehmen können entscheidend dazu beitragen, indem sie die Fachkräfte von morgen bereits heute selbst ausbilden.“ Und ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Da weiß man, was man hat.“

Entwicklung der Kurzarbeit
Im Mai gingen im Landkreis 18 Anzeigen für Kurzarbeit für 261 Personen ein. Nach den Zahlen zur realisierten Kurzarbeit, die auf Kreisebene bisher bis Dezember 2021 vorliegen, haben damals 621 Betriebe (November: 605) für 2.835 Mitarbeiter*innen (November: 2.698) Kurzarbeitergeld beantragt, das entsprach 1,6 Prozent (November: 1,5 Prozent) aller Beschäftigen im Landkreis.

Ausbildungsmarkt
Laut Maizahlen haben sich seit Beginn des Berichtsjahres zum 01. Oktober 2021 bis heute insgesamt 1.722 Bewerberinnen und Bewerber im Landkreis Böblingen bei der Agentur für Arbeit für den Ausbildungsbeginn im Herbst gemeldet. Mit 121 Jugendlichen mehr als vor einem Jahr, lag die Zahl wieder über dem vergleichsweise niedrigen Vorjahresniveau. Von den Ausbildungssuchenden haben aktuell 769 junge Menschen noch keine Stelle gefunden bzw. noch keine feste Zusage. Den 1.722 Bewerberinnen und Bewerbern standen 2.002 gemeldete Ausbildungsstellen gegenüber, von denen 1.113 noch unbesetzt sind.

„Der Fachkräftebedarf spiegelt sich auch auf dem Ausbildungsmarkt wider. Viele Unternehmen wollen vorsorgen und investieren verstärkt in Ausbildung. Das freut uns. Wir setzen alles daran, Jugendliche noch stärker für eine duale Ausbildung zu motivieren und mit potentiellen Ausbildungsbetrieben in Kontakt zu bringen. Dazu gehört unter anderem die intensivierte Berufsorientierung und Berufsberatung in den Schulen, der verstärkte Einsatz von Förderinstrumenten, wie z.B. die Einstiegsqualifizierung, und zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen. Wir empfehlen auch den Betrieben, nach zwei Jahren Pandemie wieder auf Praktika für junge Menschen zu setzen“, erläutert Beck.

Sein Tipp für Unternehmen, die ein Praktikum anbieten, sowie für interessierte Schülerinnen und Schüler: In den Pfingstferien starten die Praktikumswochen Baden-Württemberg. In mehreren Tagespraktika können Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren bis zum Ausbildungsbeginn nach den Sommerferien unterschiedliche Betriebe und Berufsfelder kennenlernen. Unternehmen unterstützen junge Menschen bei der beruflichen Orientierung und haben die Chance, künftige Auszubildende bzw. Mitarbeitende zu gewinnen.

Weiterführende Informationen für Unternehmen zu den Praktikumswochen: https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/stuttgart/unternehmen-azubis

Weiterführende Informationen für Schülerinnen und Schüler zu den Praktikumswochen:
https://praktikumswoche.de/stuttgart
https://praktikumswoche.de/boeblingen