01.12.2020 | Presseinfo Nr. 48

Arbeitslosigkeit erneut leicht rückläufig – Folgen vom Lockdown light erst zeitverzögert sichtbar

27.996 Arbeitslose (-773)
Arbeitslosenquote 4,9 % (-0,1)
6.942 freie Stellen (-242)
Anzeigen von Kurzarbeit: 713 (+566) fü 6.830 Personen (+5.070)
Realisierte Kurzarbeit im Juli: 5.255 Betriebe mit 54.981 Personen

Arbeitslosigkeit

Im November lag die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Stuttgart bei 4,9 Prozent, eine leichte Abnahme gegenüber Vormonat um 0,1 Prozentpunkte. Insgesamt waren 27.996 Menschen (15.656 Männer und 12.340 Frauen) arbeitslos, das sind insgesamt 773 Personen weniger als im Vormonat, und 7.545 Personen mehr als im November 2019. Von den 27.996 arbeitslosen Menschen in unserem Agenturbezirk entfielen 13.779 auf die Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagenturen) und 14.217 auf die Grundsicherung (Jobcenter). „Der Rückgang bei den Arbeitslosen von September 2020 bis November 2020 fällt deutlicher aus als in den Vorjahren, insbesondere im Rechtskreis SGB III. Allerdings bilden die Zahlen nicht den gesamten Monat November ab, da der statistische Stichtag vor der Verlängerung des zweiten Lockdowns lag", so Dr. Susanne Koch, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stuttgart. „Nicht alle Personengruppen profitieren von dem Rückgang", fügt sie mit Blick auf die Langzeitarbeitslosen hinzu. „Ihre Zahl ist den achten Monat in Folge angestiegen." Rund ein Drittel der Arbeitslosen zählt zu dieser Gruppe, denn von den 27.996 Arbeitslosen waren im November 8.832 Männer und Frauen länger als ein Jahr arbeitslos.

Zu- und Abgänge

Im November nahmen 2.232 Frauen und Männer eine Arbeit auf, 315 weniger als im Oktober, und 546 mehr als vor einem Jahr. Arbeitslos gemeldet haben sich 5.179 Personen, das sind 302 weniger als im Vormonat, und 367 weniger als im November 2019.

Freie Stellen

2.544 neue Arbeitsstellen wurden der Agentur für Arbeit Stuttgart im November gemeldet, das sind 148 mehr als im Oktober und nur noch 151 weniger als im Vorjahresmonat. Insgesamt verzeichnete die Agentur für Arbeit Stuttgart 6.942 freie Stellen, das waren 242 Stellen weniger als im Vormonat und 2.860 weniger als vor einem Jahr. Für Dr. Susanne Koch absolut nachvollziehbar, denn „die Nachfrage nach Arbeitskräften wird verhaltener, zumal in vielen Branchen keine Planungssicherheit besteht."

Entwicklung der Kurzarbeit

Im November sind die Anzeigen von Kurzarbeit wieder angestiegen. Lag die Zahl im Oktober nur noch bei 147 Anzeigen mit 1.760 Personen, stieg sie nun an auf insgesamt 713 Betriebe, die erneut bzw. erstmals Anzeige von Kurzarbeit einreichten für insgesamt 6.830 Personen.

Laut Julizahlen realisierten 5.255 (Juni: 6.282) Betriebe im Agenturbezirk Stuttgart Kurzarbeit und beantragten Kurzarbeitergeld für 54.981 Mitarbeiter (Juni: 111.926).

Der Arbeitsmarkt in der Landeshauptstadt Stuttgart

  •  19.283 Arbeitslose (- 605)
  •  Arbeitslosenquote 5,5 % (-0,2)
  •  4.798 freie Stellen (-213)
  •  Anzeigen von Kurzarbeit: 474 (+365) für 5.171 Personen (+3.949)
  •  Realisierte Kurzarbeit im Juni: 4.249 Betriebe mit 75.769 Personen

Arbeitslosigkeit

Im November waren 19.283 Personen arbeitslos, 10.883 Männer und 8.400 Frauen. Die Zahl fiel um 605, das bedeutet einen Rückgang um 3,0 Prozent gegenüber Oktober, und ein Plus von 33,3 Prozent gegenüber November 2019. Die Arbeitslosenquote fiel erneut, und zwar von 5,7 auf 5,5 Prozent. In der Region hat Stuttgart nach wie vor die höchste Quote, die zweithöchste hat der Landkreis Göppingen mit 4,8 Prozent, die niedrigste verzeichnet der Landkreis Ludwigsburg mit 3,6 Prozent.

Zu- und Abgänge

Arbeitslos gemeldet haben sich im November 3.288 Personen, das sind 103 weniger als im Oktober und 321 weniger als im Vorjahr. Eine Arbeitsstelle aufnehmen konnten 1.425 Menschen (minus 175 gegenüber Vormonat). Verglichen mit Oktober 2019 sind das 287 Personen mehr. „Diesen Monat mussten sich weniger Menschen als üblich für einen November aus Ausbildung arbeitslos melden", sagt Dr. Susanne Koch, Leiterin der Agentur für Arbeit Stuttgart. „Offenbar setzen die Unternehmen auch in der Krise alles daran, ihre selbst ausgebildeten Fachkräfte zu halten."

Freie Stellen

Der Stellenzugang in der Landeshauptstadt wies mit 1.807 Stellen im November ein Plus von 149 gegenüber dem Vormonat auf; im Vergleich zum letzten Jahr sind es 84 Stellen weniger. Die Zahl der freien Arbeitsstellen hat sich im Vergleich zum Vormonat sogar rückläufig entwickelt – es waren 213 Stellen weniger als im Oktober und 2.321 Stellen weniger als im November 2019 gemeldet.

Entwicklung der Kurzarbeit

Im November sind die Anzeigen von Kurzarbeit wieder angestiegen. Lag die Zahl im Oktober nur noch bei 109 Anzeigen mit 1.222 Personen, stieg sie nun auf insgesamt 474 Betriebe, die erneut bzw. erstmals Anzeige von Kurzarbeit einreichten für insgesamt 5.171 Personen.

Seit August liegen uns Zahlen zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit auf Kreisebene vor, zeitverzögert um vier Monate. Laut den Junizahlen wurde in der Landeshauptstadt Stuttgart von 4.249 Betrieben (Mai: 5.171) Kurzarbeit für 75.769 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (Mai: 92.512) realisiert.

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Böblingen

  •  8.713 Arbeitslose (-168)
  •  Arbeitslosenquote 3,9 % (-0,1)
  •  2.144 freie Stellen (-29)
  •  Anzeigen von Kurzarbeit: 239 (+201) für 1.659 Personen (+1.121)
  •  Realisierte Kurzarbeit im Juni: 2.033 Betriebe mit 36.157 Personen

Arbeitslosigkeit

Im November waren 8.713 Personen arbeitslos, 4.773 Männer und 3.940 Frauen. Die Zahl sank um 168 gegenüber Oktober, ein Rückgang um 1,9 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat sind im Landkreis 2.734 mehr Menschen arbeitslos (plus 45,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt bei 3,9 Prozent, 0,1 Prozentpunkte unter der Vormonatsquote. Die 8.713 Arbeitslosen verteilen sich wie folgt auf die Geschäftsstellen: 4.748 in Böblingen (Quote: 4,0 Prozent), 1.760 in Herrenberg (3,8 Prozent) und 2.205 in Leonberg (3,7 Prozent).

„Der Rückgang bei den Arbeitslosen von September 2020 bis November 2020 fällt deutlicher aus als in den Vorjahren, insbesondere im Rechtskreis SGB III. Allerdings bilden die Zahlen nicht den gesamten Monat November ab, da der statistische Stichtag vor der Verlängerung des zweiten Lockdowns lag", so Dr. Susanne Koch, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stuttgart. „Nicht alle Personengruppen profitieren von dem Rückgang", fügt sie mit Blick auf die Langzeitarbeitslosen hinzu. „Deren Zahl ist den achten Monat in Folge angestiegen." Mehr als ein Fünftel der Arbeitslosen im Landkreis zählt zu dieser Gruppe, denn von den 8.713 Arbeitslosen waren im November 2.070 Männer und Frauen länger als ein Jahr arbeitslos.

Zu- und Abgänge

Im November verloren 868 Personen ihren Arbeitsplatz (35 weniger als im Vormonat). Eine neue Arbeit aufnehmen konnten im Landkreis 807 Männer und Frauen, das sind 140 weniger als noch im Oktober, aber 259 mehr als im Vorjahresmonat.

Freie Stellen

Im Landkreis bewegte sich im November der Stellenzugang auf dem Niveau vom Vormonat (737 neu gemeldete Stellen). Auch bei der Gesamtzahl der freien Stellen gab es wenig Veränderung – sie lag bei 2.144 und damit um gerade mal 29 unter der von Oktober. Gegenüber November vor einem Jahr hat der Bestand um rund 20 Prozent abgenommen. Dr. Susanne Koch dazu: „Die positive Entwicklung bei den gemeldeten Arbeitsstellen hatte gerade wieder an Fahrt aufgenommen – nun scheint es, kommt sie vorübergehend wieder zum Stillstand, was angesichts der Entwicklung der Pandemie-Zahlen und der damit erwarteten wirtschaftlichen Einschränkungen nicht verwundert."

Für den Arbeitsmarkt im Landkreis zieht Dr. Susanne Koch folgendes Resümee: „Die Aufgaben, die vor uns liegen, sind weiterhin dieselben – nämlich die Menschen für den Arbeitsmarkt fit zu machen und die Unternehmen mit qualifizierten Fachkräften zu versorgen." Dabei nehme die Beratung zu Qualifizierungsfragen an Bedeutung zu. „Hier schulen wir auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontinuierlich und bauen derzeit unser Expertenteam für Beratung im Erwerbsleben weiter aus."

Um qualifizierte Fachkräfte zu finden, lohne es sich, auch Bewerbungen von Menschen eine Chance zu geben, die aufgrund einer gesundheitlichen Einschränkung zwar eines besonderen Schutzes bedürfen, aber im Arbeitsalltag meist wenig bis gar nicht eingeschränkt seien und in der Regel über eine gute Ausbildung und mehrere Jahre Berufserfahrung verfügen. „In der ersten Dezemberwoche findet seit vielen Jahren die Aktionswoche für Menschen mit Behinderung statt. Am 3. und 4. Dezember hat die Agentur für Arbeit Stuttgart unter der 0711 920 3333 eigens eine Hotline für Arbeitgeber eingerichtet, bei der sie sich über geeignete Bewerber mit Einschränkung oder Behinderung sowie über Fördermöglichkeiten informieren können", teilt Dr. Koch mit.

Entwicklung der Kurzarbeit

Im November sind die Anzeigen von Kurzarbeit wieder angestiegen. Im Oktober lag deren Zahl noch bei 38 Anzeigen mit 538 Personen, nun stieg sie auf 239 Betriebe, die erneut bzw. erstmals Anzeige von Kurzarbeit einreichten für 1.659 Personen. Seit August liegen uns Zahlen zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit auf Kreisebene vor, zeitverzögert um vier Monate. Laut den Junizahlen wurde im Landkreis von 2.033 Betrieben (Mai: 2.509) Kurzarbeit für 36.157 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (Mai: 48.252) realisiert.