14.12.2018 | Presseinfo Nr. 47

So finden Geistes- und Sozialwissenschaftler ihren künftigen Job

Am Donnerstag, den 13.12.2018 war im Hörsaal 11.62 an der Universität Stuttgart kein Platz mehr frei. Eingeladen hatte das Team Akademische Berufe der Agentur für Arbeit Stuttgart in Kooperation mit der Zentralen Studienberatung der Universität Stuttgart zu einer Veranstaltung rund um Jobsuche und Berufseinstieg. Annika Schneider, Expertin vom Wissenschaftsladen Bonn, hatte viele wertvolle Tipps und Strategien im Gepäck, wie Geistes- und Sozialwissenschaftler/innen dabei vorgehen sollten.

Der Arbeitsmarkt ist gut – die Arbeitslosenquote gering wie seit Jahren nicht. Aber sind die Zeiten für eine erfolgversprechende Jobsuche für alle gleich rosig? Haben Geistes- und Sozialwissenschaftler/innen dieselben Chancen wie Absolventen aus MINT-Fächern? Annika Schneider vom Wissenschaftsladen Bonn (WILA Bonn) bringt es auf den Punkt: Die Stellen-Bewerber-Relation ist in vielen Bereichen wie z.B. Kunst und Kultur noch immer bescheiden. Da bewerben sich schnell mal Hundert und mehr Kandidaten auf eine Stelle als Kulturreferent/in.

Dass unter den Stellenangeboten aber viel mehr Tätigkeiten zu finden sind, auf die Bewerberinnen und Bewerber aus den Geistes- und Sozialwissenschaften sehr wohl passen, und diese dann bei der Bewerbung auch gute Chancen haben, wurde im Laufe der Veranstaltung sehr deutlich. Die Crux sei aber, dass man sich nicht von plakativen Jobbezeichnungen wie „Marketing Manager" oder „Key Account Fundraiser" abschrecken lasse, so die Referentin. Vielmehr solle man sich die Stellenbeschreibung durchlesen und dann entscheiden, ob man den Job machen wolle. Denn schließlich ginge es dem Arbeitgeber vor allem darum, dass der Job gut erledigt werde. Erst an zweiter Stelle stehe, welche formale Qualifikation der Kandidat oder die Kandidatin mitbringe – z.B. welcher Studiengang oder welche Abschluss-note.

Türöffner seien jedoch vor allem Erfahrungen aus Praktika, Projekten, Nebenjobs, Werkstudententätigkeit usw. Die müssten thematisch auch nicht zwingend mit dem Studium selbst zu tun haben. Manchmal sei es gerade die Kombination von Studienrichtung und z.B. ehrenamtlicher Tätigkeit, die den Arbeitgeber überzeuge.

Auch werden im Studium viele überfachliche Kompetenzen erworben wie Zeitmanagement, Belastbarkeit oder das Strukturieren und Analysieren komplexer Sachverhalte – diese sollte man in einer Bewerbung oder im Vorstellungsgespräch selbstbewusst benennen und präsentieren können.

Der Fachvortrag erweiterte das Angebot für Absolventinnen und Absolventen, das die Arbeitsagentur Stuttgart und die Uni Stuttgart seit Jahren für Studierende und Akademiker bereithalten. Das gemeinsame Ziel der beiden Beratungsinstitutionen ist es, beim Berufseinstieg die nötige Unterstützung zu bieten.

Das neue Karriere-Programm vom Team Akademische Berufe erscheint im Januar 2019 und kann über Stuttgart.172-Akademikerberatung@arbeitsagentur.de angefordert werden.