31.03.2021 | Presseinfo Nr. 13

Der Arbeitsmarkt im März 2021

Arbeitsmarkt weiterhin stabil - Pandemie zeigt sich nun deutlich in der Grundsicherung

 28.038 Arbeitslose (-619)
 Arbeitslosenquote 4,9 % (-0,1)
 7.489 freie Stellen (+510)
 Anzeigen von Kurzarbeit: 209 (-341) Betriebe für 6.372 (-118) Personen
 Realisierte Kurzarbeit im November: 4.827 Betriebe mit 38.827 Personen

Arbeitslosigkeit
Im März lag die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Stuttgart bei 4,9 Prozent und sank damit leicht um 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat. Insgesamt waren 28.038 Menschen (15.531 Männer und 12.507 Frauen) arbeitslos, das sind 619 Personen weniger als im Vormonat, aber 6.346 Personen mehr als im März 2020. Von den 28.038 Arbeitslosen des Agenturbezirks entfielen 13.054 Personen auf die Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagenturen) und 14.984 auf die Grundsicherung (Jobcenter).

Während zu Beginn der Pandemie die Arbeitslosigkeit vor allem im Bereich der Arbeitslosenversicherung gestiegen ist, verschiebt sich das Gewicht nun allmählich in Richtung Grundsicherung. „Die Pandemie bewirkt eine Zunahme der Arbeitslosigkeitsdauer. Damit werden mehr Menschen langzeitarbeitslos, das Risiko eines Übergangs in die Grundsicherung steigt“, berichtet Susanne Koch, Leiterin der Arbeitsagentur Stuttgart. Im Monatsvergleich sind, wie bereits im Februar, wieder weniger Menschen aus Beschäftigung arbeitslos geworden. „Eine große Entlassungswelle bleibt damit trotz der Verlängerung des Lockdowns bisher aus. Allerdings befinden sich auch die Abgänge in Erwerbstätigkeit auf niedrigem Niveau. Eine Aufholdynamik am Arbeitsmarkt erkennen wir daher noch nicht.“

Ein besonderer Fokus der Agentur für Arbeit liegt darauf, Jugendlichen den Start ins Erwerbsleben zu erleichtern. Hier geht es zum einen um gut 2.000 Menschen unter 25 Jahren, die momentan arbeitslos sind und beim Übergang in eine qualifizierte Tätigkeit oder Ausbildung unterstützt werden. Zum anderen benötigen die diesjährigen Schulabgänger*innen nochmal besondere Aufmerksamkeit. „Auch in der Pandemie gibt es gute Chancen am Ausbildungsmarkt. Wir setzen momentan alles daran, Jugendliche und ausbildende Betriebe zusammen zu bringen und Ausbildern unterschiedliche Fördermöglichkeiten aufzuzeigen. Junge Menschen möchte ich nachdrücklich ermutigen: Jetzt ist die Zeit! Nehmen Sie unsere Hilfe und Begleitung bei der erfolgreichen Suche nach einem Ausbildungsplatz in Anspruch!“
Informationen zur zusätzlich geschalteten Beratungshotline und diverse Möglichkeiten, erste Schritte in Richtung Ausbildung selbst zu gehen, finden sich auf der Homepage www.arbeitsagentur.de/vor-ort/stuttgart/ausbildung 

Zu- und Abgänge
Im März nahmen 1.719 Frauen und Männer eine Arbeit auf, 51 weniger als im Februar und 48 weniger als vor einem Jahr. Aus Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet haben sich 1.816 Personen, das sind 114 weniger als im Vormonat und 350 weniger als im März 2020.

Freie Stellen
2.179 neue Arbeitsstellen wurden der Agentur für Arbeit Stuttgart im März gemeldet, das sind 239 weniger als im Februar und 439 weniger als im Vorjahresmonat. Insgesamt verzeichnete die Agentur für Arbeit Stuttgart 7.489 freie Stellen, das waren 510 Stellen mehr als im Vormonat und 1.244 weniger als vor einem Jahr. “Damit holt der Arbeitskräftebedarf zwar etwas auf. Insgesamt liegen die offenen Stellen aber weiterhin deutlich unter Vorkrisenniveau. Die pandemiebedingten wirtschaftlichen Einschränkungen geben dem Kräftebedarf spürbar keine positiven Impulse“, sagt Koch.

Entwicklung der Kurzarbeit
Im März sind die Anzeigen von Kurzarbeit wieder gesunken. Lag die Zahl im Februar noch bei 550 Anzeigen mit 6.490 Personen, sank sie nun ab auf insgesamt 209 Betriebe, die erneut bzw. erstmals Anzeige von Kurzarbeit einreichten für insgesamt 6.372 Personen.
Nach den Zahlen zur realisierten Kurzarbeit, die bisher bis November vorliegen, haben damals 4.827 (Oktober:3.972) Betriebe im Agenturbezirk Stuttgart für 38.827 Mitarbeiter*innen (Oktober: 31.900) Kurzarbeitergeld beantragt, das entsprach 6,4 Prozent aller Beschäftigen im Agenturbezirk. Im ersten Lockdown hatte die Quote noch gut 26 Prozent betragen.


Der Arbeitsmarkt in der Landeshauptstadt Stuttgart

 19.141 Arbeitslose (-330)
 Arbeitslosenquote 5,5 % (-0,1)
 5.225 freie Stellen (+237)
 Anzeigen von Kurzarbeit: 130 (-248) für 1.336 Personen (-3.396)
 Realisierte Kurzarbeit im September: 2.714 Betriebe mit 21.454 Personen

Arbeitslosigkeit
Im März waren 19.141 Personen arbeitslos, 10.625 Männer und 8.516 Frauen. Die Zahl sank um 330, das bedeutet einen Rückgang um 1,7 Prozent gegenüber Februar, und ein Plus von 26,1 Prozent gegenüber März 2020. Die Arbeitslosenquote sinkt leicht auf 5,5 Prozent.

Zu- und Abgänge
Aus Erwerbstätigkeit haben sich im März 1.165 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 125 weniger als im Februar und 264 weniger als im Vorjahr. Eine Arbeitsstelle aufnehmen konnten 1.108 Menschen (minus 29 gegenüber Vormonat). Verglichen mit März 2020 sind das 38 Personen weniger.

Freie Stellen
Der Stellenzugang in der Landeshauptstadt wies mit 1.511 Stellen im März ein deutliches Minus von 319 gegenüber dem Vormonat auf; im Vergleich zum letzten Jahr sind es 401 Stellen weniger. Der Stellenbestand liegt mit 5.225 um 17,3 Prozent oder 1.093 unter Vorjahr.

Entwicklung der Kurzarbeit
Im März sind die Anzeigen von Kurzarbeit wieder gesunken. Lag die Zahl im Februar noch bei 378 Anzeigen mit 4.732 Personen, sank sie nun auf insgesamt 130 Betriebe, die erneut bzw. erstmals Anzeige von Kurzarbeit einreichten für insgesamt 1.336 Personen.
Zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit auf Kreisebene liegen uns die Daten zeitverzögert um vier Monate vor. Danach haben im Oktober in der Landeshauptstadt Stuttgart 2.741 Betrieben (September: 2.871) Kurzarbeit für 21.454 Mitarbeiter*innen (September: 23.507) realisiert. Im Vergleich zum ersten Lockdown, als knapp 25 Prozent aller Beschäftigten in der Landeshauptstadt in Kurzarbeit waren, ging damit die Kurzarbeitsquote auf fünf Prozent deutlich zurück.


Der Arbeitsmarkt im Landkreis Böblingen

 8.897 Arbeitslose (-289)
 Arbeitslosenquote 4,0 % (-0,1)
 2.264 freie Stellen (+273)
 Anzeigen von Kurzarbeit: 79 (-93) für 5.036 Personen (+ 3.278)
 Realisierte Kurzarbeit im Oktober: 1.259 Betriebe mit 10.446 Personen

Arbeitslosigkeit
Im März waren 8.897 Personen arbeitslos, 4.906 Männer und 3.991 Frauen. Die Zahl sank um 289 gegenüber Februar. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind im Landkreis 2.390 mehr Menschen arbeitslos (plus 36,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote sinkt gegenüber dem Vormonat leicht um 0,1 auf 4,0 Prozent.

Die 8.897 Arbeitslosen verteilen sich wie folgt auf die Geschäftsstellen: 4.955 in Böblingen (Quote: 4,2 Prozent), 1.736 in Herrenberg (3,7 Prozent) und 2.206 in Leonberg (3,7 Prozent). „Wie auch im gesamten Agenturbezirk verschieben sich in Böblingen die Zahl der Arbeitslosen vom SGB III ins SGB II. Die Pandemie bewirkt eine Zunahme der Arbeitslosigkeitsdauer. Damit werden mehr Menschen langzeitarbeitslos, das Risiko eines Übergangs in die Grundsicherung steigt. Auch und gerade in Krisenzeiten ist und bleibt Qualifizierung das wichtigste Mittel zur Vermeidung von Langzeitarbeitslosigkeit! Je mehr fachliche Fähigkeiten ein Arbeitssuchender besitzt, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, einen Job zu finden“, sagt Susanne Koch, Leiterin der Agentur für Arbeit Stuttgart.

Zu- und Abgänge
Im März verloren 651 Personen ihren Arbeitsplatz (11 weniger als im Vormonat). Eine neue Arbeit aufnehmen konnten im Landkreis 611 Männer und Frauen, das sind 22 weniger als im Februar, und 10 weniger als im Vorjahresmonat.

Freie Stellen
Der Stellenzugang im Landkreis wies mit 668 Stellen im März ein Plus von 80 gegenüber dem Vormonat auf; im Vergleich zum letzten Jahr sind das 38 Stellen weniger. Die Gesamtzahl der freien Stellen lag bei 2.264 und damit um 273 über dem Februar. Im Gegensatz zum gesamten Agenturbezirk mit minus 9,9 Prozent ist der Zugang an freien Stellen in Böblingen um knapp 14 Prozent gestiegen. „Der Arbeitskräftebedarf im Landkreis Böblingen entwickelt sich im Gegensatz zum gesamten Agenturbezirk annähernd so, wie das in einem März im Zuge der Frühjahresbelebung üblich ist. Der kräftige Anstieg im Monat März führt dazu, dass der Stellenmarkt im Kreis Böblingen nur noch gut sechs Prozent unter Vorjahresniveau liegt. Das ist umso bemerkenswerter, als dass der Statistikmonat März 2020 der letzte „Vorkrisenmonat“ war“, kommentiert Koch.

Entwicklung der Kurzarbeit
Im März sind die Anzeigen von Kurzarbeit wieder gesunken. Im Februar lag deren Zahl noch bei 172 Anzeigen mit 1.758 Personen, nun sank sie auf 79 Betriebe, die erneut bzw. erstmals Anzeige von Kurzarbeit einreichten für 5.036 Personen. Zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit auf Kreisebene liegen uns die Daten zeitverzögert um vier Monate vor. Danach haben im Oktober im Landkreis 1.259 Betriebe (September: 1.334) Kurzarbeit für 10.446 Mitarbeiter*innen (September: 11.344) realisiert. Im Vergleich zum ersten Lockdown, als gut 31 Prozent aller Beschäftigten im Landkreis in Kurzarbeit waren, ging damit die Kurzarbeitsquote auf 5,7 Prozent deutlich zurück.