01.09.2020 | Presseinfo Nr. 64

Quote steigt

„Aktuell verzeichnet Südwestthüringen mit 13.175 arbeitslos gemeldeten Personen eine Arbeitslosenquote von 5,6 %“ erklärt Wolfgang Gold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Suhler Arbeitsagentur.
 

Damit bleibt die Arbeitslosigkeit infolge der Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft in Südwestthüringen auf einem relativ hohen Niveau und ist mit den Werten der vergangenen Jahre kaum vergleichbar.

„Die aktuellen Sommerferien haben sich mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit um 400 Personen bzw. 3,1% bemerkbar gemacht“ so der Agenturchef.    

Damit zählt der Agenturbezirk Suhl mit beiden Rechtskreisen 3.067 Betroffene bzw. 30,3% mehr als vor einem Jahr. 

Im Fokus der aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt stehen weiterhin junge Menschen im Alter von 15-25 Jahren. Ihre Zahl wuchs innerhalb eines Monats um 214 bzw. 16,4% auf 1521. „Im Vergleich zum Vorjahr zählen wir bei dieser Personengruppe 443 bzw. 41% mehr in Arbeitslosigkeit“ informiert Wolfgang Gold.

„Viele Unternehmen sind weiterhin durch Corona bedingte Auswirkungen verunsichert. Hier gilt es, umgehend aktiv zu werden, um dem Trend, den wir beobachten, mit Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik wirkungsvoll entgegen zu steuern“ referiert der Leiter der Suhler Arbeitsagentur. 

Ausbildungsberechtigten Unternehmen und Einrichtungen wird weiterhin empfohlen, auch in dieser schwierigen Phase, auszubilden, die eigenen Fachkräfte im Betrieb zu halten und im Hinblick auf den bereits vorhandenen Fachkräftemangel Arbeitskräfte einzustellen. Durch weitere Vermittlungsaktionen in Ausbildung sollte eine Reduzierung des Anteiles von Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter den Arbeitslosen erfolgen. „Auch hier stehen Instrumente zur Verfügung, die einen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage am Ausbildungsmarkt unterstützen können“ erläutert Wolfgang Gold.

Auf der Nachfrageseite des Südwestthüringer Arbeitsmarktes verzeichnet die Agentur für Arbeit Suhl einen Stellenzugang von lediglich 725, das sind 187 bzw. 20,5 % weniger Zugänge als im Monat Juli und 266 bzw. 26,8 % gegenüber dem Vorjahr.

Der aktuelle Bestand von 4.468 gemeldeten Arbeitsstellen blieb nahezu unverändert zum letzten Monat (+3). “Unsere Vermittlungsaktivitäten werden aufgrund der Nachfrage weiter voll umfänglich ausgeführt“ versichert Wolfgang Gold.  

Als regionale Schwerpunkte eines höheren Anteiles an Arbeitslosen kristallisieren sich weiterhin die kreisfreien Städte Eisenach (8,7%) und Suhl (6,2%) heraus, in Hildburghausen dagegen ist eine geringere Quote von 4,3 % zu verzeichnen. Die Gründe für die Spanne der Alo- Quote zwischen 4,3 % und 8,7% liegt auch an der Verteilung der Branchen und Unternehmen in Süd-Westthüringen. Während in Eisenach und Wartburgkreis verstärkt die Automobilindustrie präsent und betroffen ist, sind im Süden von Thüringen eine Mischung aus verschiedenen Branchen festzustellen. „Nicht alle Wirtschaftszweige sind gleichermaßen von Corona und ihren Auswirkungen betroffen“ berichtet Wolfgang Gold und verweist damit auf die verschiedene Ausprägung der Quote innerhalb seines Agenturbezirkes. 

Besonders sichtbar wird der Anstieg im Rechtskreis SGB III. Im Vergleich mit dem Vorjahrswert stieg die Arbeitslosigkeit in diesem Rechtskreis um 52,7% bzw. 2.384 Betroffene, somit wird, wie bereits in den vergangenen Monaten ein erhöhter Zugang von Kunden aus Beschäftigung diagnostiziert, welcher sich überwiegend im Rechtskreis SGB III abbildet.

Im Rechtskreis SGB II ist im gleichen Zeitraum ein moderaterer Anstieg von 683 Arbeitslose bzw. um 12,2% zu verzeichnen.