02.03.2022 | Presseinfo Nr. 14

Der Arbeitsmarkt in Südwestthüringen

  • Typischer Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit
  • Arbeitsmarkt: Erneuter Stellenzuwachs
  • 36 % mehr Ausbildungsstellen als Bewerber*innen 

Im Berichtsmonat Februar zählte die Suhler Arbeitsagentur 10.617 arbeitslos gemeldete Personen. Das sind 87 bzw. 0,8 Prozent weniger als im Vormonat und 2.658 bzw. 20 % weniger als im Februar 2021. Die Arbeitslosenquote beträgt 4,5%, 0,1 Prozent weniger als im Januar 22. Im Februar vor der Pandemie waren mit 11.071 Menschen 4% mehr Menschen von Arbeitslosigkeit als heuer betroffen. 

Aktueller Hinweis: Die Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine sind in den Arbeitsmarktdaten nicht enthalten. Unsere statistischen Daten bilden die Entwicklung am Arbeitsmarkt nur bis zum Zähltag am 14. Februar ab.

Wolfgang Gold, Leiter der Suhler Arbeitsagentur, fasst die aktuelle Lage am Südwestthüringer Arbeitsmarkt zusammen:

  1. Wir beobachten im Berichtsmonat eine leicht abflauende Arbeitslosigkeit, eine Mischung aus pandemie- und saisonal bedingtem Rückgang der Arbeitslosigkeit. Bei den unter 25-jähringen verzeichnen wir einen im Februar jährlich wiederkehrenden Anstieg der Arbeitslosigkeit.
  2. 1402 neue Stellen wurden im Berichtsmonat gemeldet, damit steigt die Anzahl der freien Stellen auf 6.147. Wir als BA können hier vor allem einen Beitrag durch intensive Qualifizierungsangebote leisten (sowohl für Beschäftigte als auch für Arbeitslose), durch Arbeitsmarkt-, Qualifizierungs- und Alternativberatung.
  3. Die Anzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen wächst, aktuell bereits mit einem Plus von 8% gegenüber dem Niveau vor der Pandemie. Ziel wird es sein, verstärkt auch Abiturient*innen für die duale Ausbildung zu gewinnen.      

Personengruppen:

Der überwiegende Anteil (59,9%) der Arbeitslosen sind Männer, 6.356 Betroffene zählte die Arbeitsagentur im Berichtsmonat, 23 bzw. 0,4% weniger als im Vormonat. 4.261 Frauen (40,1%) waren im Februar arbeitslos gemeldet, 64 bzw. 1,5 % weniger als noch vor 4 Wochen.

898 Jüngere bis 25 Jahren waren im Berichtsmonat arbeitslos gemeldet, 48 bzw. 5,6% mehr als im Vormonat. Der Personenkreis hat einen Anteil von 8,5% am gesamten Bestand „Leider sind die Übernahmechancen nach Ausbildung nicht in allen Branchen gleich groß. Wir gehen jedoch von einem deutlichen Rückgang in den Folgemonaten aus“, erklärt Gold.  

42 Prozent aller arbeitslos gemeldeten Personen sind älter als 50 Jahre (4.460). Ihr Anteil verringerte sich gegenüber dem Vormonat um 116 bzw. 2,5 %. „Ein gutes Zeichen für mehr Beschäftigung von Menschen mit langjähriger Berufserfahrung,“ so Agenturchef Gold.

Der Anteil an arbeitslos gemeldeten Ausländern beträgt 9,9% (1.054), das sind 40 bzw. 3,7 % weniger als im Vormonat.

Auch die Langzeitarbeitslosigkeit ist leicht rückläufig, im Berichtsmonat zählen 36,7% bzw. 3.901 Menschen als langzeitarbeitslos, 75 bzw. 1,9 % weniger als noch Januar 22.

Entwicklung in den Regionen:

Gegenüber dem Vormonat veränderte sich die Arbeitslosenquote nur in der Stadt Suhl und im Landkreis Hildburghausen, jeweils um 0,1%. In den Landkreisen Sonneberg (4,2%), Schmalkalden/Meiningen (4,2%) und im Wartburgkreis blieb die Quote (4,9%) stabil. Die höchste Quote mit 5,6% verzeichnet die Stadt Suhl, die geringste mit 3,9% der Landkreis Hildburghausen.

Arbeitsmarkt:

6.147 freie Arbeitsstellen zählte die Arbeitsagentur im Berichtsmonat, 131 bzw. 2,2 % mehr als noch vor einem Monat. Im Vorjahresmonat waren mit 4.396 knapp 30 % bzw. 1.800 Stellen weniger im Bestand. 

Stellenzuwächse gab es im Berichtsmonat vor allem in den Branchen Fertigung/ Produktion (+66) und Gesundheit, Soziales /Erziehung (+ 63). Inzwischen stehen im Berufsfeld der verarbeiteten Industrie 2.568 Stellen zur Verfügung, 944 im Zweig Verkehr/Logistik und 943 im sozialen Bereich (Gesundheit, Soziales, Erziehung).    

Ausbildungsmarkt:

1.259 Jugendliche und junge Erwachsene sind für das kommende Ausbildungsjahr als Ausbildungssuchend gemeldet, das sind 7 bzw. 0,6 % mehr als noch vor einem Jahr.

Gegenüber dem Vor-Corona- Jahrgang aber noch 164 bzw. 11,5% weniger.

1.982 betriebliche Ausbildungsstellen meldeten Betriebe und Einrichtungen, 346 bzw. 21,1% mehr als noch vor einem Jahr und 164 bzw. 9 % mehr als im Februar 2020.  

„Praktika und Berufsorientierung haben während der Pandemie stark gelitten, berufliche Beratung konnte nur eingeschränkt stattfinden. Erste Formate werden bereits wieder in Präsenz angeboten, wie der Tag der Berufe am 16. März, Anmeldungen sind noch bis 10. März möglich,“ appelliert Gold und ergänzt: „Aufgabe der kommenden Wochen und Monate wird es sein, neben Abgangsschülern der Haupt- und Realschulen auch Schüler*Innen der weiterführenden Schulformen für die duale Ausbildung zu begeistern“.

Entwicklung in den Rechtskreisen:

45,4 % bzw. 4.823 Menschen gehören zum Rechtskreis SGB III, das sind 96 bzw. 2% weniger als im Vormonat. Im Rechtskreis SGB II sind mit 5.794 Personen 54,9 % zugeordnet, ein Plus von 9 Betroffenen bzw. 0,2 %.