31.03.2022 | Presseinfo Nr. 22

Saisonbedingter Rückgang der Arbeitslosigkeit

Südwestthüringen:
Saisonbedingter Rückgang der Arbeitslosigkeit
Stellenbesetzung gestaltet sich schwierig
Bewerbergewinnung 2022 regional unterschiedlich

Im März 2022 zählt die Suhler Arbeitsagentur 10.266 arbeitslos gemeldete Personen, das sind 351 bzw. 3,3% weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote beträgt im Berichtsmonat 4,4%, 0,1 Prozentpunkte weniger als vor 4 Wochen. Im März letzten Jahres waren mit 12.782 rund 20% mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen und die Quote betrug 5,4%.

Wolfgang Gold, Leiter der Agentur für Arbeit Suhl, fasst die aktuelle Lage zusammen:

  • Gegenüber dem Vormonat trat die saisonal übliche Reduzierung der Arbeitslosigkeit ein. So verringerte sich der Bestand an Arbeitslosen besonders in den grünen Berufen (- 6 %) und im Bereich Bau/Architektur/ Vermessung sogar um 8,5 Prozentpunkte.
  • Mit 6.308 freien Arbeitsstellen erreicht der Bestand einen erneuten Peak. Nur 995 Stellen konnten im letzten Monat besetzt werden.
  • 1.401 Jugendliche und junge Menschen wurden bisher für die Ausbildungsvermittlung gewonnen. Der überwiegende Teil der Bewerber*Innen kommt aus dem Wartburgkreis und dem Landkreis Schmalkalden/ Meiningen.

Personengruppen:

6.082 Männer sind im Berichtsmonat arbeitslos gemeldet. Ihr prozentualer Anteil am gesamten Bestand beträgt 59,2 %. Gegenüber dem Vormonat konnten jedoch 274 männliche Personen (- 4,3 %) die Arbeitslosigkeit beenden.

4.184 bzw. 40,8 % der Arbeitslosen sind Frauen. Gegenüber dem Vormonat verringerte sich ihr Anteil um nur 1,8 % bzw. 77 Personen.

8,5 Prozent bzw. 868 jungen Menschen bis 25 Jahren sind im Berichtsmonat arbeitslos gemeldet, 30 bzw. 3,3% weniger als im Februar. „Die Jugendarbeitslosigkeit wird sich in den nächsten Monaten weiter verringern. Teilweise erschwert eine noch fehlende Mobilität, besonders in den ländlich geprägten Regionen, eine zeitnahe Arbeitsaufnahme“, sagt Wolfgang Gold.       

Auch der Anteil der Älteren ab 50 Jahren verringerte sich gegenüber dem Vormonat um 156 bzw. 3,5%, 4.304 Betroffene zählt diese Personengruppe, 75 % sind jedoch älter als 55 Jahre und die Vermittlungsaussichten sind altersbedingt ungünstiger.  

37 Prozent (3.815) aller Arbeitslosen sind länger als 12 Monate arbeitslos. Im Berichtsmonat verringerte sich deren Bestand gegenüber dem Vormonat um 2,2% bzw. 86 Personen. Im März letzten Jahres waren mit 4.178 Betroffenen noch 363 bzw. 8,7% mehr Menschen als heuer als langzeitarbeitslos registriert.

986 schwerbehinderte Menschen sind aktuell arbeitslos gemeldet, 2,4% bzw. 24 Arbeitslose weniger als im Vormonat und 101 bzw. 9,3 % weniger als noch vor einem Jahr.   

Entwicklung in den Regionen:

Im Landkreis Sonneberg bliebt die Quote stabil bei 4,2%, in allen anderen Regionen verringerte sie sich zwischen 0,1 und 0,3%. Die Arbeitslosenquote in der Stadt Suhl beträgt 5,3%, diese verkleinerte sich jedoch gegenüber zum Vormonat um 0,3 %. Der Wartburgkreis und Landkreis Hildburghausen verzeichnet einen Rückgang um 0,1% und der Landkreis Schmalkalden/Meiningen um 0,2 Prozentpunkte. Der südlichste Landkreis der Suhler Arbeitsagentur Hildburghausen ist mit einer Quote von 3,8% am geringsten von Arbeitslosigkeit betroffen, die Stadt Suhl am stärksten (5,3%).

Arbeitsmarkt:

6.308 freie Stellen stehen zur Vermittlung zur Verfügung. Das sind 161 bzw. 2,6% mehr als vor einem Monat. Vor einem Jahr waren nur 4.460 Stellen im Bestand, 30 % weniger als heuer. 

Südwestthüringer Unternehmen meldeten allein im Berichtsmonat 1.165 neue Stellen. „Einen deutlichen Zuwachs an Stellen registrieren wir mit einem Plus von 132 Stellen im Berufsfeld der Fertigung/Produktion, insgesamt sind 2.700 offene Stellen nur allein in dieser Branche zu besetzen,“ so Gold. Gegenwärtig werden bereits rund 1.000 arbeitslos gemeldete Menschen in Maßnahmen der Weiterbildung bzw. beruflichen Wiedereingliederung für den Arbeitsmarkt qualifiziert.

Ausbildungsmarkt:

„Obwohl die Schülerzahlen leicht gestiegen sind, liegen wir in der Gewinnung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen für duale Ausbildungsberufe noch auf dem Niveau des letzten Jahres (1.419).

Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr zeigt sich hier eine Differenz von 12 % (-183). Besonders in den Landkreisen Hildburghausen, Sonneberg und Suhl sind heuer die Bewerberzahlen gegenüber den Vorjahren rückläufig. „Hier werden zusätzliche Anstrengungen erforderlich sein, um explizit für die duale Ausbildung zu werben,“ versichert Gold.

2.083 betriebliche Ausbildungsstellen wurden bisher gemeldet, das sind 360 Stellen mehr als im März 2021, jedoch 122 Ausbildungsstellen weniger als 2019/2020.

„Wir spüren durchaus Verunsicherung bei der Berufswahlentscheidung, welche vorwiegend auf die Auswirkungen der Pandemie zurückzuführen sind,“ sagt Gold. Wichtig sei es jetzt, dass Schüler*innen wieder Vertrauen in den doch robusten heimischen Arbeitsmarkt fassen, ergänzt der Leiter. Praktika, Online- und „BIZ vor Ort“- Veranstaltungen in den Osterferien sollen die Entscheidung für einen Beruf erleichtern.

Entwicklung in den Rechtskreisen:

Knapp 44 Prozent (4.495) aller Arbeitslosen gehören zum Rechtskreis SGB III und 56% (5.771) sind dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. In beiden Rechtskreisen entwickelt sich die Arbeitslosigkeit rückläufig, wenn auch sehr unterschiedlich. 328 Personen (-6,8%) aus dem Rechtskreis SGB III konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, jedoch nur 23 (- 0,4%) im Rechtskreis SGB II.

Gold erklärt: „In beiden Rechtskreisen wird der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit eine Mammutaufgabe der kommenden Jahre sein, die gemeinsam von Arbeitsagentur und Jobcenter bewältigt werden muss. 76 % aller Langzeitarbeitslosen gehören aktuell dem Rechtskreis SGB II an,“.