29.10.2020 | Presseinfo Nr. 72

Corona hat den Arbeitsmarkt fest im Griff

Aktuell sind im gesamten Agenturbezirk 12.245 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 212 bzw. 1,7% weniger als im Vormonat September, jedoch 2.479 bzw. 25,3% mehr gegenüber dem Vorjahrsmonat. Die Arbeitslosenquote beträgt 5,2%. Im September betrug sie 5,3 % und im Vorjahreszeitraum konnte die Südwestthüringer Arbeitsagentur eine Quote von 4,1 Prozentpunkten bekannt geben.

„Ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um 0,1% ist kaum spürbar. Die kommenden Monate werden für den Arbeitsmarkt in Südwestthüringen schwierig. Zumal zusätzlich der saisonal bedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Herbst- und Wintermonaten zu erwarten ist“ so Wolfgang Gold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Suhl.

Aktuell lässt sich die Entwicklung des Arbeitsmarktes unter der Pandemie nur schwer einschätzen. Die Arbeitsagenturen setzen vordergründig auf die zügige Gewährung von Entgeltersatzleistungen, wie Arbeitslosengeld und Kurzarbeitergeld. Zugleich investieren die Agenturen in Weiterbildungsprogramme.

Entwicklung in den Landkreisen

Innerhalb des Agenturbezirkes ist weiterhin eine unterschiedliche Ausprägung der Arbeitslosigkeit festzustellen. Gegenüber dem Vormonat bleibt der Landkreis Hildburghausen weiter auf einem relativ niedrigen Niveau mit 4,0% (-,01%), der Wartburgkreis konnte die Werte des Vormonats halten (5,2%), die Stadt Eisenach registriert aktuell eine Quote von 7,9%, -0,1 Prozentpunkte. „Die Gründe dafür liegen in der Verteilung der Branchen und Unternehmen in den örtlichen Landkreisen und Städten. Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage sind diese wenig veränderbar“. So beschreibt Wolfgang Gold die Struktur im Agenturbezirk, welcher sich von Eisenach bis Sonneberg erstreckt.

Offene Arbeitsstellen

Aktuell befinden sich 4.282 offen Arbeitsstellen im Bestand der Agentur. 930 wurden Oktober 2020 neu gemeldet. Das sind 187 bzw. 25,2% mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Bestand an offenen Stellen um 27% bzw. 1.580 verringert. “Wir freuen uns über jede neu gemeldete Arbeitsstelle. Unsere Vermittlungsaktivitäten laufen auf Hochtouren“ berichtet Wolfgang Gold.   

Rechtskreise SGB III / SGB II

Im Rechtskreis SGB III wurden im Berichtsmonat 6.338 arbeitslose Personen registriert, 86 bzw. 1,3% weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum jedoch 44,0% bzw. 1.936 Menschen mehr. 

5.907 Personen waren im Rechtskreis SGB II im Monat Oktober 2020 gemeldet, 126 bzw. 2,1 % weniger als im September 2020, das sind aber nur 540 bzw. 10,1% mehr als im Vorjahresmonat. Im Rechtskreis SGB III befindet sich der überwiegende Anteil an arbeitslos gemeldeten Menschen. Das sind Personen, die aus einer versicherungspflichtiger Beschäftigung nun von Arbeitslosigkeit betroffen sind.

Der Ausbildungsmarkt im Berichtsjahr 2019/2020

Das Berichtsjahr 2019/2020 beginnt am 01.10.2019 und endet am 30.09.2020.

In diesem Zeitraum wurden der Arbeitsagentur Suhl insgesamt 2.270 offene Ausbildungsstellen gemeldet. Das sind 632 bzw. 21,8% weniger als im letzten Berichtsjahr 2018/2019. „Leider müssen wir auch bei der Anzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen einen Rückgang feststellen. So wie sich der Arbeitsmarkt entwickelt, so spiegelt sich auch die Lage am Ausbildungsmarkt wieder“ erklärt Gold. Das produzierende Gewerbe mit -342 bzw. -25,1 % weniger gemeldeten Stellen ist besonders stark von dieser Entwicklung betroffen.

“Hier sind eindeutig die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren!“ informiert der Agenturchef. Von den 2.270 offenen Ausbildungsstellen wurden 1.938 besetzt, unbesetzt blieben 332. Im letzten Berichtsjahr waren nur noch 102 unbesetzte Ausbildungsstellen im Bestand.

Im aktuellen Berichtsjahr haben sich 1.953 Bewerber gemeldet, 305 bzw. 13,5% weniger als 2018/2019. Unversorgt blieben in diesem Berichtsjahr 76 Bewerber, im Vorjahreszeitraum waren nur 37 Bewerber ohne Ausbildungsplatz. 

Als Bewerber zählen nur Jugendliche und junge Erwachsene, die einen dualen Ausbildungsberuf anstreben. „Wir haben bereits im laufenden Berichtsjahr beobachtet, dass sich Schülerinnen und Schüler verstärkt mit Alternativen zur dualen Ausbildung beschäftigten. Die unsichere Lage der Wirtschaft war natürlich auch für viele Jugendliche und ihre Eltern ein Indikator, ihre Berufswahl nochmals zu überdenken. Unser gemeinsames Ziel wird es sein, junge Menschen intensiv bei ihrer beruflichen Orientierung zu unterstützen und auf unsere regionalen Angebote aufmerksam zu machen“ sichert der Leiter der Arbeitsagentur zu. Als Ergänzung zum telefonischen Beratungsgespräch wird aktuell die Videoberatung eingeführt, welche unabhängig vom Infektionsgeschehen zur Verfügung steht.