29.04.2021 | Presseinfo Nr. 25

Südwestthüringen: Arbeitslosigkeit auf Vorjahresniveau

Im Berichtsmonat April 2021 sind in der Suhler Arbeitsagentur 12.307 Personen arbeitslos gemeldet, 475 Betroffene bzw. 3,7 Prozent weniger als im März 2021. Genau vor einem Jahr wurden mit 12.118 Personen 189 bzw. 1,6 Prozent weniger Arbeitslose registriert.

Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 5,2 Prozent, 0,2 Prozentpunkte weniger als noch vor einem Monat. 0,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.    

„Der Monat April ist typisch für die jährliche Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt. Erfreulich ist, dass sich der Rückgang auch in der pandemiebedingten Arbeitslosigkeit fortsetzt. So ist neben den Wirtschaftsbereichen Bau, Architektur ( -13 %) und grünen Berufen (-5 %) auch in der Produktion/ Fertigung (-5%) der Anteil an Arbeitslosen rückläufig, ein Zeichen für eine branchenübergreifende leichte Entspannung am regionalen Arbeitsmarkt,“ erklärt Eckhard Lochner, Geschäftsführer operativ der Suhler Arbeitsagentur.

Personenkreise:

57 Prozent der Arbeitslosen sind Männer (7.041). Deren Anteil am gesamten Bestand verringerte sich innerhalb eines Monats um 6 Prozent bzw. um 455 Männer, bei Frauen im gleichen Zeitraum um nur 0,4 Prozent bzw. um 20 weibliche Arbeitslose. Lochner kennt die Gründe für die derzeit unterschiedliche geschlechterspezifische Entwicklung: „Typische Berufsfelder, in denen Frauen beschäftigt waren, wie Hotellerie/ Tourismus, verarbeitendes Gewerbe und Handel sind weiterhin von den Auswirkungen der Corona-Pandemie stark betroffen. Geplante Einstellungen werden jedoch aufgrund des erneut verlängerten Lockdowns immer wieder verschoben, während in Saisonberufen überwiegend Männer ein- bzw. wiedereingestellt wurden.“

40 Prozent aller Arbeitslosen sind 50 Jahre und älter, doch ihr Anteil sinkt. So konnten im April 2021 knapp 200 ältere Arbeitslose ihre Arbeitslosigkeit beenden, das entspricht einem Rückgang von 3,8% gegenüber dem Vormonat März 2021. Vor einem Jahr zählte die Arbeitsagentur noch 250 mehr ältere Arbeitslosen im Bestand.    

Entwicklung in den Regionen

Innerhalb der Flächenagentur Suhl reduzierte sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis Schmalkalden/ Meiningen um -0,3 Prozent. In den unmittelbaren Nachbarlandkreisen Hildburghausen und Wartburgkreis um -0,2 Prozent und in Suhl -0,1 %. Keine Veränderungen gegenüber dem Vormonat im Landkreis Sonneberg und in der kreisfreien Stadt Eisenach.

Ausbildungsmarkt:       

Im April 2021 sind im Agenturbezirk Suhl 1.530 Bewerber*Innen für einen dualen Ausbildungsberuf gemeldet, gegenüber dem Vorjahr 112 Bewerber*Innen bzw. 6,8 Prozent weniger Ausbildungsplatzsuchende. Vergleicht man das aktuelle Berichtsjahr mit dem Jahr vor der Pandemie (2018/2019), lässt sich die Situation anschaulicher abbilden: So waren im April 2019 mit 1.899 Bewerbern 20 Prozent mehr junge Menschen Ausbildungssuchend gemeldet. „Die Lage am Ausbildungsmarkt ist besonders auffällig, Wir spüren bei einem Teil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine sehr starke Verunsicherung bei deren Berufswahlentscheidung.  Mehr Schulabsolventen als sonst interessieren sich für Überbrückungsmöglichkeiten, anstelle in einen Ausbildungsberuf einzumünden. Gezielte Berufsorientierung soll diese besondere Situation abfedern und für eine Entscheidungsfindung Mut machen,“ so Geschäftsführer Lochner.

Stellenmarkt:

Im Bestand befinden sich aktuell 4.473 Arbeitsstellen, die zur Vermittlung zur Verfügung stehen, 13 Stellen bzw. 0,3 Prozent mehr als im März 2021. Im Vergleich zum April des letzten Jahres ein Rückgang um 12 Prozent bzw. 628 Stellen. Im aktuellen Berichtsmonat wurden 892 neue Stellen der Arbeitsagentur gemeldet, ein Plus von 8,5%. „Unternehmen signalisieren ihr Interesse an mehr Personal, besonders in den Wirtschaftszweigen Land-, Forst, Tierwirtschaft und Gartenbau (+ 6,6%) und in der Verwaltung (5,5%). Ein leichter Rückgang ist im Berufsbereich Fertigung/Produktion festzustellen, ein bemerkbarer mit knapp 5 Prozent im Handel, Vertrieb und Tourismus“, sagt Lochner.

Noch deutlicher zeigen die zur Vermittlung registrierten Ausbildungsstellen die derzeitige Lage am Ausbildungsmarkt: seit dem 01.10.2020 meldeten die Unternehmen in Südwestthüringen 1.837 offene Ausbildungsstellen, 171 bzw. 8,5 Prozent weniger als noch vor 12 Monaten. Vor 24 Monaten waren es im April 2019 noch 2.494 Stellen, 25 Prozent mehr als heute.

Entwicklung in den Rechtskreisen (SGB III / SGB II):

5.892 Menschen sind im Rechtskreis SGB III arbeitslos gemeldet. Im Berichtsmonat mussten sich 768 Betroffene aus versicherungspflichtiger Erwerbstätigkeit neu arbeitslos melden, ein Rückgang gegenüber dem Vormonat um 3 Prozent.   

„Der Zugang an neuen Arbeitslosmeldungen im Rechtskreis SGB III ist auch ein Indiz für die wirtschaftliche Lage in den Regionen“ so Lochner und ergänzt: „Derzeit fehlen viele Beschäftigungsmöglichkeiten. Mit Weiterbildung kann die Zeit der Arbeitslosigkeit sinnvoll genutzt werden. Qualifizierung verbessert langfristig die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Eine Vielzahl von Weiterbildungsangeboten stehen der Arbeitsagentur Suhl zur Verfügung.“

Im Rechtskreis SGB II sind 6.415 Personen als arbeitslos registriert, ein Anstieg um 195 Betroffene bzw. 3,1 % gegenüber dem letzten Monat. Auffällig hoch ist der Anteil an Langzeitarbeitslosen, die sich in der Betreuung der Jobcenter/kommunale Träger befinden und oft mehrere Vermittlungshemmnisse aufweisen. Zudem sind viele niedrigschwellige Arbeitsmöglichkeiten durch die Auswirkungen der Pandemie weggebrochen,“ erklärt Lochner. Geplante Maßnahmen zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit konnten wegen pandemiebedingter Beschränkungen flächendeckend nicht beginnen.