31.08.2021 | Presseinfo Nr. 46

Südwestthüringen: Wenig Bewegung auf dem regionalen Arbeitsmarkt - Quote stagniert bei 4,6 Prozent

„Aktuell verzeichnet Südwestthüringen mit 10.869 arbeitslos gemeldeten Personen eine Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent,“ erklärt Wolfgang Gold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Suhler Arbeitsagentur.


 

Der Bestand an Arbeitslosen verringerte sich gegenüber dem Vormonat um nur 8 Arbeitslose bzw. 0,1 Prozentpunkte, die Quote verbleibt daher unverändert auf 4,6 %.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind heuer jedoch 2.306 bzw. 17,5 Prozent weniger Menschen als arbeitslos registriert. Im August vor Beginn der Pandemie (2019) wurden 10.108 Arbeitslose gezählt, die Quote lag bei 4,2 Prozent.     

Personenkreise:

Im Fokus der aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt stehen weiterhin junge Menschen. So stieg deren Anteil gegenüber dem Vormonat um 184 junge Menschen bzw. 18,6 Prozent auf 1.171. Im August letzten Jahres waren jedoch 350 bzw. 23 Prozent mehr Jugendliche und Jüngere bis 25 Jahren von Arbeitslosigkeit betroffen. 

Gold klärt auf: „Die Gründe liegen, wie immer in den Sommermonaten, in der Beendigung von Schul- und Berufsausbildung. Wir gehen daher im Folgemonat von einem deutlichen Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit aus,“. 

Während sich der Bestand an männlichen Arbeitslosen innerhalb eines Monats um 85 bzw. 1,4 % verringerte (6.061), stieg dieser bei den weiblichen Personen um 1,6 % bzw. 77 gegenüber dem Vormonat auf 4.808 an. Männer sind mit einem Anteil von 56 % weiterhin stärker von Arbeitslosigkeit als Frauen betroffen.

Knapp 40 % aller Arbeitslosen sind 50 Jahre und ältere, ihr Anteil reduzierte sich gegenüber dem Vormonat um 116 bzw. 2,6 Prozent.

10 Prozent (1.133) der arbeitslos gemeldeten Personen sind Ausländer, deren Bestand stieg um 0,8 Prozent bzw. 9 Personen.

Kurzarbeit:

Bei der Betroffenheit der kurzarbeitenden Betriebe weist der Agenturbereich Suhl vergleichsweise Werte über dem Landesdurchschnitt auf. Die Gründe liegen in der kleinteiligen Wirtschaftsstruktur Südwestthüringens, geprägt von Betrieben des Handwerks, dem verarbeitenden Gewerbe, dem Tourismus und der Zulieferindustrie.      

„Im Juli 2021 mussten rund 17 Prozent der 11.500 ansässigen Unternehmen auf das Instrument Kurzarbeit zurückgreifen“ sagt der Leiter der Behörde. Gegenüber dem Vormonat sind im Juli jedoch 220 Anträge weniger auf Kurzarbeitergeld eingegangen. Ein Rückschluss auf den Umfang der tatsächlichen Arbeitsausfälle lässt sich daraus aber nicht ableiten, Arbeitsausfälle können zwischen 10 und 100 Prozent schwanken.    

Entwicklung in den Regionen:

In allen Regionen der Suhler Flächenagentur sind nur minimale bzw. keine Veränderungen gegenüber dem Vormonat sichtbar. So reduzierte sich im Wartburgkreis und im Landkreis Sonneberg die Arbeitslosenquote um 0,1 %, im Landkreis Schmalkalden/Meiningen stieg diese um 0,1 % an, während in der Stadt Suhl und im Landkreis Hildburghausen die Quote stabil blieb.

Ausbildungsmarkt:

Von den 1.835 gemeldeten Bewerbern für duale Berufsausbildungsstellen sind noch 317 bzw.17 Prozent unversorgt. 39% bzw. 838 Ausbildungsstellen sind noch nicht besetzt. „Damit liegen wir annähernd auf dem Niveau des Berichtsjahres vor der Pandemie “ fast Gold zusammen und ergänzt: „Das aktuelle Berichtsjahr endet ja erst am 30.09.2021, bis dahin gibt es bestimmt nochmal einen kräftigen Ruck auf dem heimischen Ausbildungsmarkt,“. Duale Ausbildungsverhältnisse können ja unabhängig vom Berichtsjahr aufgenommen werden. Unterstützung bei einem verspäteten Eintritt bieten die flexiblen Maßnahmen der assistierten Ausbildung.

Stellenmarkt:  

Aktuell befinden sich 5.416 offene Arbeitsstellen im Bestand der Suhler Arbeitsagentur, das sind 192 bzw. 3,7 Prozent mehr als noch vor einem Monat und 948 Stellen bzw. 21 % mehr als im August 2020.

„Die Nachfrage an Arbeitskräften steigt stetig an. Allein in diesem Monat meldeten Unternehmen 1.056 neue Stellen. Der Stellenzugang im August letzten Jahres war von den Auswirkungen der Pandemie geprägt, der Zuwachs betrug nur 725, 30 % weniger als heuer“, so Gold. Gesucht werden überwiegend Fachkräfte, es gibt aber auch viele Stellen im Helferbereich. Aktuell befinden sich 3.586 Arbeitslose (33 %) in Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik, um ihre individuelle Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern.

Entwicklung in den Rechtskreisen:

Die Rechtskreise SGB III und SGB II haben sich im Berichtsmonat unterschiedlich entwickelt. Im Rechtkreis SGB III sank der Anteil gegenüber dem Vormonat um 25 Personen bzw. 0,5 Prozent. Mit 6.001 Betroffenen ist der Anteil im Rechtskreis SGB II innerhalb von einem Monat um 17 Arbeitslose bzw. 0,3 % angestiegen. Übertritte aus dem Rechtskreis SGB III können den Anstieg begründen. Denkbar sind jedoch auch Zugänge aus Selbstständigkeit oder nach fehlender Erwerbstätigkeit.