02.03.2021 | Presseinfo Nr. 13

Der Arbeitsmarkt in Südwestthüringen

Im aktuellen Berichtsmonat Februar 2021 sind 13.275 Personen in der Suhler Arbeitsagentur arbeitslos gemeldet. Das sind gegenüber dem Vormonat ein Rückgang um 18 Betroffene bzw. 0,1 %.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat Januar 2020 ist ein Anstieg der Arbeitslosigkeit um 2.204 Personen bzw. 19,9% festzustellen. Die Arbeitslosenquote beträgt weiterhin 5,7 Prozent, keine Veränderung zum Vormonat.

„Die Lage am Arbeitsmarkt ist derzeit stabil. Es bestehen weiterhin Überlagerungen der saisonalen und pandemiebedingten Arbeitslosigkeit. In Südwestthüringen sind viele klein- und mittelständige Unternehmen angesiedelt, sie befinden sich aktuell noch in einer positiv abwartenden Haltung und hoffen nach Beendigung des Lockdowns und dem klassischen Osteraufschwung auf eine schnelle Rückkehr ins Marktgeschehen. Diese Situation beeinflusst auch den Ausbildungsmarkt nachhaltig.“ erklärt Wolfgang Gold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Suhl.

Personengruppen

Sowohl im Bestand als auch am Zugang an arbeitslos gemeldeten Personen ist der Anteil von männlichen Arbeitslosen höher als der Anteil bei Frauen. Im Berichtsmonat sind 59% der Arbeitslosen Männer, nur 40,8% Frauen. Die Gründe liegen in den geschlechtertypischen Berufsgruppen. Diese sind unterschiedlich stark betroffen, sowohl von der saisonalen als auch pandemiebedingten Entwicklung des Arbeitsmarktes. Ein leichter Rückgang ist bei den älteren Arbeitsnehmern festzustellen (-0,6%), dagegen nahm der Anteil an Jüngeren im Alter von 20 bis 25 Jahren um 4,5 % bzw. 51 Personen zu. „Hier gilt es, die Gründe zu analysieren, Handlungsbedarfe zeitnah zu erkennen und mit gezielten Maßnahmen diesem Trend entgegenzuwirken.“ so Gold. Der Agentur für Arbeit Suhl stehen individuelle Instrumente der aktiven Arbeitsmarktförderung zur Verfügung, dazu zählen Qualifizierung, Maßnahmen beim Arbeitgeber oder auch Maßnahme zur aktiven Unterstützung im Bewerbungsprozess.

Entwicklung in den Regionen

Nur in der Stadt Eisenach ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen (+ 0,2 Prozent). In weiteren Landkreisen der Flächenagentur blieb die Quote gegenüber dem Vormonat stabil, im Wartburgkreis sank sie um 0,1 Prozent. Die Steigerung der Quote in Eisenach lässt Rückschlüsse auf die örtliche Arbeitgeberlandschaft mit Schwerpunkt Automobilindustrie/ Hotellerie zu, die weiterhin stark unter den Auswirkungen der Pandemie leidet.     

Gemeldete Arbeitsstellen

„Wir beobachten einen Zugang an neu gemeldeten Stellen. Wir hoffen, dass sich dieser positive Trend fortsetzen wird.“ so erläutert Wolfgang Gold die aktuelle Lage auf dem Stellenmarkt.     

Unternehmen meldeten im Berichtsmonat 944 neue Arbeitsstellen, das sind 326 bzw. 52,8 % mehr als noch im Vormonat als neu registriert wurden. Im Bestand der Suhler Arbeitsagentur befinden sich aktuell 4.396 offene versicherungspflichtige Arbeitsstellen zur Vermittlung. Das sind jedoch 1.098 bzw. 20% weniger freie Stellen als im Februar letzten Jahres, die zur Vermittlung zur Verfügung gestanden haben.

Im Berufsfeld Fertigung/ Produktion, welches von den Auswirkungen der Pandemie besonders betroffen war und ist, sind aktuell 1.987 freie Stellen gemeldet, ein Anstieg gegenüber dem Vormonat um 6,4 % bzw. 119 Stellen. Ebenfalls steigerte sich die Anzahl an freien Stellen im Wirtschaftszweig Büroorganisation, Buchhaltung, Verwaltung um 12,1 % bzw. 24 Arbeitsplätze. Andere Wirtschaftsfelder ziehen nach, nur im Bereich Verkehr/Logistik ist der leichte Aufschwung noch nicht eingetreten, der Anteil an offenen Stellen reduzierte sich erneut um 2,4 % bzw. um 15 Arbeitsstellen. 

Ausbildungsmarkt 2021

Im aktuellen Berichtsjahr (01.10.2020 – 30.09.2021) sind derzeit 1.252 Jugendliche Bewerber für eine betriebliche Ausbildungsstelle in der Suhler Arbeitsagentur gemeldet. Das sind 12 % weniger als im letzten Berichtsjahr. Jugendliche, die ausschließlich eine schulische Ausbildung anstreben oder eine weiterführende Schule besuchen wollen, werden nicht als Bewerber gezählt.

Bei der Betrachtung der aktuell 1.636 zur Vermittlung gemeldeten Ausbildungsstellen ist ein Rückgang um 10 % feststellen. „Wir beobachten die Entwicklung des Ausbildungsmarktes mit Sorge. Es gilt gemeinsam mit allen Akteuren am Ausbildungsmarkt eine Lösung zu finden. Einen Corona- Jahrgang darf es nicht geben. Fachkräftemangel und Demographie belasten bereits seit Jahren die wirtschaftliche Entwicklung, die Auswirkungen der Pandemie verschärfen die Lage auf dem Ausbildungsmarkt weiter“ so der Leiter der Agentur.

Entwicklung in den Rechtskreisen

Im Rechtskreis SGB III sind im Berichtsmonat 7.088 Arbeitslose gemeldet, 157 bzw. 2,2 % weniger als im Januar 2021, ein Anteil am gesamten Bestand an arbeitslos gemeldeten Personen von 53,4%. Im Rechtskreis SGB II sind aktuell 6.187 Betroffene registriert, 139 Menschen bzw. 2,3 % mehr als im Vormonat. Der höhere Bestandteil an Kunden im Rechtskreis SGB III ist weiterhin auf die Zugänge aus versicherungspflichtiger Beschäftigung zurückzuführen. „In diesem Monat können wir einen leichten Rückgang an Bestandskunden im SGB III feststellen, ein positives Signal, mehr leider noch nicht.“ erklärt der Leiter der Suhler Arbeitsagentur Wolfgang Gold.