31.03.2021 | Presseinfo Nr. 20

Nur leichte Entspannung am Arbeitsmarkt

Im aktuellen Berichtsmonat März 2021 sind in der Suhler Arbeitsagentur 12.782 Personen arbeitslos gemeldet.

Das sind 493 bzw. 3,7 Prozent weniger als im Vormonat, jedoch 2.120 bzw. 19,9 Prozent mehr als im März vorigen Jahres. Die Arbeitslosenquote beträgt 5,4 Prozent, ein Rückgang gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent.

Wolfgang Gold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Suhl kommentiert diese leichte Tendenz als „kleinen Lichtblick“ und sieht darin überwiegend ein erstes Zeichen der typisch saisonalen Frühjahrsbelebung. „Wir können auch in diesem Monat einen höheren Abgang aus Arbeitslosigkeit (- 2.554) als Zugänge in Arbeitslosigkeit (+ 2.077) feststellen. Das ist ein gutes Zeichen, aber nur eine Momentaufnahme. Wir werden die kommenden Monate abwarten müssen, wie sich der Südthüringer Arbeitsmarkt entwickeln wird“ so Gold. So ist davon auszugehen, dass diese Entwicklung nicht ausschließlich in der saisonalen Belebung in den Außenberufen zugrunde liegt, sondern sich auch Anteile in der pandemiebedingten Arbeitslosigkeit leicht reduziert haben.

Personenkreise

Männer sind mit rund 59 % weiterhin häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen. Deren Anteil am gesamten Bestand aller Arbeitslosen ist jedoch um 4,7 Prozent gesunken, bei Frauen nur um 2,3 Prozentpunkte. Der Personenkreis der jüngeren Arbeitslosen reduziert sich gegenüber dem Vormonat um 2,8 %, er beträgt jedoch 9,1 Prozent am gesamtem Bestand an Arbeitslosen. Auch der Anteil an älteren Arbeitslosen hat sich um 3,7 Prozent gegenüber dem Vormonat verringert. Der Anteil der 50- jährigen und Älteren ist mit rund 40 Prozent verhältnismäßig hoch, verringerte sich jedoch im Berichtsmonat um 3,7 % bzw. 199 Personen. „In diesem Personenkreis sind die Gründe für diesen vergleichsweise hohen Bestand vielschichtig. Es gilt, Bedarfe festzustellen und entsprechend gegenzusteuern.“ so der Leiter der Arbeitsagentur.

Entwicklung in den Regionen

In allen Landkreisen der Suhler Flächenagentur hat die Arbeitslosigkeit abgenommen. In den Regionen Hildburghausen und Wartburgkreis hat sich die Quote um 0,3 % verringert, in allen weiteren Landkreisen um -0,2 %.  

Ausbildungsmarkt

Die Entwicklung am Ausbildungsmarkt überschattet den leichten Aufwärtstrend in Südwestthüringen. „Mit 1.723 gemeldeten Ausbildungsstellen befinden sich aktuell 12 % weniger im Bestand als noch im letzten Berichtsjahr. Zudem stehen rund 10% weniger Bewerber zur Ausbildungsvermittlung zur Verfügung. Ein sehr bedenklicher Trend, besonders in Zeiten von Demographie, Fachkräftemangel und Wandel in der Arbeitswelt.“ so der Leiter der Suhler Arbeitsagentur. „Der Gesetzgeber hat reagiert und mit einem Ausbau der Ausbildungsprämie für Unternehmen Anreize für mehr Ausbildungsplätze ermöglicht. Wir hoffen auf eine gesteigerte Nachfrage der Betriebe und werden die Ausbildungsprämie auch weiterhin offensiv bewerben.“         

Stellenmarkt

Im Bestand der Suhler Arbeitsagentur befinden sich aktuell 4.460 freie Arbeitsstellen, die zur Vermittlung zur Verfügung stehen. Im aktuellen Berichtsmonat wurden der Behörde 822 neue freie Stellen gemeldet. Das sind 122 bzw. 12,9 Prozent weniger als noch im Vormonat als neu zu besetzende Stellen in der Agentur eingegangen sind. Im März letzten Jahres standen noch 5.703 Stellen zur Vermittlung zur Verfügung. Der Rückgang um nahezu 20% macht das Ausmaß der aktuellen Lage sichtbar. „Regionale Unternehmen sind weiterhin zurückhaltend bei der Meldung und Besetzung freier Stellen. Viele Betriebe befinden sich noch in Kurzarbeit, auch wenn die Höhe des Arbeitsausfalls sowohl regional als auch in den Branchen sehr unterschiedlich ausfällt“ informiert Gold.

Entwicklung in den Rechtskreisen

Im Rechtskreis SGB III waren im Berichtsmonat 6.562 Personen arbeitslos gemeldet,

ein Rückgang gegenüber dem Vormonat um 526 Arbeitslose bzw. 7,4 Prozentpunkte. Damit beträgt der Anteil der arbeitslos gemeldeten Menschen im Rechtskreis SGB III 51,3 Prozent. Ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit wurde im gleichen Zeitraum im Rechtskreis SGB II mit 33 bzw. 0,5 Prozent mehr Arbeitslose registriert. Damit zählen 6.220 Personen in diesem Rechtskreis als arbeitslos, ein Anteil am gesamten Bestand aller Arbeitslosen von 48,7 Prozent.

Geschäftsführer Gold ist positiv abwartend und erklärt: “Zugänge in den Rechtskreis SGB III bedeuten überwiegend Entlassungen aus versicherungspflichtiger Beschäftigung. Diese Entwicklung konnte, neben weiterer Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld, zu mindestens erstmal gebremst werden!“