02.12.2020 | Presseinfo Nr. 81

Kurzarbeit rettet die Quote - 5,1 % in Südwestthüringen

Im Berichtsmonat sind 12.007 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 238 bzw. 1,9 Prozent weniger als im Monat Oktober 2020, jedoch 2.353 bzw. 24,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

 

Die Arbeitslosenquote beträgt im November 2020 5,1 Prozent, 0,1 Prozent weniger als im Oktober 2020, aber 1,1 Prozent mehr als im Vorjahresvergleich. „Aktuell halten wir die Arbeitslosigkeit auf einem gleichmäßigen hohen Niveau, wie schon in den letzten Monaten zu beobachten war. Zu Beginn der Wintersaison spüren wir heute noch keinen zusätzlichen saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit“ kommentiert Wolfgang Gold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Suhler Arbeitsagentur die aktuelle Lage am Arbeitsmarkt in Südwestthüringen. 

Auch in diesem Monat sind mit 57,7 Prozent bzw. 6.926 mehr Männer als Frauen von Arbeitslosigkeit betroffen. Begründet ist dieses Faktum in der branchenüblichen und geschlechterspezifischen Verteilung der Arbeitskräfte am Arbeitsmarkt, wogegen sich im Vergleich zum Vormonat mehr Frauen als Männer neu arbeitslos gemeldet haben. „Zugänge beobachten wir in den Wirtschaftsbereichen Handel, Vertrieb und Tourismus, aber auch bei Kultur und Gestaltung. Das sind Tätigkeitsfelder, in den häufiger Frauen beschäftigt sind und die nun Auswirkungen der Corona-Pandemie sind“ stellt der Chef der Suhler Arbeitsagentur fest. „Eine besorgniserregende Entwicklung stellen wir bei den ältere Beschäftigten fest, der Anteil der von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen steigt stetig an, zuletzt um 1,8 Prozent bzw. 64 Menschen. Hier gilt es, Förderbedarfe schnell zu erkennen und gezielt mit gezielter Produktvergabe diesem Kurs entgegen zu wirken.“ so die Aussagen von Wolfgang Gold.

Die höchste Reduzierung an arbeitslos gemeldeten Personen ist bei den jüngeren Personen festzustellen, hier führen Unterstützungsmöglichkeiten durch die Suhler Arbeitsagentur bereits zum Erfolg.     

Kurzarbeit:

Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit lässt deutlich die Auswirkungen der Corona Krise auf den Arbeitsmarkt erkennen. Nachdem von Juni bis September nur noch vergleichsweise wenig neue Anzeigen hinzukamen, stieg die Zahl der Anzeigen mit Beginn des teilweisen Lockdowns im November wieder an.

Wolfgang Gold erklärt: „Kurzarbeit ist ein wichtiges Instrument, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie abzufedern. Nicht zuletzt durch das Kurzarbeitergeld ist der Arbeitsmarkt in Südwestthüringen verhältnismäßig gering von Arbeitslosigkeit betroffen!“

Menschen mit Behinderungen:

Der Anteil von schwerbehinderten Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, beträgt im November 2020 8,8 Prozent bzw. 1.058. Gegenüber dem Vormonat sind das 1,5 Prozent bzw. 16 Personen weniger, jedoch im Vergleich zum Vorjahresmonat sind aktuell 121 Personen bzw. 12,9 Prozent mehr arbeitslos gemeldet.

„Den Arbeitsagenturen stehen umfangreiche Beratungs- und Fördermöglichkeiten zur Verfügung, um die Personengruppen der Schwerbehinderten und Rehabilitanden wieder dauerhaft in eine gesundheitlich passende Tätigkeit einzugliedern“ erklärt der Leiter der Suhler Arbeitsagentur und verweist in diesem Zusammenhang auf die jährlich stattfindende Woche für Menschen mit Behinderung. Wolfgang Gold wirbt: „Am 03.12.2020, dem Tag des behinderten Menschen, wird durch die Beratungsfachkräfte der Beruflichen Rehabilitation und Teilhabe am Arbeitsleben ein zusätzlicher Beratungstag angeboten! Alle Betroffenen und Interessierten können sich unverbindlich beraten lassen!“ so der Appell des Agenturleiters.

Stellenmarkt:

4.331 offene Arbeitsstellen sind aktuell im Bestand der Suhler Arbeitsagentur, im November letzten Jahres waren es 1.230 bzw. 22,1 Prozent mehr. „Wir können einen Anstieg am Bestand und im Zugang an offenen Stellen festzustellen“ so Gold. Im November wurde der Arbeitsagentur 1.137 neue Stellen gemeldet, das sind 207 bzw. 22,3 Prozent mehr noch als im Oktober 2020. „Unserer Vermittlungsaktivitäten laufen auf Hochtouren! Unser Ziel ist es, unsere Kunden zeitnah in den Vermittlungsprozess einzubinden. Dieser so wichtige Prozess wird durch die aktuelle Situation, bei der wir fast ausschließlich auf den persönlichen Kontakt zu unseren Kunden verzichtet müssen, deutlich erschwert. Wir bieten telefonische Beratungsgespräche an, diese ersetzen jedoch nicht vollumfänglich das persönliche Gespräch. Neue Kommunikationsmittel, wie die Videoberatung, werden derzeit durch die Fachbereiche unseres Hauses erprobt und sollen zeitnah in die Fläche gehen.“ informiert Gold. 

Entwicklung in den Regionen:

In der Stadt Eisenach konnte die Arbeitslosigkeit von 7,9% um 0,3 Prozentpunkte auf 7.6 % gesenkt werden, im Wartburgkreis von 5,2 % um 0,2 Prozentpunkte auf 5 %. Im Landkreis Schmalkalden/ Meiningen von 5 % und im Landkreis Sonneberg von 4,6 % reduzierte sich der Anteil jeweils um 0,1 Prozent. Im Landkreis Hildburghausen stieg die Quote um 0,1 Prozent auf 4,1 Prozent an.

Rechtskreise:

Auch im November 2020 ist der größere Anteil von arbeitslos gemeldeten Menschen im Rechtskreis SGB III zu beobachten. Das sind Personen, die überwiegend aus Beschäftigung kommen. Der Bestand an Arbeitslosen im Rechtskreis SGB II hat sich in den letzten Monaten leicht, aber kontinuierlich reduziert und liegt wie im Vormonat bei einem Anteil von 48,2%.