Minimaler Anstieg der Arbeitslosigkeit

Im Berichtsmonat Dezember 2021 waren 9.903 Personen in der Agentur für Arbeit Suhl arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote beträgt 4,2 Prozent.

04.01.2022 | Presseinfo Nr. 1

Gegenüber dem Vormonat zählen 220 bzw. 2,3 Prozent mehr Menschen als arbeitslos, die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 %. Im Dezember 2020 registrierte die Suhler Arbeitsagentur mit 12.052 rund 18 Prozent bzw. 2.149 mehr Arbeitslose. Im Vor-Corona- Dezember 2019 waren 166 mehr Menschen als heuer von Arbeitslosigkeit betroffen.

Wolfgang Gold, langjähriger Leiter der Suhler Behörde, fasst die aktuelle Lage zusammen:

„1. Wir verzeichnen einen leichten, allerdings für die Wintermonate, typischen Anstieg der Arbeitslosigkeit.

2. Negative Effekte der 4. Corona - Welle sind im Bestand der arbeitslos gemeldeten Personen noch nicht sichtbar.   

3. Auffällig ist der wieder angestiegene Eingang von Anzeigen auf Arbeitsausfall. Steht doch hinter jeder Anzeige ein Betrieb oder Betriebsabteilung mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Obwohl Art und Umfang der Arbeitsausfälle sehr unterschiedlich ausfallen, reflektiert es doch die wechselhafte Situation am heimischen Arbeitsmarkt sehr deutlich. Einerseits fehlen Fachkräfte und andererseits führen insbesondere verzögerte Zulieferungen wieder zu mehr Arbeitsausfällen.

4. Und ja, was können wir tun? Priorität hat die zügige Gewährung von Lohnersatzleistungen, wie Arbeitslosengeld und Kurzarbeitergeld. Ein stetiger Fokus liegt auf der Besetzung der vielen freien Arbeitsstellen und der Eindämmung von Langzeitarbeitslosigkeit,“. 

Personenkreise

58 Prozent aller arbeitslos gemeldeten Menschen sind männlich, 42 % sind Frauen. Gegenüber dem Vormonat stieg bei beiden Geschlechtern die Arbeitslosigkeit fast gleichmäßig um 2,5 bzw. 2 % an.

Jüngere Menschen bis 25 Jahre konnten ihren Anteil um 2,4 % verringern, 822 Jugendliche und junge Erwachsene waren im Berichtsmonat arbeitslos gemeldet (8,3%).

43 % (4.188) aller Arbeitslosen sind 50 Jahre und älter. Ihr Anteil stieg gegenüber dem letzten Monat um 2,6 % bzw. 106 Betroffene. 75 Prozent dieses Personenkreises (3.179) sind 55 Jahre und älter.

Deutlich zugenommen hat die Anteil der Langzeitarbeitslosen: so betrug deren Anteil am gesamten Bestand im Dezember 2019 nur 28 %, im Dezember 2020 32 % und heuer knapp 40%. Agenturchef Gold sieht die Gründe überwiegend in den Auswirkungen der Pandemie. Durch wegfallende Beschäftigungsmöglichkeiten konnten sich Menschen, die bereits vor bzw. während der Pandemie arbeitslos waren, nicht wieder in den Arbeitsmarkt eingliedern. Das betrifft besonders viele ältere Arbeitslose. 

Entwicklung in den Regionen

Gegenüber dem Vormonat hat sich die Arbeitslosigkeit in allen Regionen der Suhler Arbeitsagentur, wenn auch nur minimal, verändert. In der Stadt Suhl verringerte sich die Quote um 0,1 % und liegt nun bei 5,1%. Im Wartburgkreis und in den Landkreisen Schmalkalden/Meiningen, Hildburghausen und Sonneberg stieg die Quote um jeweils 0,1 % und liegt nun zwischen 3,5 % in Hildburghausen und 4,6 % im Wartburgkreis.

Arbeitsmarkt

Im Berichtsmonat registriert die Arbeitsagentur 5.835 freie Arbeitsstellen. Das sind 181 bzw. 3,2 Prozent mehr offene Stellen als noch vor einem Monat. Vor 12 Monaten zählte die Behörde mit 4.264 freie Stellen 1.571 bzw. 37 % weniger als heuer. Im Dezember vor der Pandemie standen 5.367 freie Stellen zur Vermittlung zur Verfügung. „Sowohl die Anzahl der arbeitslos gemeldeten Personen als auch die Anzahl der freien Stellen bewegen sich wieder auf dem Niveau von 2019,“ so Gold.      

Im Dezember 2021 meldeten Betriebe und Einrichtungen 1.042 neue Stellen, das sind 123 bzw. 11 % Stellen weniger als im November 2021 als neu gemeldet wurden. Im Dezember 2020 wurden 815 neue Stellen gemeldet, im Dezember 2019 nur 699.

Entwicklung in den Rechtskreisen

43,3% bzw. 4.289 Arbeitslose gehören zum Rechtskreis des SGB III, das sind 106 mehr Menschen als vor einem Monat.  5.614 bzw. 56,7% der arbeitslos gemeldeten Personen sind dem Rechtskreis SGB II zugeordnet, 114 mehr als vor einem Monat.

Während sich insbesondere die Langzeitarbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB III um 2,1 % verringerte, stieg sie um 1,5 % im Rechtskreis SGB II an. Gold erklärt: „Diese Entwicklung resultiert vor allem aus längeren Arbeitslosigkeiten. So beträgt im Berichtsmonat die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB III 206 Tage, im Rechtskreis SGB II jedoch mehr als das Dreifache (688),“.

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