03.05.2022 | Presseinfo Nr. 27

Arbeitsmarkt weiterhin auf Frühlingskurs

  • Arbeitslosigkeit in der Region Trier sinkt erneut
  • Langzeitarbeitslosigkeit weiter im Abwärtstrend
  • Stellenzugang deutlich über Vormonats- und Vorjahresniveau

Ungeachtet der aktuellen Kriegs- und Krisenszenarien setzt sich die günstige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der Region Trier im April weiterhin fort. Gegenüber dem Vormonat hat sich die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen um 480 auf 9.369 verringert. Die Arbeitslosenquote ist von März bis April um 0,2 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent gesunken. Von dieser Tendenz profitieren weiterhin auch die Langzeitarbeitslosen. Ihre Zahl ging seit März um 3,2 Prozent oder, absolut um 97 auf 2.924 Personen zurück. Gegenüber dem Vorjahresmonat beziffert sich der Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit sogar auf 20,9 Prozent bzw. 772 Betroffene weniger.

„Ein Rückgang der Arbeitslosigkeit im Frühling ist saisonüblich, da in witterungsabhängigen Bereichen wie dem Baugewerbe, dem Tourismussektor oder der Außengastronomie wieder mehr Personal eingestellt wird“, erklärt Heribert Wilhelmi, vorsitzender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Trier. „Dass auch die Langzeitarbeitslosigkeit seit einigen Monaten wieder deutlich sinkt, weist jedoch auch auf strukturelle Faktoren des Arbeitsmarktes hin. Mit einer Arbeitslosenzahl unter 10.000 und einer Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent haben wir nahezu Vollbeschäftigung, die Marktlage ist günstig, die Nachfrage nach Personal ungebrochen hoch“, beschreibt der Agenturchef die Lage. „Dadurch ergeben sich auch Chancen für diejenigen, die längere Zeit ohne Job waren“. Er betont, dass auch die forcierten Maßnahmen der Arbeitsagentur und der Jobcenter zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit beitragen: „Arbeitgeber, die sich entscheiden Langzeitarbeitslose zu beschäftigen, können von finanzieller Förderung über das Teilhabechancengesetz profitieren, die Betroffenen selber von Maßnahmen zur Aktivierung oder Weiterbildung“.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften in der Region Trier ist ungebrochen hoch. Der Zugang an neu gemeldeten Stellen hat sich erneut deutlich gesteigert. Er liegt mit 1.256 Angeboten um 119 höher als im März und um 197 höher als im April 2021. Damit hat sich der Bestand an offenen Stellen auf 6.379, damit 246 mehr als im März und 1.922 mehr als im April 2021, erhöht. „Viele Betriebe der Region interessieren sich für die Beschäftigung geflüchteter Menschen aus der Ukraine und hoffen, damit einen Teil ihres Personalbedarfs zu decken“, berichtet Heribert Wilhelmi, „doch hier stehen zum Teil noch Unwägbarkeiten im Raum, insbesondere was die Aufenthaltsdauer der Flüchtlinge betrifft.“ Zum Ende der letzten Aprilwoche konnte die Agentur für Arbeit Trier 44 Vermittlungen von ukrainischen Geflüchteten in Arbeitsverhältnisse verzeichnen. Als arbeitssuchend weist die Statistik für den Agenturbezirk Trier im April 95 ukrainische Staatsangehörige aus, 41,8 Prozent mehr als im März. Wie viele davon Kriegsflüchtlinge sind, lässt sich allerdings nicht herauslesen. Zum Vergleich: Im April 2021 waren 75 ukrainische Bürger arbeitssuchend gemeldet.

Gegenwärtig richten sich Arbeitsagentur und Jobcenter organisatorisch auf eine Neuerung des Gesetzgebers ein: „Ab dem ersten Juni werden ukrainische Flüchtlinge Anspruch auf Grundsicherungsleistungen nach dem SGB II oder SGB XII erhalten und damit in die Zuständigkeit der Jobcenter fallen“, erklärt Heribert Wilhelmi, „die Abstimmungen zwischen den Jobcentern, der Agentur für Arbeit Trier und den Kreisverwaltungen sowie der Stadt Trier laufen bereits auf Hochtouren, denn 4.700 aus der Ukraine geflohene Erwachsene und Kinder beziehen aktuell kommunale Leistungen“. Mit der Umstellung ab dem 1.6. 2022 werden sowohl die Lebenshaltungskosten wie auch sämtliche beraterische und vermittlerische Arbeitsmarktdienstleistungen von den Jobcentern erbracht.

Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick

In der Region Trier waren im April 9.369 Menschen arbeitslos gemeldet, 480 weniger als im März. Die Arbeitslosenquote sank auf 3,2 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl der Arbeitslosen um 2.513 Personen oder 21,1 Prozent gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt 0,8 Prozentpunkte niedriger als im April 2021.

Die Bewegungsdaten, die die Zugänge in Arbeitslosigkeit und die Abgänge aus Arbeitslosigkeit bewerten, geben wichtige Hinweise zur Dynamik am Arbeitsmarkt. Mehr Abgänge als Zugänge deuten auf sinkende Arbeitslosigkeit. Im April sind 2.681 Menschen der Arbeitslosigkeit entkommen, 2.200 Menschen haben sich arbeitslos gemeldet. Der Zugang an Arbeitslosen liegt um 131 Personen niedriger als im Vorjahr, der Abgang liegt mit 66 Personen, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, über dem des Vorjahres.

Personengruppen – jugendliche und ältere Arbeitslose, Frauen und Männer, Ausländer und Langzeitarbeitslose

Vom gegenüber dem Vorjahr verzeichneten Rückgang der Arbeitslosigkeit profitieren im April alle Personengruppen. Auch bei den Langzeitarbeitslosen setzt sich ein Rückgang fort. Ihre Zahl liegt aktuell bei 2.924 Personen, 97 weniger als im März und 772 weniger als im Vorjahresmonat.

5.102 der Arbeitslosen im Agenturbezirk Trier sind Männer, 4.267 Frauen. Unter den insgesamt 9.369 Arbeitslosen befinden sich 974 Jüngere unter 25 Jahren, 2.531 Ältere ab 55 Jahren sowie 2.194 Ausländer.

Stellenangebote

Die Zahl der freien Stellen in der Region Trier liegt mit 6.379 Angeboten 43,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gegenüber März hat sich der Bestand um 246 Stellen oder 4,0 Prozent erhöht. Im April sind 1.256 Ausschreibungen neu gemeldet worden, 10,5 Prozent mehr als im Vormonat und 18,6 Prozent mehr als im April 2021.

Die meisten offenen Stellen gibt es in der Zeitarbeit (wo die Fluktuation generell hoch ist) mit 1.657 Angeboten, im verarbeitenden Gewerbe mit 983 freien Jobs, im Handel mit 739, im Gesundheits- und Sozialwesen mit 582 und im Baugewerbe mit 572 Angeboten.

Die meisten neuen Jobangebote im April wurden in der Zeitarbeit (380), im Handel (150), im Verarbeitenden Gewerbe (139) und im Gesundheits- und Sozialwesen (125) gemeldet.

Unterbeschäftigung

Wer an einer Qualifizierung teilnimmt oder erkrankt ist, wird während dieser Zeit laut Gesetz nicht als Arbeitsloser gezählt. Um hier Transparenz zu schaffen, publiziert die Bundesagentur für Arbeit jeden Monat die sogenannte Unterbeschäftigungsquote. Sie bezieht zusätzlich zu den Arbeitslosen unter anderem all jene ein, die zur Erhöhung ihrer Integrationschancen arbeitsmarktpolitisch gefördert werden. Laut aktueller Datenbasis lag im April die Unterbeschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Trier bei 12.178 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote liegt bei 4,1 Prozent und ist gegenüber März um 0,2 und gegenüber April 2021 um 0,8 Prozentpunkte gesunken.

Kurzarbeit

Während der Corona-Pandemie hat sich die Kurzarbeit als wesentliches Instrument zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit in der Region Trier bewährt. Zwei Jahre nach dem ersten Lockdown ist die Notwendigkeit, davon Gebrauch zu machen, deutlich zurückgegangen. Im aktuellen Berichtsmonat April stellten im Agenturbezirk nur noch 20 Unternehmen Anzeigen auf Kurzarbeit für 594 Beschäftigte. Zum Vergleich: Im Vorjahresmonat waren es 55 Anzeigen bezogen auf 297 Beschäftigte, wohingegen im April des ersten Pandemiejahres 2020 noch 3.983 Anzeigen für 36.853 Personen gestellt wurden.

Blick in die einzelnen Regionen

Stadt Trier

Entsprechend der Entwicklung im gesamten Agenturbezirk ist auch in der Stadt Trier die Arbeitslosigkeit im April zurückgegangen. 3.158 Menschen sind arbeitslos gemeldet, 97 weniger als im Vormonat und 829 weniger als im April 2021. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,1 Prozent, 0,2 Prozentpunkte niedriger als im März und 1,4 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat.

In der Stadt Trier sind 1.813 der Arbeitslosen männlich, 1.345 weiblich. Unter den insgesamt 3.158 Arbeitslosen befinden sich 369 Jüngere unter 25 Jahren, 594 Ältere über 55 Jahren, 884 Ausländer und 1.465 Langzeitarbeitslose. Im April haben sich 744 Menschen im Stadtbezirk arbeitslos gemeldet, 830 konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Landkreis Bernkastel-Wittlich

Wie jedes Jahr im Frühling mit Beginn der Tourismussaison, fällt auch in diesem April der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Kreis Bernkastel-Wittlich am deutlichsten aus. 1.934 Menschen sind arbeitslos, 255 oder 11,6 Prozent weniger als noch im März. Gegenüber April 2021 ging die Zahl der Arbeitslosen um 466 Personen bzw. 19,4 Prozent zurück. Die Arbeitslosenquote liegt 0,4 Prozentpunkte niedriger als im März und beträgt 3,0 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Quote ebenfalls, um 0,8 Prozentpunkte.

In den Aprilwochen mussten sich 458 Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Bernkastel-Wittlich arbeitslos melden. Das sind 63 mehr als im Vormonat, aber 37 weniger als vor einem Jahr. 704 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, 208 mehr als im März und 122 mehr als im April 2021. 987 der insgesamt 1.934 Arbeitslosen sind Männer, 947 sind Frauen. Darunter befinden sich 166 Jüngere zwischen 15 und 24 Jahren, 627 Arbeitslose, die älter als 55 Jahre sind, 439 Ausländer und 549 Langzeitarbeitslose.

Eifelkreis Bitburg-Prüm

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm hat sich der Arbeitsmarkt im April ebenfalls entspannt. Die Zahl der Arbeitslosen ist gegenüber März um 50 auf 1.195 Personen gesunken. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Prozentpunkte zurück und beträgt nun 2,2 Prozent. Das ist die niedrigste Quote im Agenturbezirk Trier. Im Vergleich zum Vorjahr sind 457 Personen weniger arbeitslos und die Arbeitslosenquote liegt 0,9 Prozentpunkte höher als im April 2021.

Unter den aktuell 633 arbeitslosen Männern und 562 arbeitslosen Frauen befinden sich 146 Jüngere zwischen 15 und 24 Jahren, 332 Ältere ab 55 Jahren, 304 Ausländer und 347 Langzeitarbeitslose. 371 Menschen konnten im April ihre Arbeitslosigkeit beenden, 11 weniger als im März und 40 weniger als im Vorjahresmonat. 320 Personen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos, 25 weniger als im März und 40 weniger als im April 2021.

Kreis Vulkaneifel

Im Vulkaneifelkreis ist die Arbeitslosigkeit im Monat April um 3,5 Prozent gesunken. 38 Personen weniger als im März sind arbeitslos gemeldet, insgesamt liegt die Zahl der Arbeitslosen bei 1.042 Menschen. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnet die Arbeitslosigkeit ein Minus von 206 betroffenen Personen, das entspricht einem Rückgang um 16,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote hat sich gegenüber März um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent verringert. Gegenüber April 2021 sank sie um 0,6 Prozentpunkte.

Im April haben sich 217 Bürgerinnen und Bürger aus dem Vulkaneifelkreis arbeitslos gemeldet, 14 mehr als im März und gleich viele wie im April 2021. 256 konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, 5 weniger als im Vormonat und 28 weniger als im Vorjahresmonat. Von den 1.042 Arbeitslosen sind 548 Männer und 494 Frauen, darunter befinden sich 79 Jüngere unter 25 Jahren, 309 Ältere ab 55 Jahren, 156 Ausländer und 340 Langzeitarbeitslose.

Landkreis Trier-Saarburg

Im Landkreis Trier-Saarburg entwickelt sich der Arbeitsmarkt im April ebenfalls positiv. Die Zahl der Arbeitslosen verringert sich seit März um 40 auf 2.040 Personen. Im Vergleich zum April 2021 hat sich die Arbeitslosigkeit um 21,4 Prozent bzw. 555 Personen reduziert. Die Arbeitslosenquote sank seit März um 0,1 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent und liegt im Vorjahresvergleich um 0,7 Prozentpunkte niedriger.

Unter den 1.121 arbeitslosen Männern und 919 arbeitslosen Frauen befinden sich 178 Jüngere unter 25 Jahren, 669 Ältere ab 55 Jahren, 411 Ausländer und 623 Langzeitarbeitslose. 461 Menschen meldeten sich arbeitslos, das sind 24 mehr als im März und 59 weniger als im April 2021. 520 Personen, 25 weniger als im März und 7 mehr als im Vorjahresmonat, haben ihre Arbeitslosigkeit beendet.