04.01.2022 | Presseinfo Nr. 3

Leichtes Wintertief am Arbeitsmarkt

Im Dezember hat sich die Arbeitslosigkeit in der Region Trier geringfügig erhöht. Der Stellenzugang hat sich deutlich erhöht.

  • Geringfügig erhöhte Arbeitslosigkeit in der Region Trier
  • Stellenzugang legt deutlich zu

Die Arbeitslosigkeit in der Region Trier ist gegenüber dem Vormonat leicht angestiegen. 9.505 Menschen sind ohne Arbeit. Das sind 141 oder 1,5 Prozent mehr als im November. Der Anstieg fällt jedoch geringer aus als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Und im Vergleich mit dem Vorjahresmonat ist nach wie vor ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit sichtbar. „Ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember ist saisonal üblich“, erklärt Heribert Wilhelmi, Chef der Agentur für Arbeit in Trier. Witterungsbedingungen beeinflussten Beschäftigung in Außenbranchen wie dem Baugewerbe. „Allerdings überlagern in diesem Jahr zusätzliche Einflüsse die saisonalen Faktoren. Die vierte Corona-Welle und die damit verbundenen Einschränkungen wirken sich auf verschiedene Branchen, besonders Gastronomie und Handel aus. Vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Einbußen ist es vielen Betrieben nicht möglich, ihre gesamte Belegschaft zu halten“.

Der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit schlägt sich nicht in der Arbeitslosenquote nieder. Sie bleibt bei 3,2 Prozent und liegt damit 0,7 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahresmonat. 2.403 Menschen meldeten sich im Dezember arbeitslos, 193 mehr als im November und 4 weniger als im Vorjahresmonat. Ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten 2.239 Personen, das sind 225 weniger als im Vormonat und 13 mehr als im Vorjahr. Die Langzeitarbeitslosigkeit ging leicht zurück, bleibt jedoch auf relativ hohem Niveau. Im Dezember waren 3.088 Menschen länger als 187 Tage ohne Job, 81 weniger als im Vormonat und 380 weniger als im Dezember 2020.

„Durch die Corona-Pandemie verändern sich Strukturen auf dem Arbeitsmarkt, Helferjobs für Menschen mit geringer Qualifikation fallen weg. Das verfestigt Langzeitarbeitslosigkeit und verschärft ein Missverhältnis auf dem Arbeitsmarkt“, bilanziert Heribert Wilhelmi: „Auf der einen Seite stehen rund 9.500 Menschen, die vergeblich Jobs suchen, auf der anderen Seite gibt es eine Nachfrage nach Fachkräften, die kaum zu decken ist“. Erneut ist der Zugang von Stellenmeldungen bei der Agentur für Arbeit Trier deutlich angewachsen. 1.190 Jobangebote, 180 mehr als im Vormonat und 402 mehr als im Dezember 2020 gingen ein. Damit wuchs der Bestand an offenen Stellen auf 5.768, 126 mehr als im November und 1.861 mehr als im Vorjahresmonat. „Unsere wichtigste Aufgabe ist und wird die Fachkräftesicherung bleiben“, sagt Heribert Wilhelmi, „ein Schlüssel dazu ist Weiterbildung und Qualifizierung. Wir haben dafür hervorragende Beratungs-, Unterstützungs- und Förderangebote, von denen Betriebe und Arbeitssuchende profitieren können.“

Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick

In der Region Trier zählte die Agentur für Arbeit Trier im Dezember 9.505 Arbeitsloe. Somit waren 141 Menschen mehr arbeitslos als noch im November und 1.963 weniger als im Dezember 2020. Die Arbeitslosenquote blieb konstant bei 3,2 Prozent.

Die Bewegungsdaten, die die Zugänge in Arbeitslosigkeit und die Abgänge aus Arbeitslosigkeit bewerten, geben wichtige Hinweise zur Dynamik am Arbeitsmarkt. Mehr Zugänge als Abgänge weisen auf eine steigende Arbeitslosigkeit hin. 2.403 Menschen haben sich im Dezember arbeitslos gemeldet, 2.239 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Personengruppen – jugendliche und ältere Arbeitslose, Frauen und Männer, Ausländer und Langzeitarbeitslose

5.034 der Arbeitslosen sind Männer, 4.471 Frauen. Unter den insgesamt 9.505 Arbeitslosen befinden sich 901 Jüngere unter 25 Jahren, 2.651 Ältere ab 55 Jahren sowie 2.181 Ausländer und 3.088 Langzeitarbeitslose.

Stellenangebote

Allen Jobsuchenden in der Region Trier stehen aktuell 5.768 freie Stellen zur Verfügung, 126 mehr als im November und 1.961 mehr als im Vorjahresmonat. Im Dezember wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit 1.190 neue Jobs gemeldet. Die meisten freien Stellen gibt es in der Zeitarbeit mit 1.327 Ausschreibungen, gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe mit 913 Angeboten, dem Handel mit 762 Jobofferten und dem Gesundheits- und Sozialwesen mit 591 sowie dem Baugewerbe mit 558 Ausschreibungen.

Unterbeschäftigung

Wer an einer Qualifizierung teilnimmt oder erkrankt ist, wird während dieser Zeit laut Gesetz nicht als Arbeitsloser gezählt. Um hier Transparenz zu schaffen, publiziert die Bundesagentur für Arbeit jeden Monat die sogenannte Unterbeschäftigungsquote. Sie bezieht zusätzlich zu den Arbeitslosen unter anderem all jene ein, die zur Erhöhung ihrer Integrationschancen arbeitsmarktpolitisch gefördert werden. Laut aktueller Datenbasis lag im Dezember die Unterbeschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Trier bei 12.345 Personen; dies entspricht einer Unterbeschäftigungsquote von 4,9%.

Entwicklung der Kurzarbeit in der Region

Ein wesentliches Instrument zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit in der Region Trier ist nach wie vor die Kurzarbeit. Aufsummiert von April bis Dezember haben 592 Betriebe für 7.971 Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt. Zum Vergleich: Von April bis Dezember 2020 waren es 7.54 Anzeigen für 70.398 Beschäftigte. „Seit November beobachten wir wieder eine Zunahme der Anzeigen auf Kurzarbeit, nachdem deren Zahl in den Monaten davor stark rückläufig war“, erklärt der Trierer Agenturchef Heribert Wilhelmi. „Das lässt sich auf die aktuelle Pandemie-Entwicklung zurückführen. Allerdings können in den neuen Zahlen Doppelzählungen von Betrieben enthalten sein, die in 2021 mehr als eine Anzeige abgegeben haben, weil sie die Kurzarbeit für mindestens drei Monate unterbrochen haben oder weil die erste Anzeige nur für ein halbes Jahr galt“. Im Dezember gingen bei der Agentur für Arbeit Trier 232 neue Anzeigen auf Kurzarbeit für 2.037 Beschäftigte ein.

Blick in die einzelnen Regionen

Stadt Trier

In der Stadt Trier ist die Zahl der Arbeitslosen von November auf Dezember leicht um 18 auf 3.170 Personen gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,1 Prozent, 0,1 Prozentpunkte höher als im November und 1,1 Prozent niedriger als im Dezember 2020.

Unter den aktuell 1.766 arbeitslosen Männern und 1.404 arbeitslosen Frauen befinden sich 343 Jüngere zwischen 15 und 24 Jahren, 601 Ältere ab 55 Jahren und 905 Ausländer.

Der relativ hohe Anteil ausländischer Menschen an den Arbeitslosen ist mit 28,5 Prozent ein Sondereffekt in der Stadt Trier. Das liegt daran, dass geflüchtete Menschen aus dem Umland ins Oberzentrum Trier ziehen, um hier von der guten Infrastruktur zu profitieren und ihre Jobchancen zu verbessern.

Landkreis Bernkastel-Wittlich

Auch im Landkreis Bernkastel-Wittlich ist die Arbeitslosigkeit gestiegen. Im Dezember meldeten sich 570 Menschen arbeitslos. 455 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. Insgesamt wurden 1.998 Bürgerinnen und Bürger des Landkreises als Arbeitslose registriert, 112 mehr als im November. Die Arbeitslosenquote ist damit um 0,2 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent nach oben geklettert.

Von den insgesamt 1.998 Arbeitslosen sind 999 Männer und 999 Frauen. Darunter wiederum befinden sich 174 Jüngere zwischen 15 und 24 Jahren, 650 Ältere über 55 Jahren und 445 Ausländer.

Eifelkreis Bitburg-Prüm

Einen geringen Anstieg der Arbeitslosigkeit verzeichnet auch der Eifelkreis Bitburg-Prüm. Im Vergleich zum November sind mit 1.249 Personen 21 Menschen mehr arbeitslos. Die Quote bleibt jedoch unverändert bei 2,3 Prozent.

Unter den aktuell 648 arbeitslosen Männern und 601 arbeitslosen Frauen befinden sich 125 Jüngere zwischen 15 und 24 Jahren, 384 Ältere ab 55 Jahren und 278 Ausländer. 329 Menschen konnten im Dezember ihre Arbeitslosigkeit beenden, 344 Personen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos.

Kreis Vulkaneifel

1.072 Menschen in der Vulkaneifel waren im Dezember arbeitslos, 7 weniger als im November. Damit ist die Arbeitslosenquote unverändert bei 3,2 Prozent geblieben. Sie liegt um 0,5 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahresmonat.

Im Dezember haben sich 207 Menschen arbeitslos gemeldet, 209 konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. Von den 1.072 Arbeitslosen sind 576 Männer und 496 Frauen, darunter befinden sich 92 Jüngere unter 25 Jahren, 314 Ältere ab 55 Jahren und 159 Ausländer.

Landkreis Trier-Saarburg

Die Arbeitslosenquote in Landkreis Trier-Saarburg bleibt mit 2,5 Prozent auf einem stabilen Niveau. 2.016 Menschen im Landkreis sind arbeitslos, 3 weniger als im November und 502 weniger als im Dezember 2020.

Unter den 1.045 arbeitslosen Männern und 971 arbeitslosen Frauen befinden sich 167 Jüngere unter 25 Jahren, 702 Ältere ab 55 Jahren und 394 Ausländer. 495 Menschen meldeten sich im Dezember arbeitslos, 485 Personen haben ihre Arbeitslosigkeit beendet.