29.10.2020 | Presseinfo Nr. 45

Trotz Corona: Erneut leichte Abnahme der Arbeitslosigkeit in der Region Trier

Saisonal übliche Herbstbelebung spürbar - Arbeitslosigkeit bei unter 25jährigen sinkt deutlich - Kurzarbeit im Rückgang
 

Wieder setzt der regionale Arbeitsmarkt einen kleinen Kontrapunkt in die gedämpfte Stimmung der Corona-Krise. Im Oktober setzt sich der schon im Vormonat verzeichnete Rückgang der Arbeitslosigkeit fort. Die Zahl der Arbeitslosen in der Region sank gegenüber September um 560 auf 11.738 Personen. Die Arbeitslosenquote fiel um 0,2 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent. Der aktuelle Rückgang der Arbeitslosigkeit fällt sogar etwas höher aus als in den Vorjahren. Ein Vergleich: Von September auf Oktober 2019 reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen um 0,2 Prozentpunkte, im gleichen Zeitraum 2020 fiel sie um 4,6 Prozent.

„In der sinkenden Arbeitslosigkeit im Oktober bildet sich die saisonübliche Herbstbelebung ab“, erklärt Heribert Wilhelmi, Chef der Arbeitsagentur Trier. „Wie weit sie trägt, ist unter den aktuellen Rahmenbedingungen des Pandemie-Jahres jedoch nicht kalkulierbar.“ Von der Herbstbelebung profitieren besonders junge Menschen unter 25 Jahren. Die Zahl der Arbeitslosen in dieser Gruppe sank um 243 (14,6 Prozent) auf 1.417. Der Arbeitsmarktexperte wertet es als hoffnungsvolles Signal, dass Unternehmen der Region nach der Sommerpause wieder verstärkt Personal eingestellt haben: „Gefragt waren insbesondere Kräfte in Fertigungsberufen sowie im Lebensmittel- und Gastgewerbe, Branchen, die von den Einschnitten der ersten Jahreshälfte besonders betroffen waren“. Die Einstellungsbereitschaft der Arbeitgeber spiegelt sich auch in der Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen wider. Im Oktober wurden der Agentur für Arbeit Trier 1.101 neue Stellen, 78 mehr als im September, gemeldet. Der Bestand erhöhte sich damit um 59 auf insgesamt 4.112 freie Stellen. 1.234 Menschen fanden im Monat Oktober aus der Arbeitslosigkeit heraus einen Job. Das sind zwar 185 weniger als im September, aber 322 mehr als im Vorjahresmonat. 1.083 Personen verloren ihre Arbeit, das sind 27 mehr als im Vormonat, aber 86 weniger als im Vorjahr. „Es herrscht eine starke Dynamik am regionalen Arbeitsmarkt vor“, sagt Heribert Wilhelmi. Deren positive Ausschläge dürften jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Entspannung von der COVID-19 Situation abhängt. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell immer noch 0,9 Prozentpunkte über der des Vorjahresmonats, und die Zahl der Arbeitslosen übersteigt die des Oktober 2019 um 2.728 Personen oder 30,3 Prozent.

Entwicklung der Kurzarbeit in der Region

Ein wesentliches Instrument zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit in der Region Trier ist nach wie vor die Kurzarbeit. Von März bis Oktober haben 5.768 Betriebe für 59.802 Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt. „Weiterhin bleibt die Kurzarbeit nach dem massiven Anstieg der Kurzarbeitsanzeigen von März bis Mai auf einem sehr hohen Stand. Es kommen jedoch deutlich weniger Anzeigen neu hinzu als in den Frühjahrsmonaten“, erklärt Heribert Wilhelmi. Im Oktober gingen 56 neue Anzeigen auf Kurzarbeit für 549 Personen ein, 20 mehr als im September.

Mittlerweile gibt es Hochrechnungen über die tatsächliche Anzahl der von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmer. Da die Unternehmen nach der Anzeige auf Kurzarbeit, die sozusagen eine Schätzung darstellt, drei Monate Zeit haben, um die Anträge auf Kurzarbeit einzureichen, wird erst nachträglich das tatsächliche Ausmaß der betroffenen Beschäftigten sichtbar. In der Region Trier haben im Juni insgesamt 2.439 Betriebe mit 18.454 Mitarbeitenden kurzgearbeitet. Die gute Nachricht ist, dass die Kurzarbeiter-Quote, also der Anteil Kurzarbeitender unter allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, deutlich gesunken ist. Auf dem Höhepunkt der Kurzarbeit im April lag sie bei 16,3 Prozent, im Oktober nur noch bei 10,4 Prozent.

Von März bis Ende Oktober hat die Agentur für Arbeit Trier rund 73 Mio. Euro an Kurzarbeitergeld an die betroffenen Betriebe zur Stabilisierung der regionalen Wirtschaft ausgezahlt.

Anmerkung:
Die hochgerechneten Werte zur realisierten Kurzarbeit liegen zum aktuellen Zeitpunkt für den Monat Juni ausschließlich für den Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Trier vor. Hochrechnungen für die Stadt Trier und die vier Landkreise des Agenturbezirks sind erstmals für den Monat Mai verfügbar und befinden sich weiter unten im Text bei der Darstellung der Arbeitsmarktentwicklung je Landkreis.

Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick

Personengruppen – jugendliche und ältere Arbeitslose, Frauen und Männer, Ausländer und Langzeitarbeitslose

6.375 der Arbeitslosen im Agenturbezirk sind Männer, 5.363 Frauen. Unter den insgesamt 11.738 Arbeitslosen sind 1.417 Jüngere unter 25 Jahren, 2.782 Ältere ab 55 Jahren sowie 2.655 Ausländer und 2.948 Langzeitarbeitslose. Alle Personengruppen, außer den über 55jährigen und den Langzeitarbeitslosen, haben vom leichten Aufschwung am Arbeitsmarkt profitiert. Die Arbeitslosigkeit unter den Langzeitarbeitslosen steigt seit Monaten kontinuierlich an.

Stellenangebote

Seit Juni steigt der Bestand der gemeldeten Stellenangebote von Monat zu Monat kontinuierlich wieder an. Aktuell verzeichnet die Agentur für Arbeit Trier 4.112 freie Jobangebote. Das entspricht einem Zuwachs von 59 Ausschreibungen im Vergleich zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr sind das aber 777 oder 15,9 Prozent weniger.

Im September wurden 1.101 neue Stellenangebote beim Arbeitgeber-Service von Agentur für Arbeit und Jobcenter registriert. Die meisten Stellenausschreibungen gibt es in der Zeitarbeit mit 1.150 Angeboten, im Verarbeitenden Gewerbe mit 573 freien Jobs und im Gesundheits- und Sozialwesen mit 396 Angeboten.

Unterbeschäftigung

Wer an einer Qualifizierung teilnimmt oder erkrankt ist, wird während dieser Zeit laut Gesetz nicht als Arbeitsloser gezählt. Um hier Transparenz zu schaffen, publiziert die Bundesagentur für Arbeit jeden Monat die sogenannte Unterbeschäftigungsquote. Sie bezieht zusätzlich zu den Arbeitslosen unter anderem all jene ein, die zur Erhöhung ihrer Integrationschancen arbeitsmarktpolitisch gefördert werden. Laut aktueller Statistik lag im September die Unterbeschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Trier bei 14.631 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote hat sich gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte verbessert und liegt bei 4,9 Prozent.

Blick in die einzelnen Regionen

Stadt Trier

Die Herbstbelebung am Arbeitsmarkt hat sich besonders in der Stadt Trier bemerkbar gemacht. Hier sank die Zahl der Arbeitslosen von September auf Oktober um 240 auf 4.059 Personen. „Unter anderem hat zu dieser Entwicklung die Ansiedlung eines globalen Versandhandels nahe Trier beigetragen“, erklärt Heribert Wilhelmi, „sie ist aber auch auf eine leichte Erholung in verschiedenen Branchen zurückzuführen.“ Die Arbeitslosenquote in der Stadt Trier liegt erstmals wieder auf einem Wert unter 7 Prozent. Sie fiel gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent, liegt aber immer noch um 1,8 Prozent höher als im Oktober letzten Jahres.

In der Stadt Trier sind 2.301 Arbeitslose Männer, 1.758 Frauen, 559 Jüngere unter 25 Jahren, 706 Ältere über 55 Jahren, 1.153 Ausländer und 1.069 Langzeitarbeitslose. Im Oktober meldeten sich 828 Personen neu arbeitslos, 1.069 konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Von März bis Oktober habe insgesamt 1.513 Unternehmen für 16.905 Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt. Die Hochrechnung der tatsächlich realisierten Kurzarbeit für Mai zeigt, dass zu diesem Zeitpunkt 934 Betriebe für 7.806 Beschäftigte Kurzarbeit in Anspruch nahmen.

Landkreis Bernkastel-Wittlich

Im Landkreis Bernkastel-Wittlich ist die Arbeitslosenquote im Oktober um 0,2 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent gesunken. 2.050 Menschen aus dem Landkreis sind aktuell arbeitslos gemeldet. Das sind 138 weniger als im September. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl der Arbeitslosen allerdings um 21,6 Prozent höher.

Im Oktober mussten sich 521 Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Bernkastel-Wittlich arbeitslos melden, 654 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. 1.069 der insgesamt 2.050 Arbeitslosen sind Männer, 981 sind Frauen, 220 sind Jüngere zwischen 15 und 25 Jahren, 603 sind ab 55-Jährige, 400 Ausländer und 454 Langzeitarbeitslose.

Seit März haben insgesamt 1.377 Unternehmen aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich für 15.169 Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt. Nach der Hochrechnung tatsächlich realisierter Kurzarbeit für den Monat Mai haben 793 Betriebe mit 6.602 Arbeitnehmern kurzgearbeitet.

Eifelkreis Bitburg-Prüm

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist die Zahl der arbeitslosen Menschen von September auf Oktober um 20 auf 1.693 Personen gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 3,2 Prozent, 1,0 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat.

Unter den 1.693 Arbeitslosen sind aktuell 895 Männer, 798 Frauen, 199 Jüngere zwischen 15 und 25 Jahren, 445 Ältere ab 55 Jahren, 414 Ausländer und 396 Langzeitarbeitslose. 437 Menschen konnten im September ihre Arbeitslosigkeit beenden, 413 Personen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos.

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm liegt die Gesamtzahl der Anzeigen auf Kurzarbeit, die seit März eingegangen sind, bei 995 Betrieben mit 8.743 Beschäftigten.

Nach den hochgerechneten Zahlen der tatsächlich realisierten Kurzarbeit haben im Mai 566 Unternehmen mit 3.625 betroffenen Beschäftigten kurzgearbeitet.

Kreis Vulkaneifel

Die Arbeitslosigkeit in der Vulkaneifel ist von September auf Oktober leicht rückläufig. Mit 1.365 Menschen ohne Job sind 46 weniger arbeitslos als noch im September. Die Arbeitslosenquote ist um 0,2 Prozentpunkte auf 4,0 gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr liegt sie jedoch um 0,4 Prozentpunkte höher.

Im Oktober haben sich 253 Menschen arbeitslos gemeldet, 306 konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. Von den 1.365 Arbeitslosen sind 746 Männer und 619 Frauen. Darunter befinden sich 161 Jüngere unter 25 Jahren, 344 Ältere ab 55 Jahren, 216 Ausländer und 392 Langzeitarbeitslose.

In der Vulkaneifel lag im Oktober die Gesamtzahl der für Kurzarbeit angemeldeten Betriebe bei 644. Betroffen waren mit 6.197 Beschäftigte.

Die Hochrechnung der tatsächlich realisierten Kurzarbeit für Mai zeigt, dass zu diesem Zeitpunkt 385 Betriebe für 2.887 Beschäftigte Kurzarbeit in Anspruch nahmen.

Landkreis Trier-Saarburg

Im Landkreis Trier-Saarburg ist die Zahl der arbeitslosen Menschen um 106 auf 2.571 gesunken. Dementsprechend ist die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent gefallen. Im Vergleich zum Vorjahr liegt sie jedoch 0,7 Prozentpunkte höher. 

Unter den 2.571 Arbeitslosen im Kreis sind 1.364 Männer, 1.207 Frauen, 278 Jüngere unter 25 Jahren, 684 Ältere ab 55 Jahren, 472 Ausländer und 637 Langzeitarbeitslose. 528 Menschen meldeten sich im September arbeitslos, 638 Personen haben ihre Arbeitslosigkeit beendet.

Von März bis Oktober haben im Landkreis Trier-Saarburg insgesamt 1.239 Betriebe für 12.788 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt.

Die Hochrechnung für den Mai zeigt, dass in diesem Monat 687 Unternehmen mit 5.471 Arbeitnehmern Kurzarbeit auch tatsächlich in Anspruch nahmen.