10.05.2019 | Presseinfo Nr. 25

Pflegebranche auf Personalsuche

Internationaler Tag der Pflege am 12. Mai

Anlässlich des Internationalen Tages der Pflege stellt Mathias Auch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm, Pflegeberufe in den Fokus. Auch weist darauf hin, dass im Bezirk der Ulmer Arbeitsagentur nach wie vor Pflegepersonal händeringend gesucht wird. „Die Pflegebranche ist weitestgehend konjunkturunabhängig. Personal ist gesucht und wird weitergesucht werden“, so Mathias Auch. Der Pflegebedarf wächst, und das nicht nur im Bereich der Altenpflege. Rein rechnerisch kamen 2018 im Schnitt pro Monat 3,5 Stellen auf einen arbeitslosen Bewerber als Gesundheits- und Krankenpfleger oder als Altenpfleger. „Pflegeberufe sind nicht nur gesellschaftlich wichtig, sondern auch krisensicher“, betont Auch und sieht hierin eine echte Chance gleichermaßen für Arbeitslose, Quereinsteiger, Umschüler wie auch für Ausbildungssuchende. 

Am regionalen Arbeitsmarkt waren im April 6 232 Stellen gemeldet. Der Anteil an Pflegeberufen lag bei circa 6 Prozent. „Es gibt deutlich mehr Stellen als Bewerber, vor allem examinierte Pflegefachkräfte sind gefragt“, berichtet Mathias Auch. 90 Prozent der offenen Stellen waren für Fachkräfte oder höher Qualifizierte ausgeschrieben, zehn Prozent waren Helferstellen.

Eine Möglichkeit um Fachpersonal zu gewinnen sieht der Agenturleiter in der Weiterbildung arbeitsloser, aber auch beschäftigter Frauen und Männer.

Die Arbeitsagentur unterstützt Arbeitgeber dabei, Arbeitnehmer zu qualifizieren oder zu Fachkräften weiterzubilden. „Eine Aus- oder Weiterbildung zur Pflegefachkraft ist eine Investition in die Zukunft, die sich am Ende für Arbeitnehmer wie für Arbeitgeber auszahlt“, sagt der Agenturchef.

Dabei setzt der Agenturleiter auch auf die Wirkung neuer arbeitsmarktpolitischer Instrumente: „Mit dem Qualifizierungschancengesetz ist die Förderung von Beschäftigten noch attraktiver ausgestaltet.“ Langzeitarbeitslosen Menschen biete das Teilhabechancengesetz mehr Möglichkeiten für eine nachhaltige Beschäftigung, beispielsweise im Bereich der Pflege oder Alltagshilfe, so Auch weiter. 

Ein weiterer, wesentlicher Faktor zur Fachkräftesicherung in der Pflege ist die Berufsausbildung. Mathias Auch möchte den internationalen Tag der Pflege auch dazu nutzen, Jugendliche auf Pflegeberufe aufmerksam zu machen, indem er betont: „Pflegeberufe sind wichtig für die Zukunft - und daher auch Berufe mit Zukunft.“ In der Region gibt es mehrere Bildungseinrichtungen, die diese Ausbildungsberufe anbieten. Detaillierte Informationen sind im Berufsinformationszentrum oder bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur erhältlich.

Qualifizierung und Ausbildung alleine werden nicht reichen, um die Personalbedarfe in der Pflege zu decken. Eine wichtige Rolle spielen ausländische Fachkräfte. Mathias Auch nennt das Projekt „Triple Win“. Dieses widmet sich der Gewinnung qualifizierter Pflegefachkräfte aus Serbien, Bosnien und Herzegowina, den Philippinen und Tunesien für den deutschen Arbeitsmarkt. Träger des Projektes sind die Bundesagentur für Arbeit und die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit. Seit 2013 werden darüber Pflegekräfte sprachlich und fachlich auf Deutschland vorbereitet und an Kliniken und Pflegeeinrichtungen vermittelt. Nähere Information hierzu gibt es beim Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Ulm.