31.07.2019 | Presseinfo Nr. 43

Weniger Schwung und Ferienzeit

Der Arbeitsmarkt im Juli

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm waren im Juli 7 120 Frauen und Männer arbeitslos. Zum Vormonat sind das 246 Personen mehr. Mathias Auch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm, nennt zwei Gründe: „In den Sommermonaten ist es saisonüblich, dass die Arbeitslosigkeit bei den jungen Erwachsenen ansteigt, zudem verliert der regionale Arbeitsmarkt an Schwung." Dies zeige sich im Bereich der Arbeitslosenversicherung. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 2,3 Prozent.

Am regionalen Stellenmarkt meldeten Arbeitgeber mit 1 181 neuen Arbeitsangeboten 358 weniger als im Juni. „Für viele Betriebe beginnt die Ferienzeit, die Personalsuche wird zurückgefahren. In welchem Umfang sich die konjunkturellen Aussichten auf den Stellenmarkt auswirken, wird sich im Herbst genauer zeigen", bemerkt Mathias Auch und weist darauf hin, dass sowohl Stellenzugänge wie auch -bestände unter Vorjahresniveau liegen. Im Juli waren bei der Arbeitsagentur insgesamt 5 867 freie Arbeitsstellen gemeldet.

Der Ausbildungsmarkt ist weiter in Bewegung. Im Berichtsmonat waren noch 1 466 Ausbildungsstellen unbesetzt, 205 mehr als zur selben Zeit im Vorjahr. Seit vergangenen Oktober meldeten sich 2 663 Bewerber für Berufsausbil-dungsstellen, davon waren im Juli noch 732 ohne Ausbildungsplatz.

Entwicklung in den Rechtskreisen

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur) waren im Juli 3 795 Männer und Frauen ohne Anstellung, 310 mehr als im Juni und 271 mehr als vor einem Jahr. Im Bereich der steuerfinanzierten Grundsicherung (Jobcenter) gab es 3 325 arbeitslose Menschen, 64 weniger als im Vormonat und 165 weniger als im Vorjahr.

Zu den Personengruppen

Männer. 3 869 Männer waren im Juli arbeitslos. 184 mehr als im Vormonat, 147 mehr als im Juli des letzten Jahres.

Frauen. Die Zahl arbeitsloser Frauen ist zum Vormonat gestiegen. Mit 3 251 Frauen waren es 62 mehr als im Juni und 41 weniger als im Vorjahr.

Langzeitarbeitslose. Ihre Zahl sank zum Vormonat um 16 auf 1 410 Menschen. Zum Juli des letzten Jahres ist die Zahl der Personen, die zwölf Monate oder länger ohne Arbeit waren, um 189 gesunken.

Schwerbehinderte. Mit 366 Personen waren im Juli 13 schwerbehinderte Menschen weniger arbeitslos als im Vormonat und 84 weniger als im Vorjahr.

Über 50-Jährige. In dieser Personengruppe stieg die Arbeitslosigkeit gering um elf auf 2 303 ältere Frauen und Männer an. Zum Vorjahr waren es 30 weniger.

Unter 25-Jährige. In dieser Personengruppe ist die Zahl der Arbeitslosen mit 927 jungen Erwachsenen zum Vormonat am stärksten gestiegen. „Viele junge Menschen beenden Schule oder Ausbildung, suchen eine Anschlussbeschäftigung und melden sich vorübergehend arbeitslos", berichtet Mathias Auch. Zum Vorjahresmonat lag der Anstieg bei 144 jungen Frauen und Männern. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen kletterte zum Vormonat um 0,4 auf 2,5 Prozent, derselbe Wert wie im Juli 2018.

Ausländer. Ihre Zahl sank mit 2 584 Frauen und Männern zum Vormonat um 39. Zum Vorjahr waren es 240 Menschen mehr. Unter den Personenkreis ausländischer arbeitsloser Menschen fallen auch arbeitslose Flüchtlinge.

Die Arbeitskräftenachfrage

Die Personalnachfrage flachte im Vergleich zum Vormonat ab. Regionale Arbeitgeber meldeten 1 181 neue Stellen, 358 weniger als im Juni und 458 weniger als im Vorjahr. Die Abnahme im Zugang ist insbesondere auf den Bereich der Arbeitnehmerüberlassung zurück zu führen, aber auch im Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei sowie im Groß- und Einzelhandel ist ein Rückgang zu erkennen. Gleichwohl bleibt der Bedarf an Arbeitskräften hoch. Von den insgesamt 5 867 offenen Stellen sind 15,9 Prozent auf Helfer- und 64,8 Prozent auf Fachkraftniveau. 19,3 Prozent der Stellen richten sich an Spezialisten und Experten, beispielsweise Techniker, Meister oder Akademiker.

Zum Ausbildungsmarkt

Im laufenden Berufsberatungsjahr meldeten sich bislang 2 663 Bewerber für Be-rufsausbildungsstellen, 92 weniger als vor einem Jahr. 732 Bewerber waren noch auf Ausbildungssuche, 85 weniger als im Vorjahr. Arbeitgeber meldeten bis dato 4 187 Ausbildungsstellen, 137 mehr als im Vorjahreszeitraum. Davon waren im Juli noch 1 466 unbesetzt. „Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist unvermindert groß", lobt der Agenturleiter. Die meisten noch offenen Angebote im Juli gab es für: Einzelhandelskaufmann/-frau, Verkäufer/in, Fachkraft - Lagerlogistik, Kaufmann/ -frau für Büromanagement, Maurer/in, Handelsfachwirt/in (Ausbildung), Bäcke-reifachverkäufer/in, Anlagenmechaniker/in - Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r und Zimmerer/Zimmerin.

Agenturbezirk Ulm im Landesvergleich

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm blieb die Arbeitslosenquote zum Vormonat unverändert bei 2,3 Prozent. Das ist der niedrigste Wert unter den 19 Agenturbezirken im Land. Die Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg stieg zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent an. Zum Vorjahr änderten sich die Quoten weder im Land noch im Bezirk.

Zu den Kreisen im Agenturbezirk

Biberach. Im Landkreis Biberach stieg die Arbeitslosenquote um 0,1 Punkte auf 1,9 Prozent. „Sowohl der Arbeits- wie auch der Stellenmarkt zeigen sich im Landkreis Biberach nach wie vor sehr robust", kommentiert Auch. Im Kreis Biberach waren 2 222 Frauen und Männer arbeitslos, 74 mehr als im Juni und 57 weniger als vor einem Jahr. Davon betreute die Agentur für Arbeit in Biberach 1 316 Menschen, das Jobcenter des Landkreises Biberach 906 Frauen und Männer. Der Stellenbestand ist mit 2 480 Angeboten zum Vormonat um 1,6 Prozent und zum Vorjahr um 12,3 Prozent gestiegen.

Alb-Donau-Kreis. „Wie in Baden-Württemberg stieg auch im Alb-Donau-Kreis die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte", sagt Auch und ergänzt: „2,2 Prozent ist die drittniedrigste Wert unter den Kreisen im Land." Im Vorjahr lag die Quote ebenfalls bei 2,2 Prozent. 2 574 Menschen waren im Juli arbeitslos und über die Agentur für Arbeit (1 444) und das Jobcenter (1 130) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Zum Vormonat sind das 106 und zum Vorjahr 112 Personen mehr.

Ulm. Im Stadtgebiet Ulm waren 2 324 Menschen über die Arbeitsagentur (1 035) und das Jobcenter (1 289) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Zum Juni sind das 66, zum Vorjahresmonat 51 Frauen und Männer mehr. Die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet stieg zum Vormonat um 0,1 auf 3,2 Prozent, derselbe Wert wie vor zwölf Monaten. „Unter den Stadtkreisen bleibt Ulm weiterhin die Nummer Eins im Land", berichtet Mathias Auch.

Weitere Informationen aus dem Bereich der Grundsicherung:

Die aktuellsten Daten aus der Grundsicherungsstatistik sind vom April 2019.

Die Entwicklung im Bereich des Jobcenters Alb-Donau

Im Alb-Donau-Kreis gab es 2 146 Bedarfsgemeinschaften, 3 012 erwerbsfähige Leistungsberechtigte und 1 621 nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte bezogen Leistungen aus der Grundsicherung.

Die Entwicklung im Bereich des Jobcenters Ulm

Im Stadtgebiet Ulm gab es 2 880 Bedarfsgemeinschaften, 3 787 erwerbsfähige Leistungsberechtigte und 1 829 nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte mit Leistungen aus der Grundsicherung.

Im Kreis Biberach werden die SGB-II-Kunden in alleiniger Zuständigkeit vom Landkreis betreut. Im Landkreis Biberach gab es 2 190 Bedarfsgemeinschaften, 2 963 erwerbsfähige Leistungsberechtigte und 1 538 nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte bezogen Leistungen aus der Grundsicherung.