06.02.2020 | Presseinfo Nr. 10

BA macht Schule

Berufliche Orientierung

In Baden-Württemberg setzt die verbindliche und individuelle Berufliche Orientierung an weiterführenden Schulen in Kooperation mit den örtlichen Arbeitsagenturen je nach Schulart bereits ab Klassenstufe 8 ein. So eröffnet sich für Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ein breites Spektrum an Berufen kennenzulernen und erste Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln. Ziel ist ein gelingender Übergang von der Schule in den Beruf. Bei der Beruflichen Orientierung für junge Menschen zählt es, das Gesamtangebot der Möglichkeiten nach der Schulzeit umfassend darzustellen. Dafür arbeiten die Agenturen für Arbeit eng mit den Schulen zusammen. Wie eine solche Veranstaltung in der Praxis aussehen kann, davon machten sich Dr. Susanne Eisenmann, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg und Christian Rauch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit selbst ein Bild. Am Donnerstag, 6. Februar besuchten Eisenmann und Rauch eine neunte Klasse am Ulmer Kepler-Gymnasium. Es stand eine Sequenz zur handlungsorientierten Beruflichen Orientierung auf dem Stundenplan, die in Kooperation mit der Agentur für Arbeit Ulm durchgeführt wurde. Handlungsorientiert bedeutet, dass Schülerinnen und Schüler aktiv in den Unterricht miteingebunden werden, der durch Tandems aus Berufsberatung und Lehrerschaft gehalten wird.

Berufliche Orientierung wird an allen weiterführenden Schularten in Baden-Württemberg angeboten und durchgeführt. Mit der Lebensbegleitenden Berufsberatung intensivieren die Agenturen für Arbeit seit dem Schuljahr 2019/2020 sukzessive ihre Beratungsangebote an den Schulen. Durch das in allen weiterführenden Schularten neu eingeführte Fach Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung (WBS) sowie die Verankerung der Beruflichen Orientierung im Bildungsplan als Leitperspektive, erhält das Themenfeld BO einen deutlich größeren Stellenwert in der Schule.

Dr. Susanne Eisenmann: „Bei den vielen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten, die heute zur Auswahl stehen, ist es für die Jugendlichen nicht leicht, sich für einen Weg zu entscheiden. Deshalb haben wir die berufliche Orientierung an den Schulen in den vergangenen Jahren deutlich gestärkt. So arbeiten wir intensiv mit den Arbeitsagenturen zusammen, um die jungen Menschen frühzeitig, praxisnah und kontinuierlich zu unterstützen. Die neuen Formate der Lebensbegleitenden Berufsberatung gefallen mir auch deshalb so gut, weil sie einen besonders interaktiven und lebendigen Ansatz verfolgen.“

Christian Rauch: „Wir wissen aus Befragungen von jungen Menschen, dass der Übergang von der Schule in den Beruf für sie eine sehr wichtige Entscheidung ist, die sie auch möglichst fundiert treffen wollen. Dazu wollen sie über die Berufe, über betriebliche Anforderungen informiert werden, aber auch sich selber als Person mit ihren Stärken und Neigungen noch besser verstehen und mit den Berufen abgleichen. Handlungsorientierte Berufsberatung, integriert in den schulischen Ablauf, wie wir sie heute erlebt haben, ist dazu ein wichtiger Baustein.“

Oberstudiendirektorin Dr. Karin Weidner-Reuter, Schulleiterin des Kepler-Gymnasium Ulm: „Für die Schülerinnen und Schüler ist es für ihre eigene spätere Berufswahl wichtig, sich über die verschiedenen Möglichkeiten an Berufswegen zu informieren und auseinanderzusetzen. Durch die Kooperation unseres Gymnasiums mit verschiedenen Bildungspartnern und der guten Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit schaffen wir es, unseren Gymnasiasten außer einem Universitätsstudium auch alternative Einblicke in Ausbildungsberufe, Studiengänge an Fachhochschulen, pädagogischen Hochschulen und der Dualen Hochschule zu geben“

Mathias Auch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm: „Der Übergang von der Schule in den Beruf soll über eine bewusste Entscheidung gelingen. Um diese zu ermöglichen, müssen Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit haben, sich mit all ihren Optionen auseinanderzusetzen und sich am Prozess der Berufsorientierung zu beteiligen. Voraussetzungen dafür sind unter anderem ein gutes Konzept, wie Berufsorientierung im Tandem Schule und Arbeitsagentur gelebt werden kann sowie eine aktive Einbindung der Schülerinnen und Schüler in den Unterrichtsablauf. Die Zusammenarbeit zwischen Kepler-Gymnasium und Agentur für Arbeit Ulm ist ein schönes Beispiel dafür.“