30.07.2020 | Presseinfo Nr. 55

Arbeitsmarkttrends setzen sich fort

Der Arbeitsmarkt im Juli

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm waren im Juli 10 833 Frauen und Männer arbeitslos. Das sind 377 Personen oder 3,6 Prozent mehr als im Juni und 3 491 Personen oder 52,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent, im Juli 2019 lag sie bei 2,3 Prozent. „Die Arbeitslosigkeit stieg im Juli wieder etwas stärker, doch bei weitem nicht mehr so kräftig wie zu Beginn der Pandemie", sagt Mathias Auch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm. Gleichzeitig zeigte sich der Arbeitsmarkt wieder etwas dynamischer. Durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit konnten im Juli 681 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, das sind nahezu gleich viele wie im Juni und 179 mehr als noch im Mai.

Am Stellenmarkt belief sich der Bestand auf 3 575 offene Arbeitsangebote, 115 weniger als im Vormonat. Im Verlauf des Monats Juli meldeten regionale Arbeitgeber 1 010 neue Stellen, 51 weniger als im Juni, aber 222 mehr als noch im Mai. „Die Arbeitskräftenachfrage scheint sich einzupendeln, ist aber weiter deutlich unter dem Vorjahresniveau", erklärt Mathias Auch. „Mit Beginn der Ferienzeit ist vorerst auch nicht mit einer verstärkten Personalnachfrage zu rechnen."

Im Juli gingen hundert Anzeigen auf Kurzarbeit für bis zu 3 252 Beschäftigte bei der Ulmer Arbeitsagentur ein. Seit März dieses Jahres sind es in der Region kumuliert 5 554 Betriebe, die für bis zu 112 008 Mitarbeiter Kurzarbeit anzeigten. „Kurzarbeit ermöglicht es, Arbeitsplätze zu erhalten. Mit Blick in die Zukunft kann dieser Zeitraum für die Weiterbildung von Beschäftigten genutzt werden. Die Arbeitsagentur kann hierbei finanziell unterstützen", unterstreicht Mathias Auch.

Arbeitslosigkeit

Zum Vormonat stieg die Arbeitslosigkeit um 3,6 Prozent. Der Anstieg ist vollständig im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur) zu verorten. Hier waren 6 898 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, 451 oder 7,0 Prozent mehr als im Juni und 3 103 oder 81,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Bereich der Grundsicherung (Jobcenter) ging die Arbeitslosigkeit zum Juni leicht zurück. In Zahlen waren das 3 935 arbeitslose Menschen, 74 Personen oder 1,8 Prozent weniger als im Vormonat. Zum Vorjahr waren es 610 Personen oder 18,3 Prozent mehr.

Über beide Rechtskreise zeigt sich seit Krisenbeginn eine Zunahme der Arbeitslosigkeit von März bis Juli um 38,5 Prozent (3 014 Personen), wobei die Gruppe der unter 25-Jährigen von den Folgen der Krise besonders betroffen ist. Seit März stieg die Arbeitslosigkeit in dieser Gruppe um 58,3 Prozent, das entspricht 518 Personen. „Im Sinne der Fachkräftesicherung und für den Berufseinstieg junger Menschen ist es wichtig, dass Betriebe ihre Azubis übernehmen. Das geht auch bei Kurzarbeit", betont Auch.

Kurzarbeit

Bei der Agentur für Arbeit Ulm zeigten von März bis zum 26. Juli kumuliert 5 554 Betriebe Kurzarbeit für maximal 112 008 Beschäftigte an. Nach einem steilen Anstieg im März und einem Höchststand im April geht die Zahl der neuen Anzeigen weiter zurück. Vorläufige Daten für den Juli liegen bis zum 26. des Monats vor; demnach zeigten in diesem Zeitraum hundert Betriebe für bis zu 3 252 Beschäftigte Kurzarbeit an.

Erste Hochrechnungen für die tatsächlich realisierte Kurzarbeit auf Agenturebene für den Monat März 2020 zeigen, dass im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm 1.869 Betriebe für 15.768 Beschäftigte Kurzarbeit in Anspruch genommen haben.

Hinsichtlich der Anzahl an Personen für die Kurzarbeit angezeigt wurde, sind für den Zeitraum von März bis Juni folgende Branchen besonders hervorzuheben: Die Metall- und Elektroindustrie (38 185 Beschäftigte, 737 Betriebe); der Handel (13 130 Beschäftigte, 966 Betriebe); der Bereich freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (12 575 Beschäftigte, 369 Betriebe), der Bereich Lager und Logistik (8 057 Beschäftigte, 282 Betriebe); das Gastgewerbe (6 442 Beschäftigte, 712 Betriebe) und das Baugewerbe (4 706 Beschäftigte, 458 Betriebe).

Ausbildungsmarkt

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm meldeten sich seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres 2 587 Bewerber für eine Berufsausbildungsstelle, das waren 76 oder 2,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich meldeten regionale Ausbildungsbetriebe 3 741 Lehrstellen oder duale Studienplätze. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 446 oder 10,7 Prozent weniger Angebote. „Bereits vor der Pandemie waren strukturelle Auffälligkeiten zu erkennen, die nun auf Corona treffen", erklärt Auch.

Noch ohne Ausbildungsplatz waren im Juli 913 Bewerber, gleichzeitig waren 1 317 Ausbildungsstellen unbesetzt. Rein rechnerisch kamen somit 1,44 offene Ausbildungsangebote auf jeden noch suchenden Bewerber. Mathias Auch appelliert an die Betriebe, auch in diesen Zeiten auszubilden, um Fachkräfteengpässen nach der Krise entgegen zu wirken. An die Ausbildungsplatzsuchenden gerichtet sagt Auch: „Über 1.300 Stellen sind noch unbesetzt, es geht noch was! Wenn Ihr Fragen habt oder unsicher seid ob es mit dem Ausbildungs- oder Studienplatz klappt: Wir sind da – per Telefon, online oder auch wieder in einem persönlichen Termin und während der gesamten Sommerferien!"

Der Agenturbezirk im Landesvergleich

Während im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm die Arbeitslosigkeit im Juli um 3,6 Prozent anstieg, stieg sie in Baden-Württemberg um 1,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk nahm um 0,1 Prozentpunkte zu und lag bei 3,5 Prozent. Das ist unter den Agenturbezirken die niedrigste Quote in Baden-Württemberg. Der Anstieg zum Vorjahr beträgt 1,2 Prozentpunkte. In Baden-Württemberg blieb die Arbeitslosenquote bei 4,4 Prozent, das sind 1,3 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Zu den Kreisen im Agenturbezirk

Biberach. Im Landkreis Biberach stieg die Arbeitslosenquote auf 3,0 Prozent. Zum Vormonat sind das 0,2 Prozentpunkte mehr, zum Vorjahr 0,9. Mit 3 537 Frauen und Männern waren 233 oder 7,1 Prozent mehr Menschen arbeitslos als vor vier Wochen. Die Agentur für Arbeit in Biberach betreute 2 387 Menschen (plus 226). Das Jobcenter des Landkreises Biberach betreute 1 150 Frauen und Männer (plus sie-ben).

Vorläufige Daten über Anzeigen zur Kurzarbeit im Juli liegen bis zum 26. des Monats vor. In diesem Zeitraum zeigten im Landkreis Biberach 33 Betriebe für bis zu 1 479 Beschäftigte Kurzarbeit an. Seit März dieses Jahres sind es kumuliert 1 857 Betriebe, die für maximal 46 161 Beschäftigte Kurzarbeit anzeigten.

Alb-Donau-Kreis. 3 974 Menschen waren arbeitslos und über die Agentur für Arbeit (2 626) oder das Jobcenter (1 348) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Das sind 115 oder 3,0 Prozent mehr Menschen als im Juni. Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,1 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote bei 2,2 Prozent. Vorläufige Daten über Anzeigen zur Kurzarbeit im Juli liegen bis zum 26. des Monats vor. In diesem Zeitraum zeigten im Alb-Donau-Kreis 46 Betriebe für bis zu 470 Beschäftigte Kurzarbeit an. Seit März dieses Jahres sind es kumuliert 1 824 Betriebe, die für maximal 22 406 Beschäftigte Kurzarbeit anzeigten.

Ulm. Im Stadtgebiet Ulm waren 3 322 arbeitslose Menschen über die Arbeitsagentur (1 885) und das Jobcenter (1 437) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Somit stieg die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 29 Personen oder um 0,9 Prozent an. Unter den Kreisen im Agenturbezirk ist das der geringste Anstieg. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent an. Vor einem Jahr lag die Quote bei 3,2 Prozent. Vorläufige Daten über Anzeigen zur Kurzarbeit im Juli liegen bis zum 26. des Monats vor. In diesem Zeitraum zeigten im Stadtkreis Ulm 21 Betriebe für bis zu 1 303 Beschäftigte Kurzarbeit an. Seit März dieses Jahres sind es kumuliert 1 873 Betriebe, die für maximal 43 441 Beschäftigte Kurzarbeit anzeigten.