29.10.2020 | Presseinfo Nr. 63

Weniger Arbeitslose im Oktober

Der Arbeitsmarkt im Oktober

Im Oktober waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm 10 476 Frauen und Männer arbeitslos. Gegenüber dem Vormonat waren das 918 Personen oder 8,1 Prozent weniger, im Vergleich zum Vorjahr 3 124 oder 42,5 Prozent mehr arbeitslose Menschen. Die Arbeitslosenquote fiel um 0,3 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent zurück. „Der im Herbst übliche Rückgang der Arbeitslosigkeit zeigt sich in diesem Jahr verstärkt im Oktober und fällt mit minus 8,1 Prozent höher aus als in den Vorjahren", berichtet Christine Landskron-Rieger, Geschäftsführerin operativ der Agentur für Arbeit Ulm.

Hingegen entwickelte sich der regionale Stellenmarkt vergleichsweise moderat. Arbeitgeber meldeten geringfügig mehr Stellen als im September. Mit 1 120 Offerten waren es 44 Stellen oder 4,1% mehr als vor vier Wochen. Der Stellenbestand stieg ebenfalls leicht an. Insgesamt gab es im Ulmer Agenturbezirk 3 723 offene Arbeitsangebote, 122 oder 3,4 Prozent mehr als im September. „Trotz weiterer Entspannung bleibt der Arbeitsmarkt fest im Griff der Pandemie. Weiterhin liegen der Stellenmarkt deutlich unter und die Arbeitslosigkeit deutlich über Vorjahresniveau", fasst Landskron-Rieger zusammen.

Die Entwicklung der Anzeigen für Kurzarbeit lässt weiterhin die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt erkennen, wobei in den letzten Monaten deutlich weniger Anzeigen hinzugekommen sind.

Arbeitslosigkeit

Im Berichtsmonat sank die Arbeitslosigkeit deutlich um 8,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr stieg sie um 3 124 Personen oder um 42,5 Prozent an. Von der Entwicklung konnten junge Erwachsene unter 25 Jahren am stärksten profitieren. 1 308 unter 25-Jährige waren arbeitslos gemeldet, 347 oder 21,0 Prozent weniger als im Vormonat.

Nach Rechtskreisen betrachtet, waren im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur) 6 901 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 621 oder 8,3 Prozent weniger als im September. Im Bereich der Grundsicherung (Jobcenter) nahm die Arbeitslosigkeit zum Vormonat ebenfalls ab. In Zahlen waren das 3 575 arbeitslose Menschen, 297 Personen oder 7,7 Prozent weniger als im September.

Im Oktober bewies sich der Arbeitsmarkt als sehr aufnahmefähig. Insgesamt konnten im Berichtsmonat 1 328 Frauen und Männer eine neue Arbeitsstelle finden. Das sind 260 Personen oder 24,3 Prozent mehr als vor vier Wochen und 465 oder 53,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. „Offensichtlich fand hier eine Verschiebung statt", berichtet Landskron-Rieger. „Üblicherweise finden arbeitslose Menschen mehr im September als im Oktober eine neue Anstellung." Im Vergleich zum Vorjahr seien die sogenannten Abgänge in Erwerbstätigkeit insbesondere in den Berufssegmenten Verkehr und Logistik, in den Fertigungsberufen und in den sozialen Dienstleistungsberufen sichtbar, so die Geschäftsführerin. Auf der anderen Seite mussten sich aufgrund von Entlassungen oder Aufgabe ihrer selbstständigen Erwerbstätigkeit 1 146 Personen arbeitslos melden. Das waren 0,6 Prozent mehr als im Vormonat und 5,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Vergleich zum Vorjahr waren viele der sogenannten Zugänge aus Erwerbstätigkeit aus dem Bereich der wirtschaftlichen Dienstleistungen und dem Verarbeitenden Gewerbe, hier insbesondere aus der Stahl- und Elektroindustrie, zu beobachten.

Stellenmarkt

Arbeitgeber im Ulmer Agenturbezirk meldeten mit 1 120 neuen Stellenangeboten 44 oder 4,1 Prozent mehr als im Vormonat. „Der monatliche Stellenzugang steigt seit Mai kontinuierlich an und nähert sich allmählich dem Vorjahresniveau", informiert die Geschäftsführerin. Der Stellenbestand lag mit 3 723 Arbeitsangeboten um 122 Offerten über dem Vormonatswert. Im Vorjahresvergleich lag der Zugang um 13,3 Prozent und der Bestand um 26,0 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Kurzarbeit

Vorläufige Daten für den Oktober liegen bis zum 25. des Monats vor; demnach zeigten in diesem Zeitraum 64 Betriebe für bis zu 1 103 Beschäftigte Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit Ulm an. Kumuliert zeigten von März bis zum 25. Oktober 5 833 Betriebe Kurzarbeit für maximal 120 533 Beschäftigte an.

Für den Monat April liegen nunmehr finale Zahlen zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit vor. In diesem Monat rechneten im Ulmer Agenturbezirk 3 511 Betriebe für 57 839 Beschäftigte Kurzarbeitergeld ab. „Die Auswirkung der Pandemie auf die Unternehmen erreichte im April einen vorläufigen Höhepunkt. Nahezu jeder vierte Beschäftigte war in Kurzarbeit. Die Zahl ist vergleichslos und zeigt die Bedeutung der Leistung Kurzarbeitergeld für den regionalen Arbeitsmarkt", unterstreicht Landskron-Rieger.

Für die Monate Mai und Juni liegen statistische Hochrechnungen zur realisierten Kurzarbeit vor. Demnach haben im Mai 3 201 Betriebe für 56 742 Beschäftigte Kurzarbeitergeld bei der Agentur für Arbeit Ulm abgerechnet. Im Juni waren es 2 545 Betriebe für 40 892 Beschäftigte.

Der Agenturbezirk im Landesvergleich

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm sank die Arbeitslosigkeit um 8,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote ging um 0,3 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent zurück. Unter den Agenturbezirken in Baden-Württemberg ist das die niedrigste Arbeitslosenquote. Im Vorjahr lag die Quote bei 2,4 Prozent. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Land lag im Oktober bei 4,3 Prozent, das sind 0,3 Prozentpunkte weniger als im Vormonat und 1,1 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosigkeit ging um 5,2 Prozent zurück.

Zu den Kreisen im Agenturbezirk

Biberach. Im Landkreis Biberach sank die Arbeitslosenquote auf 2,8 Prozent. Das ist die niedrigste Quote unter den Kreisen in Baden-Württemberg und die einzige im Land unter der Drei-Prozent-Marke. Zum Vormonat sind das 0,4 Prozentpunkte weniger, zum Vorjahr 0,9 Prozentpunkte mehr. Mit 3 395 Frauen und Männern waren 414 oder 10,9 Prozent weniger Menschen arbeitslos als vor vier Wochen. Die Agentur für Arbeit in Biberach betreute 2 343 Menschen (minus 284). Das Jobcenter des Landkreises Biberach betreute 1 052 Frauen und Männer (minus 130).

Vorläufige Daten über Anzeigen zur Kurzarbeit im Oktober liegen bis zum 25. des Monats vor. In diesem Zeitraum zeigten im Landkreis Biberach 31 Betriebe für bis zu 426 Beschäftigte Kurzarbeit an. Die tatsächlich realisierte Kurzarbeit auf Kreisebene steht nun für den Monat April fest. In diesem Monat rechneten im Landkreis Biberach 1 132 Betriebe für 20 158 Beschäftigte Kurzarbeitergeld ab.

Alb-Donau-Kreis. 3 807 Menschen waren arbeitslos und über die Agentur für Arbeit (2 614) oder das Jobcenter (1 193) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Das sind 307 oder 7,5 Prozent weniger Menschen als im September. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote bei 2,3 Prozent.

Vorläufige Daten über Anzeigen zur Kurzarbeit im Oktober liegen bis zum 25. des Monats vor. In diesem Zeitraum zeigten im Alb-Donau-Kreis 13 Betriebe für bis zu 288 Beschäftigte Kurzarbeit an. Die tatsächlich realisierte Kurzarbeit auf Kreisebene steht nun für den Monat April fest. In diesem Monat rechneten im Alb-Donau-Kreis 1 120 Betriebe für 11 092 Beschäftigte Kurzarbeitergeld ab.

Ulm. Im Stadtgebiet Ulm waren 3 274 arbeitslose Menschen über die Arbeitsagentur (1 944) und das Jobcenter (1 330) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Somit nahm die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 197 Personen oder um 5,7 Prozent ab. Die Arbeitslosenquote sank um 0,3 Prozentpunkte und lag bei 4,5 Prozent. Unter den neun Stadtkreisen im Land ist Ulm der einzige unter der 5-Prozent-Marke. Vor einem Jahr lag die Quote bei 3,5 Prozent.

Vorläufige Daten über Anzeigen zur Kurzarbeit im Oktober liegen bis zum 25. des Monats vor. In diesem Zeitraum zeigten im Stadtkreis Ulm 20 Betriebe für bis zu 389 Beschäftigte Kurzarbeit an. Die tatsächlich realisierte Kurzarbeit auf Kreisebene steht nun für den Monat April fest. In diesem Monat rechneten im Stadtkreis 1 259 Betriebe für 26 883 Beschäftigte Kurzarbeitergeld ab.