01.06.2021 | Presseinfo Nr. 29

Arbeitslosigkeit sinkt weiterhin

Der Arbeitsmarkt im Mai

Im Mai waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm 9 455 Menschen arbeitslos gemeldet, 293 oder 3,0 Prozent weniger als im April. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren das 777 Personen oder 7,6 Prozent weniger. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 3,1 Prozent. Im Mai 2020 lag die Quote bei 3,3 Prozent. „Der Trend scheint intakt zu sein, die Arbeitslosigkeit sank den vierten Monat in Folge. Ich gehe davon aus, dass sich der Arbeitsmarkt mit zunehmenden Lockerungen der Corona-Beschränkungen weiter schrittweise erholen wird. Jedoch kann an die Fortschritte, die in den letzten Jahren bei der Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit erzielt wurden, unter den aktuellen Bedingungen leider nicht angeknüpft werden“, kommentiert Mathias Auch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm.

Der Zugang von Arbeitsstellen zog im Vormonatsvergleich wieder an. Insgesamt gingen im Mai 1 303 Stellenneumeldungen ein, 96 oder 8,0 Prozent mehr als im April. Der Stellenbestand kletterte auf 4 307 offene Angebote. Dazu Mathias Auch: „Trotz noch immer bestehender Einschränkungen in vielen Branchen zieht die Arbeitskräftenachfrage an. Das betrifft vor allem viele Industrie- und Handwerksbetriebe. Erste positive Impulse zeigen sich auch wieder im Handel.“

Arbeitslosigkeit

Während die Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur) erneut zurückging, stieg sie in der Grundsicherung (Jobcenter) weiter an, wenngleich sich die Zunahme am aktuellen Rand abschwächte. Bei der Agentur für Arbeit Ulm waren 5 415 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 419 oder 7,2 Prozent weniger als im April und 812 oder 13 Prozent weniger als im Mai des vergangenen Jahres. Bei den Jobcentern im Ulmer Agenturbezirk stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen um weitere 126 Personen oder 3,2 Prozent auf

4 040 an. Zum Vorjahr waren das 35 Frauen und Männer oder 0,9 Prozent mehr.

Die Zahl arbeitsloser Jugendlicher und junger Erwachsener unter 25 Jahren ging im Vergleich zum Vormonat nochmals leicht zurück, um 14 Personen oder 1,4 Prozent auf 997 Jugendliche und junge Erwachsene. Zum Vorjahr waren es 322 Personen weniger, das entspricht einem Rückgang um 24,4 Prozent. Anders zeigte sich die Entwicklung bei der Langzeitarbeitslosigkeit. Im Mai waren 2 567 Frauen und Männer länger als zwölf Monate arbeitslos, das waren noch einmal 13 oder 0,5 Prozent mehr als vor vier Wochen und 918 oder 55,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Ausbildungsmarkt

Die mit Corona verbundenen Unsicherheiten wirken sich auch auf den Ausbildungs-markt aus. Erfreulich ist, dass die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen in der Region unvermindert hoch ist. Coronabedingt sind die Jugendlichen jedoch deutlich schwerer zu erreichen als in den Vorjahren.

Aktuell gibt es noch 1 595 freie Ausbildungsstellen und 899 junge Menschen, die noch einen Ausbildungsplatz über die Agentur für Arbeit Ulm suchen. Mathias Auch appelliert an die jungen Menschen, sich jetzt zu bewerben und sich nicht auf das folgende Ausbildungsjahr zu verlassen: „Im nächsten Jahr wird die Konkurrenz deutlich größer sein und die Suche nach einem Ausbildungsplatz damit schwieriger.“

Stellenmarkt

Im Vergleich zum Vormonat nahm der Stellenbestand um 234 Stellen bzw. 5,7 Prozent auf 4307 offene Arbeitsangebote zu, das Vorjahr übertraf er um 17,1 Prozent oder 630 Angebote. Der Bestand lag damit erstmals seit Krisenbeginn über dem Stand des Vorjahresmonats, erreichte aber noch nicht Vorkrisenniveau.

Im aktuellen Berichtsmonat meldeten regionale Arbeitgeber über alle Branchen hinweg mit 1 303 neuen Stellenangeboten 96 oder 8,0 Prozent mehr als im April und 515 oder 65,4 Prozent mehr als im Mai des letzten Jahres. Insbesondere das Verarbeitende Gewerbe, die Personaldienstleistung wie auch das Baugewerbe meldeten mehr neue Stellen.

Kurzarbeit

Vorläufige Daten für den Mai liegen bis zum 25. des Monats vor. Demnach zeigten in diesem Zeitraum 62 Betriebe für bis zu 1 361 Beschäftigte Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit Ulm an. Im April waren es 141 Betriebe die für bis zu 4 153 Beschäftigte Kurzarbeit anzeigten.

Für den Monat November liegen nunmehr finale Zahlen zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit vor. Im Ulmer Agenturbezirk rechneten 1 861 Betriebe für 20 253 Beschäftigte Kurzarbeitergeld ab. Hinsichtlich der Anzahl an Personen für die Kurzarbeit abgerechnet wurde, sind für den November folgende Branchen besonders hervorzuheben: Die Metall- und Elektroindustrie (9 139 Beschäftigte, 216 Betriebe); die Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben (1 804 Beschäftigte, 150 Betriebe); der Handel (1 760 Beschäftigte, 303 Betriebe) und das Gastgewerbe (2 352 Beschäftigte, 436 Betriebe). Für die Monate Dezember und Januar liegen statistische Hochrechnungen zur realisierten Kurzarbeit vor. Demnach haben im Dezember 2 056 Betriebe für 20 511 Beschäftigte Kurzarbeitergeld bei der Agentur für Arbeit Ulm abgerechnet. Im Januar waren es 2 372 Betriebe für 27 411 Beschäftigte.

Der Agenturbezirk im Landesvergleich

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm ging die Arbeitslosigkeit um 3,0 Prozent zurück. Die Arbeitslosenquote sank leicht auf 3,1 Prozent. Unter den Agenturbezirken in Baden-Württemberg ist das der niedrigste Wert. Im Vorjahr lag die Quote bei 3,3 Prozent. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Land ging um 0,2 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent zurück. Zum Vorjahr sind das 0,3 Prozentpunkte weniger. Die Arbeitslosigkeit im Land sank um 3,7 Prozent.

Zu den Kreisen im Agenturbezirk

Biberach. Im Landkreis Biberach blieb die Arbeitslosenquote mit 2,6 Prozent stabil. Das ist die niedrigste Quote im Land. Vor einem Jahr lag die Quote bei 2,7 Prozent. Mit 3 083 Frauen und Männern waren 19 oder 0,6 Prozent weniger Menschen arbeitslos als vor vier Wochen. Die Agentur für Arbeit in Biberach betreute 1 797 Menschen (minus 107), das Jobcenter des Landkreises Biberach betreute 1 286 Frauen und Männer (plus 88).

Vorläufige Daten über Anzeigen zur Kurzarbeit im Mai liegen bis zum 25. des Monats vor. In diesem Zeitraum zeigten im Landkreis Biberach 18 Betriebe für bis zu 136 Beschäftigte Kurzarbeit an. Im April waren es 15 Betriebe die für bis zu 165 Beschäftigte Kurzarbeit anzeigten.

Alb-Donau-Kreis. 3 357 Menschen waren arbeitslos und über die Agentur für Arbeit (2 080) oder das Jobcenter (1 277) auf der Suche nach einer neuen Arbeits-stelle. Das sind 129 oder 3,7 Prozent weniger Menschen als im April. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent.

Vorläufige Daten über Anzeigen zur Kurzarbeit im Mai liegen bis zum 25. des Monats vor. In diesem Zeitraum zeigten im Alb-Donau-Kreis 7 Betriebe für bis zu 60 Beschäftigte Kurzarbeit an. Im April waren es 22 Betriebe die für bis zu 206 Beschäftigte Kurzarbeit anzeigten.

Ulm. Im Stadtgebiet Ulm waren 3 015 arbeitslose Menschen über die Arbeitsagentur (1 538) und das Jobcenter (1 477) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Somit nahm die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 145 Personen oder um 4,6 Prozent ab. Die Arbeitslosenquote sank auf 4,2 Prozent, das sind 0,1 Prozentpunkte weniger als vor vier Wochen und 0,2 weniger als vor einem Jahr.

Unter den neun Stadtkreisen im Land verzeichnete Ulm erneut die niedrigste Arbeitslosenquote.

Vorläufige Daten über Anzeigen zur Kurzarbeit im Mai liegen bis zum 25. des Monats vor. In diesem Zeitraum zeigten im Stadtkreis Ulm 37 Betriebe für bis zu 1 165 Beschäftigte Kurzarbeit an. Im April waren es 104 Betriebe die für bis zu 3 782 Beschäftigte Kurzarbeit anzeigten.