29.07.2021 | Presseinfo Nr. 37

Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt geht weiter

Der Arbeitsmarkt im Juli

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm waren im Juli 8 771 Menschen arbeitslos gemeldet, 289 oder 3,2 Prozent weniger als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 2 062 Personen oder 19,0 Prozent weniger. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 3,5 Prozent. „Üblicherweise steigt die Arbeitslosigkeit im Juli, doch der regionale Arbeitsmarkt nahm den Schwung der letzten Monate mit und zeigte sich überdurchschnittlich aufnahmefähig“, berichtet Mathias Auch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm. Mit Ausnahme der unter 25-jährigen ging die Arbeitslosigkeit über alle Personengruppen hinweg zurück. „Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist für die Sommermonate typisch. Viele junge Menschen beenden Schule oder Ausbildung, suchen eine Anschlussbeschäftigung und melden sich über den Sommer vorübergehend arbeitslos“, so Auch. Am Stellenmarkt meldeten regionale Arbeitgeber mit 1 693 Arbeitsangeboten deutlich mehr neue Stellen als vor vier Wochen. Zugenommen hat die Personalnachfrage verstärkt im Bereich Personalüberlassung, im Verarbeitenden Gewerbe und im Handel. Damit kletterte der Bestand an offenen Arbeitsstellen um 603 Offerten auf 5 200 Arbeitsangebote. Mehr gemeldete Arbeitsstellen gab es zuletzt im September 2019. Am Ausbildungsmarkt hat der Endspurt begonnen. Für das im September beginnende Ausbildungsjahr waren im Juli noch 1 385 offene Ausbildungsstellen gemeldet. „Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz stehen weiter sehr gut und für alle, die Fragen haben, Rat oder eine Stelle suchen, steht die Berufsberatung auch während der Sommerferien zur Verfügung“, betont Mathias Auch.

Arbeitslosigkeit

Mit Blick auf die Rechtskreise sank die Arbeitslosigkeit sowohl in der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur) wie auch in der Grundsicherung (Jobcenter). Bei der Agentur für Arbeit Ulm waren 4 988 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 80 oder 1,6 Prozent weniger als im Juni und 1 910 oder 27,7 Prozent weniger als im Juli des vergangenen Jahres. Die Zahl der bei den Jobcentern im Agenturbezirk arbeitslos gemeldeten Menschen ging auf 3 783 zurück. Zum Juni waren das 209 Personen oder 5,2 Prozent weniger, zum Vorjahr 152 Frauen und Männer oder 3,9 Prozent weniger.

Mit Blick auf die Personengruppen zeigt sich, dass die Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren saisonal üblich anstieg und zwar um 60 Personen oder 6,5 Prozent auf 977 Personen. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen stieg zum Vormonat um 0,1 auf 2,7 Prozent an. Vor einem Jahr lag sie bei 3,8 Prozent.

Den zweiten Monat in Folge ging die Zahl langzeitarbeitsloser Menschen zurück. Im Juli waren 2 424 Frauen und Männer länger als zwölf Monate arbeitslos, das waren 89 Personen oder 3,9 Prozent weniger als im Juni, jedoch 587 oder 32,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Mathias Auch ordnet die aktuellen Zahlen ein: „Die Entwicklung geht in die richtige Richtung, der weitere Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit bleibt aber eine Herausforderung.“

Im Juli konnten insgesamt 949 arbeitslose Frauen und Männer eine neue Beschäftigung aufnehmen. Das waren 29 Personen oder 3,2 Prozent mehr als im Juni und 268 oder 39,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. In einem Juli konnten zuletzt im Jahr 2011 mehr arbeitslose Menschen eine neue Arbeitsstelle finden.

Ausbildungsmarkt

Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe im Ulmer Agenturbezirk ist weiter hoch. 1 385 offene Ausbildungsstellen gab es im Juli, dem gegenüber standen 697 Bewerber, die bislang noch keine Ausbildungsstelle oder Alternative finden konnten. Rein rechnerisch kamen auf jeden suchenden Bewerber zwei Ausbildungsstellen. Die Top Ten der offenen Ausbildungsstellen im Juli: Verkäufer/in; Kaufmann/-frau im Einzelhandel; Maurer/in, Bäckereifachverkäufer/in; Handelsfachwirt; Fleischereifachverkäufer/in; Fachkraft Lagerlogistik, Zimmerer/Zimmerin; Anlagenmechaniker/in Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik; Kaufmann/-frau - Büromanagement.

Stellenmarkt

Im Vergleich zum Vormonat wuchs der Bestand um 603 oder 13,1 Prozent auf 5 200 offene Arbeitsangebote an. Zum Vorjahr ist das ein Plus um 1 625 Stellen oder 45,5 Prozent. Über viele Branchen hinweg meldeten regionale Arbeitgeber mit 1 693 neuen Stellenangeboten 335 oder 24,7 Prozent mehr als im Juni und 683 oder 67,6 Prozent mehr als im Juli letzten Jahres. In Folge stieg der Fachkräftebedarf. Rund 80 Prozent der gemeldeten Arbeitsangebote sind Stellen für Fachkräfte oder höher Qualifizierte. „Das Thema Fachkräftesicherung nimmt zunehmend Fahrt auf. Hier unterstützt die Arbeitsagentur und bietet hinsichtlich Weiterbildung und Qualifizierung umfangreiche Förder- und Beratungsangebote an“, betont Auch.

Kurzarbeit

Vorläufige Daten für den Juli liegen bis zum 25. des Monats vor. Demnach zeigten in diesem Zeitraum 30 Betriebe für bis zu 1 462 Beschäftigte Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit Ulm an. Im Juni waren es 37 Betriebe die für bis zu 562 Beschäftigte Kurzarbeit anzeigten. „In den letzten Wochen wurden immer wieder Liefereng-pässe als Grund angegeben, weshalb Betriebe Kurzarbeit anzeigen“, sagt Mathias Auch.

Für den Monat Januar liegen nunmehr finale Zahlen zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit vor. Im Ulmer Agenturbezirk rechneten 2 349 Betriebe für 26 736 Beschäftigte Kurzarbeitergeld ab. Hinsichtlich der Anzahl an Personen für die Kurzarbeit abgerechnet wurde, sind für den Januar folgende Branchen besonders hervorzuheben: Die Metall- und Elektroindustrie (7 691 Beschäftigte, 181 Betriebe); die Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben (5 872 Beschäftigte, 134 Betriebe); der Handel (4 070 Beschäftigte, 530 Betriebe) und das Gastgewerbe (2 901 Beschäftigte, 521 Betriebe).

Für die Monate Februar und März liegen statistische Hochrechnungen zur realisierten Kurzarbeit vor. Demnach haben im Februar 2 394 Betriebe für 23 164 Beschäftigte Kurzarbeitergeld bei der Agentur für Arbeit Ulm abgerechnet. Im März waren es 1 995 Betriebe für 18 955 Beschäftigte.

Der Agenturbezirk im Landesvergleich

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm ging die Arbeitslosigkeit um 3,2 Prozent zurück. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent. Unter den Agenturbezirken in Baden-Württemberg ist das der niedrigste Wert. Im Vorjahr lag die Quote bei 3,5 Prozent. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Land ging um 0,1 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent zurück. Zum Vorjahr sind das 0,6 Prozentpunkte weniger. Die Arbeitslosigkeit im Land sank um 1,9 Prozent.

Zu den Kreisen im Agenturbezirk

Biberach. Im Landkreis Biberach sank die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent. Im Land ist das die niedrigste Quote, gemeinsam mit dem Bodenseekreis. Vor einem Jahr lag die Quote bei 3,0 Prozent. Mit 2 924 Frauen und Männern waren 70 oder 2,3 Prozent weniger Menschen arbeitslos als vor vier Wochen. Die Agentur für Arbeit in Biberach betreute 1 651 Menschen (minus 17), das Jobcenter des Landkreises Biberach betreute 1 273 Frauen und Männer (minus 53).

Alb-Donau-Kreis. 3 062 Menschen waren arbeitslos und über die Agentur für Arbeit (1 925) oder das Jobcenter (1 137) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Das sind 113 oder 3,6 Prozent weniger Menschen als im Juni. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 3,4 Prozent.

Ulm. Im Stadtgebiet Ulm waren 2 785 arbeitslose Menschen über die Arbeitsagentur (1 412) und das Jobcenter (1 373) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Somit nahm die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 106 Personen oder um 3,7 Prozent ab. Die Arbeitslosenquote sank auf 3,8 Prozent, das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als vor vier Wochen und 0,8 weniger als vor einem Jahr. Unter den neun Stadtkreisen ist das die niedrigste Quote im Land.