31.08.2021 | Presseinfo Nr. 41

Anstieg der Arbeitslosigkeit moderat

Der Arbeitsmarkt im August

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm waren im August 9 144 Menschen arbeitslos gemeldet, 373 oder 4,3 Prozent mehr als im Juli. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 2 604 Personen oder 22,2 Prozent weniger. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 3,8 Prozent. „Dass im August die Arbeitslosigkeit zunimmt und die Quote steigt, ist saisonal üblich. Vor allem Schulabgänger und Ausbildungsabsolventen melden sich vorübergehend arbeitslos“, berichtet Christine Landskron-Rieger, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Ulm. So stieg die Zahl der arbeitslosen jungen Erwachsenen unter 25 Jahren zum Vormonat um 247 oder 25,3 Prozent an. Insgesamt betrachtet sieht Landskron-Rieger die Entwicklung am Arbeitsmarkt positiv und ordnet die Zahlen ein: „Die Zunahme der Arbeitslosigkeit fiel vergleichsweise moderat aus. In einem August war die Zunahme zuletzt im Jahr 2007 geringer. Damals lag das Plus zum Vormonat bei 3,9 Prozent. Vor einem Jahr lag das Plus bei 8,4 Prozent.“ Am Stellenmarkt meldeten regionale Arbeitgeber mit 1 566 Arbeitsangeboten 127 Stellen weniger als vor vier Wochen. Der Bestand konnte hingegen weiter zulegen, so dass im August mit 5 465 offenen Arbeitsstellen 265 mehr als im Vormonat zu verzeichnen waren. „Die Personalnachfrage bleibt stabil auf hohem Niveau. Entsprechend gut sind die Aussichten auch für junge Menschen, nach der Ferienzeit eine Anstellung zu finden“, so Landskron-Rieger.

Arbeitslosigkeit
Mit Blick auf die Rechtskreise stieg die Arbeitslosigkeit sowohl in der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur) als auch in der Grundsicherung (Jobcenter). Bei der Agentur für Arbeit Ulm waren 5 164 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 176 oder 3,5 Prozent mehr als im Juli und 2 599 oder 33,5 Prozent weniger als im August des vergangenen Jahres. Die Zahl der bei den Jobcentern im Agenturbezirk arbeitslos gemeldeten Menschen wuchs auf 3 980 an. Zum Juli waren das 197 Personen oder 5,2 Prozent mehr, zum Vorjahr 5 Frauen und Männer oder 0,1 Prozent weniger.
Mit Blick auf die Personengruppen zeigt sich, dass die Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren saisonal üblich anstieg und zwar um 247 Personen oder 25,3 Prozent auf 1 224 Personen. Zum August des vergangenen Jahres waren es 641 Personen und 34,4 Prozent weniger arbeitslose junge Frauen und Männer. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen stieg zum Vormonat um 0,7 auf 3,4 Prozent an. Vor einem Jahr lag sie bei 5,0 Prozent.
Im August waren 2 383 Frauen und Männer länger als zwölf Monate arbeitslos, das waren 41 Personen oder 1,7 Prozent weniger als im Juli, jedoch 454 oder 23,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. „Erfreulich ist, dass die Zahl langzeitarbeitsloser Menschen den dritten Monat in Folge zurück ging“, stellt Landskron-Rieger fest. Die Entwicklung gehe in die richtige Richtung, wenngleich der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit eine Herausforderung bleibe, so die Geschäftsführerin.

Ausbildungsmarkt
1 107 offene Ausbildungsstellen gab es noch im August. Dem gegenüber standen 421 Bewerber, die bislang noch keine Ausbildungsstelle oder Alternative finden konnten. Rein rechnerisch kamen auf jeden suchenden Bewerber 2,6 Ausbildungsstellen. Die Top Ten der offenen Ausbildungsstellen im August: Verkäufer/in; Kauf-mann/-frau im Einzelhandel; Maurer/in, Bäckereifachverkäufer/in; Fleischereifach-verkäufer/in; Anlagenmechaniker/in Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik; Zimmerer/Zimmerin; Koch/ Köchin; Eisenbahner im Betriebsdienst – Fahrweg; Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r. Dazu Christine Landskron-Rieger: „Noch ist der Ausbildungsmarkt in Bewegung. Wer eine Lehrstelle sucht hat noch Chancen, aber es ist Eile geboten. Unsere Berufsberatung hilft gerne und ist unter der 0731 160-777 telefonisch erreichbar.“

Stellenmarkt
Regionale Arbeitgeber meldeten mit 1 566 neuen Stellenangeboten 127 oder 7,5 Prozent weniger als im Juli und 490 oder 45,5 Prozent mehr als im August des letzten Jahres. Hingegen wuchs der Bestand im Vergleich zum Vormonat um 265 oder 5,1 Prozent auf 5 465 offene Arbeitsangebote weiter an. Zum Vorjahr ist das ein Plus um 1 932 Stellen oder 54,7 Prozent. Viele offene Stellen gab es neben den Personalüberlassungen vor allem im Verarbeitenden Gewerbe, im Bereich Unternehmensführung und -verwaltung, im Handel, in der Baubranche und im Gesundheits- und Sozialwesen. „Die Nachfrage nach qualifiziertem Personal ist hoch. Aber auch die Nachfrage nach Hilfskräften stieg zum Vorjahr deutlich an“, weiß Landskron-Rieger. Rund 80 Prozent der gemeldeten Arbeitsangebote sind Stellen für Fachkräfte oder höher Qualifizierte. „Geht es um Fachkräftesicherung, dann geht es auch um Weiterbildung und Qualifizierung. Hierbei kann die Arbeitsagentur erstens umfangreich beraten und zweitens finanziell unterstützen, besonders bei Geringqualifizierten.“

Kurzarbeit
Vorläufige Daten für den August liegen bis zum 25. des Monats vor. Demnach zeigten in diesem Zeitraum 35 Betriebe für bis zu 1 021 Beschäftigte Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit Ulm an. Im Juli waren es 38 Betriebe die für bis zu 1 587 Beschäftigte Kurzarbeit anzeigten.

Für den Monat Februar liegen nunmehr finale Zahlen zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit vor. Im Ulmer Agenturbezirk rechneten 2 382 Betriebe für 23 516 Beschäftigte Kurzarbeitergeld ab. Hinsichtlich der Anzahl an Personen für die Kurzarbeit abgerechnet wurde, sind für den Januar folgende Branchen besonders hervorzuheben: Die Metall- und Elektroindustrie (5 805 Beschäftigte, 165 Betriebe); der Handel (4 528 Beschäftigte, 576 Betriebe); die Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben (4 093 Beschäftigte, 137 Betriebe) und das Gastgewerbe (2 883 Beschäftigte, 514 Betriebe).

Für die Monate März und April liegen statistische Hochrechnungen zur realisierten Kurzarbeit vor. Demnach haben im März 1 997 Betriebe für 20 649 Beschäftigte Kurzarbeitergeld bei der Agentur für Arbeit Ulm abgerechnet. Im April waren es 1 929 Betriebe für 18 358 Beschäftigte.

Der Agenturbezirk im Landesvergleich
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm nahm die Arbeitslosigkeit um 4,3 Prozent zu. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent. Unter den Agenturbezirken in Baden-Württemberg ist das der niedrigste Wert. Im Vorjahr lag die Quote bei 3,8 Prozent. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Land stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent. Zum Vorjahr sind das 0,7 Prozentpunkte weniger. Die Arbeitslosigkeit im Land wuchs um 2,2 Prozent an.

Zu den Kreisen im Agenturbezirk
Biberach. Im Landkreis Biberach ging die Arbeitslosenquote mit 2,6 Prozent um 0,2 Prozentpunkte nach oben. Im Land konnte einzig der Bodenseekreis mit 2,4 Prozent eine niedrigere Quote ausweisen. Vor einem Jahr lag die Quote im Landkreis Biberach bei 3,3 Prozent. Mit 3 117 Frauen und Männern waren 193 oder 6,6 Prozent mehr Menschen arbeitslos als vor vier Wochen. Die Agentur für Arbeit in Biberach betreute 1 749 Menschen (plus 98), das Jobcenter des Landkreises Biberach betreute 1 368 Frauen und Männer (plus 95).

Alb-Donau-Kreis. 3 146 Menschen waren arbeitslos und über die Agentur für Arbeit (1 967) oder das Jobcenter (1 179) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Das sind 84 Menschen oder 2,7 Prozent mehr als im Juli. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 3,7 Prozent.

Ulm. Im Stadtgebiet Ulm waren 2 881 arbeitslose Menschen über die Arbeitsagentur (1 448) und das Jobcenter (1 433) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Somit nahm die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 96 Personen oder um 3,4 Prozent zu. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,0 Prozent, das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als vor vier Wochen und 0,9 weniger als vor einem Jahr. Unter den neun Stadtkreisen ist das die niedrigste Quote im Land.