Arbeitslosigkeit zum Jahresausklang stabil

Der Arbeitsmarkt im Dezember

04.01.2022 | Presseinfo Nr. 1

Zum Jahresende sank die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm geringfügig auf 7 423 arbeitslos gemeldete Menschen. Das waren 26 oder 0,3 Prozent weniger als im November und 2516 oder 25,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. „Der Arbeitsmarkt zeigte sich im Dezember stabil, entgegen dem üblichen saisonalen Trend war sogar ein leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit zu registrieren“, berichtet Mathias Auch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm. Auf die Quote hatte das keine Auswirkung. „Den zweiten Monat in Folge lag die Arbeitslosenquote bei 2,4 Prozent und damit gleichauf mit dem Wert vom Vorkrisen-Dezember 2019“, fährt Auch fort. Im Dezember 2020 hatte sie bei 3,2 Prozent gelegen.
Die Arbeitskräftenachfrage ließ im Dezember nach, lag aber weiterhin sowohl mit Blick auf die offenen Stellen als auch die Stellenneumeldungen über dem Niveau der beiden Vorjahre. „Auch wenn in einigen Bereichen der Personalbedarf erkennbar zurück ging, zeigte sich insgesamt am Stellenmarkt eine für einen Dezember nicht ungewöhnliche Entwicklung,“ fasst Mathias Auch zusammen.
Kräftig zu nahm sowohl die Anzahl der Anzeigen auf Kurzarbeitergeld, als auch die Zahl der Beschäftigten für die Kurzarbeit angezeigt wurde. Neben der sich verschärfenden Pandemie-Situation waren dafür vor allem Lieferkettenprobleme, sowie die erneute Verlängerung des erleichterten Zugangs zum Kurzarbeitergeld ursächlich.

Arbeitslosigkeit
Nach Rechtskreisen betrachtet waren in der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur) 4 097 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 36 oder 0,9 Prozent mehr als im November und 2 468 oder 37,6 Prozent weniger als im Vorjahr. In der Grundsicherung (Jobcenter) nahm die Arbeitslosigkeit zum Vormonat leicht ab. In Zahlen waren das 3 326 arbeitslose Menschen, 62 Personen oder 1,8 Prozent weniger als im November. Im Vorjahresvergleich waren es 48 Frauen und Männer oder 1,4 Prozent weniger.
Mit Blick auf die Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich uneinheitlich. Im Vorjahresvergleich verzeichneten jedoch alle Personengruppen einen Rückgang im Bestand. Erstmals seit April 2020 lag im Dezember auch wieder die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen unter dem Wert des Vorjahresmonats: 2 095 Frauen und Männer waren länger als 12 Monate arbeitslos, 53 oder 2,5 Prozent weniger als im November und 49 oder 2,3 Prozent weniger als im Dezember 2020. „Das ist eine wirklich erfreuliche Entwicklung“, so Mathias Auch.

Stellenmarkt
Trotz Rückgang lag die Kräftenachfrage auf Basis der gemeldeten Arbeitsstellen im Dezember weiter deutlich über Vorjahres- und Vorvorjahresniveau. Der Stellenbestand im Bezirk lag mit 5 258 Arbeitsangeboten um 199 Offerten unter dem Vormonatswert. Das entspricht einem Minus um 3,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Bestand um 1 605 Stellen oder 43,9 Prozent und im Vergleich zum Dezember 2019 um 840 Stellen oder 19,0 Prozent an.
Der Stellenzugang zeigte ein ähnliches Bild. Regionale Arbeitgeber meldeten mit 1 353 Stellenangeboten zwar 167 oder 11,0 Prozent weniger neue Stellen als im November, aber 403 oder 42,9 Prozent mehr als vor einem Jahr und 184 oder 15,7 Prozent mehr als im Dezember 2019.
Rückläufig war die Arbeitskräftenachfrage im Dezember insbesondere in der Personaldienstleistung, im Handel und im Gastgewerbe.

Kurzarbeit
Vorläufige Daten für den Dezember liegen bis zum 27. des Monats vor. Demnach zeigten in diesem Zeitraum 199 Betriebe für bis zu 3 791 Beschäftigte Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit Ulm an. Im November waren es Anzeigen von 40 Betrieben für bis zu 495 Beschäftigte. In den Zahlen können Betriebe abgebildet sein, die bislang noch keine Kurzarbeit angezeigt hatten sowie Betriebe, die erneut betroffen sind. Einer erneuten Anzeige bei der Agentur für Arbeit bedarf es, wenn eine angezeigte Kurzarbeit für mindestens 3 Monate nicht mehr umgesetzt wurde. Nicht jede Anzeige führt auch automatisch zu einem Antrag auf Kurzarbeitergeld, Anzeigen werden mitunter vorsorglich gestellt.
Der Anstieg lässt sich im Wesentlichen zurückführen auf Material- und Rohstoffengpässe, die erneute Zuspitzung der Pandemie-Situation, sowie die Verlängerung des erleichterten Zugangs zum Kurzarbeitergeld bis zum 31.03.2022. Vermehrt gingen Anzeigen insbesondere aus dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Gastgewerbe, sowie dem Einzelhandel ein.
Für den Monat Juni liegen nunmehr finale Zahlen zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit vor. Im Ulmer Agenturbezirk rechneten 1 313 Betriebe für 12 020 Beschäftigte Kurzarbeitergeld ab. Hinsichtlich der Anzahl an Personen, für die Kurzarbeit abgerechnet wurde, sind für den Juni folgende Branchen besonders hervorzuheben: Die Metall- und Elektroindustrie (2 789 Beschäftigte, 91 Betriebe); die Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben (2 545 Beschäftigte, 100 Betriebe); der Handel (1 567 Beschäftigte, 285 Betriebe) und das Gastgewerbe (1 480 Beschäftigte, 291 Betriebe).
Für die Monate Juli und August liegen statistische Hochrechnungen zur realisierten Kurzarbeit vor. Demnach haben im Juli 878 Betriebe für 8 440 Beschäftigte Kurzarbeitergeld bei der Agentur für Arbeit Ulm abgerechnet. Im August waren es 698 Betriebe für 4 303 Beschäftigte.

Der Agenturbezirk im Landesvergleich
Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm blieb mit 2,4 Prozent zum Vormonat unverändert. Damit war Ulm unter den Agenturbezirken in Baden-Württemberg im Dezember erneut der Bezirk mit dem niedrigsten Wert. Im Vorjahresmonat lag die Arbeitslosenquote bei 3,2 Prozent.
Die durchschnittliche Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg lag mit 3,4 Prozent ebenfalls gleichauf zum Vormonat. Zum Vorjahr waren das 0,8 Prozentpunkte weniger.

Zu den Kreisen im Agenturbezirk

Biberach. „Im Landkreis Biberach blieb die Arbeitslosenquote mit 2,1 Prozent unverändert. Damit hielt Biberach auch zum Jahresausklang die Spitzenposition unter den baden-württembergischen Kreisen“, erläutert Mathias Auch. Im Jahr zuvor lag die Quote im Landkreis Biberach bei 2,7 Prozent. Mit 2 463 Frauen und Männern waren 23 oder 0,9 Prozent weniger Menschen arbeitslos als vor vier Wochen. Die Agentur für Arbeit in Biberach betreute 1 384 Menschen (minus 1), das Jobcenter des Landkreises Biberach betreute 1 079 Frauen und Männer (minus 22).

Alb-Donau-Kreis. 2 563 Menschen waren im Landkreis Alb-Donau arbeitslos und über die Agentur für Arbeit (1 535) oder das Jobcenter (1 028) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Das waren 5 Menschen oder 0,2 Prozent mehr als im November. Die Arbeitslosenquote blieb bei 2,2 Prozent. Das war der zweitniedrigste Wert unter den Kreisen in Baden-Württemberg. Vor einem Jahr lag die Quote bei 3,1 Prozent.

Ulm. Im Stadtgebiet Ulm waren 2 397 arbeitslose Menschen über die Arbeitsagentur (1 178) und das Jobcenter (1 219) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Somit nahm die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 8 Personen oder um 0,3 Prozent ab. Die Arbeitslosenquote lag, wie bereits im Vormonat, bei 3,3 Prozent und damit 1,0 Prozentpunkte niedriger als vor einem Jahr. „Damit blieb Ulm der einzige Stadtkreis im Land mit einer Drei vor dem Komma“, stellt Mathias Auch fest.

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