Konjunktur bremst Herbstbelebung

Der Arbeitsmarkt im Oktober

02.11.2023 | Presseinfo Nr. 68

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm nahm die Arbeitslosigkeit weiter ab – liegt jedoch höher als im Vorjahr. Im Oktober waren 9 049 Menschen arbeitslos gemeldet, 272 oder 2,9 Prozent weniger als im September. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 1 368 Personen oder 17,8 Prozent mehr. „Von einem Rückgang der Arbeitslosigkeit im Oktober war auszugehen. In Relation zur konjunkturellen Entwicklung allerdings auch davon, dass der saisonal übliche Rückgang in diesem Herbst vergleichsweise mild ausgeprägt sein würde“, berichtet Dr. Torsten Denkmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm. Entsprechend ging die Arbeitslosenquote moderat um 0,1 Prozentpunkte zurück. Diese lag bei 2,9 Prozent und somit wieder unter der Drei-Prozent-Marke. Am Stellenmarkt meldeten regionale Arbeitgeber mit 958 neuen Arbeitsangeboten 179 Stellen mehr als vor vier Wochen. Hingegen reduzierte sich der Stellenbestand um 94 Angebote und lag bei 4 081 Vakanzen. „Insgesamt gesehen bremsen die eingetrübten konjunkturellen Aussichten die Herbstbelegung ein. Neben der Entwicklung am Stellenmarkt zeigt sich dies insbesondere an einer abgeschwächten Aufnahmefähigkeit am regionalen Arbeitsmarkt“, verdeutlich der Agenturleiter. So konnten im Oktober 790 arbeitslose Menschen eine neue Beschäftigung aufnehmen, und somit weniger als in den Vorjahresmonaten. Die Zahl der Menschen, die ihren Arbeitsplatz aufgeben mussten, lag ebenfalls unter dem Wert der Vorjahresmonate. „Regionale Arbeitgeber halten ihr Personal im Unternehmen und im Betrieb. Das ist vorausschauend. Jedoch ist es für arbeitslose Frauen und Männer schwerer geworden, eine neue Beschäftigung zu finden“, fasst Denkmann zusammen und empfiehlt, die Zeit der Arbeitslosigkeit nach Möglichkeit für Qualifizierungen zu nutzen.

Arbeitslosigkeit
Mit Blick auf die beiden Rechtskreise nahm die Arbeitslosigkeit sowohl bei der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur) als auch bei der Grundsicherung (Jobcenter) ab. Bei der Agentur für Arbeit Ulm waren 4 066 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 64 oder 1,5 Prozent weniger als im September und 371 oder 10,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der bei den Jobcentern im Agenturbezirk arbeitslos gemeldeten Menschen ging zum Vormonat um 208 Personen oder 4,0 Prozent auf 4 983 Personen zurück. Zum Vorjahr waren es 997 Frauen und Männer oder 25,0 Prozent mehr. „Die Zunahme der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich ist, insbesondere im Bereich der Grundsicherung, unter anderem auf die Fluchtmigration zurückzuführen“ erklärt Denkmann.

Personengruppen
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit zeigte sich über nahezu alle Personengruppen. Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren ging die Arbeitslosigkeit um 155 auf 952 Personen zurück. Zum Vorjahr waren das 231 mehr. Die Jugendarbeitslosenquote sank um 0,5 Punkte auf 2,6 Prozent. Im Vorjahr betrug die Quote 2,0 Prozent. Die Zahl arbeitsloser Männer sank um 131 auf 4 780 Personen, die der Frauen um 141 auf 4 269 Arbeitslose. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 730 arbeitslose Männer und 638 Frauen mehr. Der Blick auf Frauen und Männer mit ausländischer Staatsbürgerschaft zeigt einen Rückgang um 210 auf 4 211 arbeitslose Menschen, 992 mehr als im Vorjahr.

Bewegungsdaten
Unter die Bewegungsdaten fallen auch die Zu- und Abgänge aus der Erwerbstätigkeit. Im Oktober mussten 954 Personen ihre Arbeitsstelle aufgeben, 60 oder 5,9 Prozent weniger als im September. Die Zahl der Menschen, die eine neue Arbeit aufnehmen konnten, lag bei 790 Personen und somit um 206 oder 20,7 Prozent unter dem Vormonatswert.

Fluchtmigration aus der Ukraine 
Geflüchtete Menschen aus der Ukraine werden seit dem 1. Juni 2022 durch die regionalen Jobcenter betreut. Insgesamt waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm 3 226 (plus 33 zum Vormonat) erwerbsfähige Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit gemeldet. Davon waren 2 491 (plus 49 zum Vormonat) arbeitsuchend und davon wiederum 1 327 (minus 113 zum Vormonat) arbeitslos. 

Stellenmarkt
Regionale Arbeitgeber meldeten 958 Stellenangebote neu, das waren 179 oder 23,0 Prozent mehr als im Vormonat und 396 oder 29,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn wurden 10 164 Stellen gemeldet, 3 925 oder 27,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Bestand offener Arbeitsstellen umfasste 4 081 Vakanzen, 94 oder 2,3 Prozent weniger als vor vier Wochen und 1 652 oder 28,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. „Die getrübte Konjunktur in Kombination mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verstärkt den Negativtrend am Stellenmarkt“, sagt Torsten Denkmann. Der Agenturleiter hält aber auch fest, dass im Agenturbezirk mit über 4 000 offenen Stellenangeboten weiterhin Personal in nennenswertem Umfang gesucht wird. Im Verarbeitenden Gewerbe, im Bereich freiberuflicher, wissenschaftlicher und technischer Dienstleistungen, sowie im Gesundheits- und Personalwesen stieg der Personalbedarf weiterhin an.

Der Agenturbezirk im Landesvergleich 
Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm lag im Oktober bei 2,9 Prozent und somit 0,1 Prozentpunkte unter dem Septemberwert. Unter den Agenturbezirken in Baden-Württemberg ist das weiterhin der niedrigste Wert und im Berichtsmonat der einzige unter der Drei-Prozent-Marke. Im Oktober des letzten Jahres lag die Quote bei 2,5 Prozent. 
In Baden-Württemberg ging die Arbeitslosenquote ebenfalls um 0,1 Punkte auf 3,9 Prozent zurück. Zum Vorjahr waren das 0,3 Prozentpunkte mehr. 

Zu den Kreisen im Agenturbezirk
Biberach. Im Landkreis Biberach sank die Arbeitslosenquote um 0,1 Punkte auf 2,4 Prozent. Unter den Kreisen in Baden-Württemberg ist das der niedrigste Wert. Vor einem Jahr lag die Quote bei 2,1 Prozent. Mit 2 948 Frauen und Männern waren 106 oder 3,5 Prozent weniger Menschen arbeitslos als im vergangenen Monat. Die Agentur für Arbeit in Biberach betreute 1 389 Menschen (minus 42), das Jobcenter des Landkreises Biberach betreute 1 559 Frauen und Männer (minus 64). 

Alb-Donau-Kreis. 3 084 Menschen waren arbeitslos und über die Agentur für Arbeit (1 539) oder das Jobcenter (1 545) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Das sind 71 Frauen und Männer oder 2,3 Prozent weniger als im September. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,1 Prozentpunkte ab und lag bei 2,6 Prozent. Der Alb-Donau-Kreis wies damit die zweitniedrigste Arbeitslosenquote unter den Kreisen im Land auf. Die Vorjahresquote lag bei 2,3 Prozent.

Ulm. Im Stadtgebiet Ulm waren 3 017 arbeitslose Menschen über die Arbeitsagentur (1 138) und das Jobcenter (1 879) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Somit ging die Arbeitslosigkeit um 95 Personen oder um 3,1 Prozent zurück. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,1 Punkte auf 4,1 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 3,5 Prozent. Unter den neun Stadtkreisen im Land ist das die geringste Arbeitslosenquote.
 

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