29.04.2021 | Presseinfo Nr. 18

Weniger Arbeitslose im April

  • Weniger Arbeitslose als im März - aber noch etwas mehr als im Vorjahr
  • Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit aufgrund der Pandemie
  • Personalnachfrage der Betriebe weiter ansteigend und deutlich über Vorjahresniveau
  • Kurzarbeit sichert weiter Beschäftigung – Zahl der neuen Anzeigen geht weiter zurück

Arbeitslosenzahl: 8.310 Arbeitslosenquote (Vorjahreswert):

4,4% (4,4%)

ggü. Vormonat: -184 / -2,2% Stellenzugang (ggü. Vorjahresmonat):

705 (+46,9%)

ggü. Vorjahresmonat:

+169 / +2,1%

Stellenbestand (ggü. Vorjahresmonat):

3.798 (+8,9%)


Die Arbeitslosigkeit im Oldenburger Münsterland ist im April weiter gesunken. Der Arbeitsmarkt ist wieder dynamischer als vor einem Jahr nach Beginn des ersten Lockdowns.

„Im letzten Monat haben deutlich mehr Menschen eine neue Arbeit gefunden und es haben sich viel weniger arbeitslos gemeldet als im Vorjahr. Dies ist zum einen auf saisonübliche Belebungen zurückzuführen, zum anderen hat sich die Personalnachfrage der Betriebe wieder leicht stabilisiert“, erläutert Tina Heliosch, Leiterin der Agentur für Arbeit Vechta.

Dennoch sind die Auswirkungen der Krise auf dem Arbeitsmarkt weiter sichtbar. So ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen beispielsweise deutlich gestiegen und liegt über 50 Prozent über dem Vorjahreswert. Als langzeitarbeitslos gilt, wer über ein Jahr arbeitslos ist. Die Krise begann Mitte März 2020. Daher werden jetzt die ersten langzeitarbeitslos, die keine andere Alternative gefunden haben. Allein im April letzten Jahres waren im Oldenburger Münsterland fast tausend Menschen mehr arbeitslos. Jetzt gibt es fast tausend Langzeitarbeitslose mehr.

„Das sind natürlich nicht komplett die gleichen Personen. Viele habe andere Beschäftigungen in Branchen gefunden, die nicht so von den Corona-Auswirkungen betroffen waren. Aber allen ist das leider nicht gelungen. Zumal der Zugang zum Arbeitsmarkt erfahrungsgemäß mit Dauer der Arbeitslosigkeit herausfordernder wird. Aber der Arbeits- und Fachkräftebedarf ist in unserer Region weiter hoch. Wir werden weiter daran arbeiten, suchenden Unternehmen und Arbeitslosen eine Perspektive anzubieten“, sagt Heliosch.   


Arbeitslosigkeit

Mit insgesamt 8.310 Personen waren im April bei den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit und den Jobcentern Vechta und Cloppenburg 184 Arbeitslose bzw. 2,2% weniger gemeldet als im März. Die Arbeitslosenquote sank zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf dem Vorjahreswert von 4,4%. Im Vergleich zum April 2020 stieg die Arbeitslosigkeit um 169 bzw. 2,1%.


Unterbeschäftigung

Ergänzend zur gesetzlich definierten Zahl der Arbeitslosen veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden[1]. Nach vorläufigen Angaben waren im April einschließlich der arbeitslos Gemeldeten insgesamt 10.586 Menschen (49 bzw. 0,5% mehr als im April 2020) unterbeschäftigt.


Entwicklung Kurzarbeit

Die Zahl neuer Anzeigen über konjunkturelle Kurzarbeit hatte nach dem Höchststand im März/April 2020 in den Folgemonaten deutlich abgenommen. Seit November war wieder ein merklicher Anstieg an neuen Anzeigen zu verzeichnen. Aktuell geht dieser Trend jedoch wieder zurück. Im April zeigten 41 Betriebe aus dem Oldenburger Münsterland Kurzarbeit für 830 Beschäftigte neu an. Im März waren es 62 Betriebe für 592 Beschäftigte. Unter die neu Anzeigenden können auch Betriebe und Beschäftigte fallen, für die bereits zu einem vorherigen Zeitpunkt Kurzarbeit angezeigt wurde. Die Anzeige muss dann erneuert werden, wenn mindestens drei Monate keine Abrechnung der Kurzarbeit erfolgte.

Seit April 2020 haben insgesamt 4.833 Betriebe für 60.611 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt.

Die Zahl der Anzeigen sagt noch nichts über die Inanspruchnahme der Kurzarbeit aus. Diese steht jeweils erst nach drei Monaten fest, wenn die Betriebe ihre tatsächliche Kurzarbeit mit der Agentur für Arbeit abgerechnet haben. Hier liegen inzwischen die tatsächlich abgerechneten Daten für Oktober vor: Im Oldenburger Münsterland haben im Oktober 769 Betriebe für 4.734 Arbeitnehmer/innen Kurzarbeit abgerechnet. Im Vormonat September waren es 802 Betriebe für 5.604 Arbeitnehmer/innen. Unter den Kurzarbeitenden im Oktober waren 2.836 Männer und 1.898 Frauen.


Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung

Bei der für die Arbeitslosenversicherung zuständigen Agentur für Arbeit Vechta sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 276 bzw. 6,7% auf 3.818. Hier waren 36 bzw. 1,0% mehr Arbeitslose gemeldet als zur gleichen Zeit im Vorjahr.

Bei den für die Grundsicherung zuständigen Jobcentern im Oldenburger Münsterland hingegen stieg die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat um 92 bzw. 2,1% auf 4.492. Gegenüber dem Vorjahr waren hier 133 bzw. 3,1% mehr Menschen arbeitslos gemeldet.


Stellenmarkt

Dem Arbeitgeberservice wurden im April 705 neue Stellen zur Besetzung gemeldet. Das waren 225 bzw. 46,9% mehr als im Vorjahr. Der durchschnittliche Bestand an gemeldeten Stellen stieg gegenüber April 2020 um 311 bzw. 8,9% auf 3.798. Die neuen Arbeitsstellen wurden im April primär für die Branchen Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften (215 neue Stellen), Baugewerbe (54) sowie Einzelhandel (ohne Handel mit Kfz) (34) gemeldet. 


Arbeitslosenzahlen und –quoten in den Landkreisen

Arbeitslosenzahl Veränderung gegenüber Vormonat Veränderung gegenüber Vorjahr Arbeitslosenquote
Aktuell Vormonat Vorjahr
Agentur für Arbeit Vechta 8.310 -184 / -2,2% +169 / +2,1% 4,4% 4,5% 4,4%
Landkreis Vechta / Hauptagentur 3.626 -90 / -2,4% -113 / -3,0% 4,1% 4,2% 4,2%
Landkreis Cloppenburg 4.684 -94 / -2,0% +282 / +6,4% 4,7% 4,8% 4,5%
davon:
Geschäftsstelle Cloppenburg 2.296 -73 / -2,5% +283 / +10,8% 4,3% 4,4% 4,0%
Geschäftsstelle Friesoythe 1.788 -21 / -1,2% -1 / -0,1% 5,6% 5,7% 5,7%

[1] Dazu gehören Personen z.B. in beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Gründungszuschuss. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.