04.09.2021 | Presseinfo Nr. 41

Gemeinsam für Ausbildung

Kammern und Agenturen für Arbeit ermuntern zum Berufsstart noch in diesem Jahr.

„Ausbildung klarmachen – Jetzt erst Recht!“, das ist die zentrale Aussage, die die Agenturen für Arbeit Vechta und Oldenburg-Wilhelmshaven zusammen mit der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer Oldenburg und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen den Jugendlichen in der gesamten Region rät.

Zwar sind bereits Anfang August viele Ausbildungen gestartet – jedoch haben sich Einstellungsprozesse aufgrund der Pandemie auch verzögert. Deshalb: Auch im September und darüber hinaus ist es möglich, den Start in das Berufsleben noch in diesem Jahr zu verwirklichen. Der Ausbildungsmarkt bietet zahlreiche Chancen.

„Durch die Pandemie war es für Schulabgängerinnen und –abgänger und Arbeitsgeberinnen und –geber schwerer, zueinander zu finden. Deshalb möchten wir nochmal verstärkt auf alle Möglichkeiten hinweisen, um den Jugendlichen den Einstieg in den Beruf zu erleichtern.“, erklärt Tina Heliosch, Leiterin der Agentur für Arbeit Vechta. Denn: Es gibt noch viele unbesetzte Ausbildungsstellen, viele Betriebe sind noch auf der Suche. Heliosch wirbt bei jungen Leuten dafür, jetzt noch einen Ausbildungsvertrag abzuschließen.

Für Spätstarter gibt es auch jetzt noch vielfältige Unterstützungsangebote, wie zum Beispiel das Online- Tool „Check U“. Auch Messen und andere Vermittlungsaktionen können bei der Orientierung und Suche helfen. Alle Informationen findet man gebündelt auf www.arbeitsagentur.de/m/ausbildungklarmachen/.

In den beiden Landkreisen im Oldenburger Münsterland sieht die Situation am aktuellen Ausbildungsmarkt wie folgt aus:

Landkreis Cloppenburg

Im Landkreis Cloppenburg wurden in der Agentur für Arbeit seit Beginn des Berichtsjahres 1.089 Bewerber/innen erfasst, von denen im August 2021 noch 170 unversorgt waren. Das sind 144 oder 11,9 Prozent weniger Bewerber/innen als im Berichtsjahr 2019/2020. Dem stehen gegenüber 1.423 gemeldete Berufsausbildungsstellen, von denen noch 426 unbesetzt sind. Das sind 58 bzw. 4,2 Prozent mehr gemeldete Ausbildungsstellenstellen als im Vorjahr.

Das ergibt 1,33 Stellen pro Bewerberin oder Bewerber – und 2,51 unbesetzte Stellen je unversorgter Bewerberin oder unversorgtem Bewerber.

Landkreis Vechta

Im Landkreis Vechta wurden in der Agentur für Arbeit seit Beginn des Berichtsjahres 786 Bewerber/innen erfasst, von denen im August 2021 noch 109 unversorgt waren. Das sind 93 oder 10,6 Prozent weniger Bewerber/innen als im Berichtsjahr 2019/2020. Dem stehen gegenüber 1.743 gemeldete Berufsausbildungsstellen, von denen noch 463 unbesetzt sind. Das sind 6 bzw. 0,3 Prozent weniger gemeldete Ausbildungsstellenstellen als im Vorjahr.

Das ergibt 2,22 Stellen pro Bewerberin oder Bewerber – und 4,25 unbesetzte Stellen je unversorgter Bewerberin oder unversorgtem Bewerber.

Die Agenturen für Arbeit sowie die Kammern hoffen, dass noch viele Ausbildungsverhältnisse geschlossen werden. „Der Fachkräftebedarf ist und bleibt hoch im Oldenburger Münsterland. Die duale Berufsausbildung ist ein sehr guter Start in das Berufsleben. Sie ermöglicht den Einstieg in die Praxis und bietet in unserer Region meist die Chance auf eine sichere Beschäftigung nach dem Abschluss. Auch Weiterbildungsmöglichkeiten bis hin zum Studium sind danach aufbauend möglich, für alle die Karriere machen wollen.“, so Heliosch.

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen sagt:

Vom Landwirt und der Gärtnerin bis hin zur Hauswirtschaft und der Fischerei: Die sogenannten grünen Berufe liefern die Fachkräfte, die für den Anbau, die Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte verantwortlich sind. Welcher der grünen Berufe am besten zu ihnen passt, können Jugendliche auf www.talente-gesucht.de herausfinden. „Alle grünen Berufe bieten einen zukunftssicheren Arbeitsplatz mit sehr guten Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten“, wie Hans-Joachim Harms, Direktor der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, betont.

Auch Heiko Henke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Oldenburg, stellt fest, dass Corona vieles schwieriger gemacht hat. „Das Handwerk hat aber pragmatische Wege gefunden, um Ausbildung zu ermöglichen. Die Betriebe wissen, dass sie heute die Fachkräfte von morgen über eine Ausbildung gewinnen müssen. Wir haben kein
Angebots-, sondern ein Nachfrageproblem. Bundesweit waren im August noch rund 30.000 Stellen frei. Und Stand heute (31. August) müssen wir für den Kammerbezirk sagen, dass wir mit 2.368 neuen Lehrverträgen 3,9 Prozent hinter dem Vorjahr liegen“, sagt Henke. Er ist aber sehr zuversichtlich, dass im September und Oktober noch viele Verträge eingereicht werden. Das sei im ersten Corona-Jahr auch der Fall gewesen. Der Kammer-Chef betont zudem, dass in Zusammenarbeit mit den Kreishandwerkerschaften innerhalb der neuen Initiative „Allerhand Ausbildung!“ eine Menge erreicht wurde. „Wir sprechen viele junge Menschen, aber auch deren Eltern, an und vermitteln, dass es im Handwerk immer sichere Arbeitsplätze und Karrierechancen gibt“, so Henke. Während die Ausbildungsberufe Kfz-Mechatroniker und Dachdecker mehr gewählt wurden, gibt es zurzeit weniger neue Lehrverträge bei Metallbauern, Anlagenmechanikern und Friseuren.

Die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer sagt:

Im Bereich der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) haben die Unternehmen 3.692 (+ 2,5 %) Ausbildungsverträge im Vergleich zum Vorjahr abgeschlossen. Dies bedeutet bei den gewerblich-technischen Berufen einen Rückgang auf 1.240 Verträge (- 2,4 %) und in den kaufmännischen Berufen eine Steigerung auf 2.452 Verträge (+ 5,1 %).  Bezogen auf die Landkreise und Städte im Oldenburger Land registriert die IHK eine Spannbreite von plus 13,7 Prozent im Landkreis Friesland bis minus 8,6 Prozent in der Wesermarsch. Im Vergleich zu 2019 und damit vor der Corona-Krise, wurden insgesamt 7,1 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen.
"Auf dem Ausbildungsmarkt ist noch viel Bewegung und die Ausbildungsbetriebe bieten derzeit noch freie Ausbildungsstellen in den unterschiedlichen Branchen an", berichtet Dr. Thomas Hildebrandt, Hauptgeschäftsführer der Oldenburgischen IHK. "Einen weiteren Schub erwarten wir durch die anstehende job4u-Messe bei der 120 Aussteller noch viele freie Ausbildungsplätze für sofort anbieten." Die job4u-Messe findet am 10. und 11. September 2021 in der EWE-Arena in Oldenburg unter Einhaltung der 3G-Regel (Geimpfte, Genesene oder Getestete) sowie vorheriger Registrierung unter www.job4u-ev.de statt. "Mein Appell an alle die jetzt noch einen Ausbildungsplatz suchen – gebt nicht auf und nutzt die Chancen, die im Oldenburger Land geboten werden!" ermuntert Hildebrandt die jungen Menschen.

Auch im Oldenburger Münsterland haben Ausbildungsinteressierte die Möglichkeit am 17. und 18. September 2021 bei der Jobmesse auf dem Stoppelmarktgelände direkten Kontakt mit Ausbildungsbetrieben und beispielsweise deren Auszubildenden ins Gespräch zu kommen und vielleicht sogar kurzfristig noch einen Ausbildungsplatz klarzumachen. Weitere Infos zur Jobmesse unter www.haug-ausstellungen.de/messe/10-jobmesse-om.html.  

Hintere Reihe, v.l.n.r.: Thomas Hildebrandt (Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer), Thorsten Müller (Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven)

Mitte: Hans-Joachim Harms (Landwirtschaftskammer Niedersachsen), Heiko Henke (Handwerkskammer Oldenburg)

Vorne: Tina Heliosch (Agentur für Arbeit Vechta)

© Agentur für Arbeit


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