30.06.2022 | Presseinfo Nr. 36

Rems-Murr-Arbeitsmarkt im Juni

Zur Jahresmitte erhöhte sich die Arbeitslosigkeit im Rems-Murr-Kreis um 225 auf 8.436 Personen. Die Arbeitslosenquote stieg in den letzten vier Wochen um 0,1 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent und liegt damit um 0,6 Prozentpunkte günstiger als noch vor einem Jahr. „Seit dem 1. Juni haben Geflüchtete aus der Ukraine Anspruch auf Leistungen vom Jobcenter. Dieser sogenannte Systemwechsel bildet sich jetzt zeitverzögert auch in der Arbeitslosenstatistik ab. Aufgrund der laufenden Erfassung werden die Zahlen in den kommenden Wochen noch etwas weiter steigen. Die Arbeitsmarktlage im Kreis bleibt aber weiterhin gut“, erklärt die Leiterin der Waiblinger Agentur für Arbeit, Christine Käferle.

Im letzten Monat meldeten sich 777 Menschen bei der Waiblinger Arbeitsagentur und dem Jobcenter Rems-Murr aufgrund der Beendigung ihres Beschäftigungsverhältnisses arbeitslos, 136 mehr als im Mai. Im gleichen Zeitraum konnten 562 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden.

Nach Rechtskreisen betrachtet sank die Zahl der im Versichertenkreis der Arbeitsagentur arbeitslos gemeldeten Personen im Juni auf 3.638 (-43), die Zahl der Menschen, die vom Jobcenter Rems-Murr betreut werden, stieg um 268 auf 4.798 an. Karsten Bühl, Geschäftsführer des Jobcenter Rems-Murr, erklärt den Anstieg durch die Auswirkungen der Fluchtmigration aus der Ukraine und weist auf die Herausforderungen der nächsten Wochen und Monate hin „Derzeit sind wir vor allem anderen humanitär gefordert. Für die Geflüchteten aus der Ukraine – mehrheitlich Frauen und Kinder – geht es im ersten Schritt zunächst um die Deckung der Grundbedürfnisse: Existenzsicherung, Wohnraum oder Kinderbetreuung. Parallel beraten wir im Jobcenter aber natürlich auch schon zum Thema Arbeitsmarktintegration, insbesondere der Spracherwerb und die Anerkennung von Abschlüssen bzw. beruflichen Qualifikationen stehen dabei im Vordergrund."

 

Die landesweite Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Prozentpunkte und liegt wie im Rems-Murr-Kreis bei 3,5 Prozent. Auch hier gebe es einen „Ukraine-Effekt“, erklärt Käferle: „Insgesamt kamen in Baden-Württemberg etwa 16.600 bis 16.800 arbeitslose Personen neu hinzu, die vorher Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten haben. Das ist kein Phänomen des Rems-Murr-Kreises.“

 

Weiterhin hohe Nachfrage nach Fachkräften

Unternehmen aus dem Bezirk schalteten im letzten Monat den gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter bei der Besetzung von 910 Stellen ein. Insgesamt meldeten Unternehmen und Verwaltungen im ersten Halbjahr über 5.800 Stellenangebote, knapp 1.800 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. „Der anhaltend hohe Bestand an offenen Stellen signalisiert, dass der Arbeitsmarkt im Rems-Murr-Kreis weiterhin robust ist und sich gut von der Pandemie erholt hat. Wir haben derzeit über 4.200 freie Stellen gemeldet, das hatten wir schon seit mindestens 10 Jahren nicht mehr“, so Käferle, weist aber gleichzeitig auf die Wichtigkeit eines Berufsabschlusses hin. „Knapp drei Viertel der freien Stellen sind für Menschen mit abgeschlossener Ausbildung, Aufstiegsweiterbildung oder Studium, für Helfer haben wir nur circa 1.000 Stellen gemeldet.“

Arbeitsuchende finden die Stellen unter https://www.arbeitsagentur.de/jobsuche/.