04.12.2020 | Presseinfo Nr. 61

All inclusive?

Inklusion als Chance für Unternehmen und Betriebe

596 Menschen mit Behinderung sind im Rems-Murr-Kreis derzeit arbeitslos gemeldet (Arbeitslosenquote 5,5 Prozent), das sind – vor allem infolge der Covid-19-Pandemie -21,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Gut 59 Prozent der Menschen mit Handicap sind Männer, knapp 62 Prozent sind 50 Jahre und älter. Menschen mit Handicaps fällt es deutlich schwerer als anderen, wieder einen Arbeitsplatz zu finden. Dabei können Menschen mit Behinderung aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Motivation und Qualifikation eine Bereicherung für Unternehmen und Betriebe sein.

Neun Aspekte der Inklusion vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie:

Inspiration für die Arbeitswelt durch Vielfalt

Schwerbehinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern die Vielfalt in Unternehmen: Sie bringen aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten und Stärken neue Blickwinkel und Kreativität mit.

Neue Fachkräfte finden

Fachkräftebedarf und Fachkräftesicherung bleiben trotz Kurzarbeit und schwieriger Wirtschaftslage ein wichtiges Thema: Gut ausgebildete und motivierte Fachkräfte werden benötigt, wenn die Auftragslage in den Betrieben wieder anzieht.

Junge Menschen haben in außerbetrieblichen Einrichtungen in vielen verschiedenen Berufen ihre Ausbildung abgeschlossen und suchen eine Arbeitsstelle. Im November sind im Rems-Murr-Kreis 61 junge Menschen zwischen 15 und 29 Jahren arbeitslos gemeldet. Sie sind hoch motiviert und warten auf die Chance, ihre sehr guten praktischen Kenntnisse und Fähigkeiten in beruflichen Tätigkeiten einzubringen.

Arbeitslose schwerbehinderte Männer finden sich insbesondere im Objekt-Personen-Brandschutz/Arbeitssicherheit (49), Lagerwirtschaft/Post/Zustellung/Güterumschlag (31) und im Büro- und Sekretariatsbereich. Schwerbehinderte Frauen sind häufig in folgenden Branchen arbeitslos: Büro/Sekretariat (44), Verkauf (ohne Produktspezialisierung), Erziehung/Sozialarbeit/Heilerziehungspflege (18)

Kosten sparen bei der Ausgleichsabgabe

Arbeitgeber mit mindestens 20 Arbeitsplätzen sind gesetzlich verpflichtet, auf wenigstens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Durch die Beschäftigung eines behinderten Menschen können Arbeitgeber, die diese Pflicht nicht erfüllen, Kosten von bis zu 320 Euro im Monat vermeiden.

 Lust, ein Chancengeber zu sein?

Viele Menschen werden erst im Laufe ihres Erwerbslebens schwerbehindert, etwa durch Unfall oder Krankheit. Mit der Unterstützung der Arbeitsagenturen können Fachkräfte, die sich aus gesundheitlichen Gründen umorientieren müssen, dem Betrieb möglicherweise in anderer Funktion erhalten bleiben.

Aber auch wer von Geburt an mit einem Leben mit Behinderung konfrontiert ist, hat ein Recht darauf, die eigenen Fähigkeiten beweisen zu können.

Unterstützung durch viele Netzwerkpartner möglich

Die Fachkräfte des Arbeitgeber-Services und aus den Teams für Rehabilitation und Vermittlung schwerbehinderter Menschen in Arbeitsagenturen und Jobcentern unterstützen Arbeitgeber und Arbeitsuchende mit den Dienstleistungsangeboten, Beratung und Vermittlung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen.

Die Agenturen sind zudem Wegweiser zu weiteren Netzwerkpartnern, die ebenfalls durch Beratung und finanzielle Hilfen unterstützen können.

Die Bundesagentur für Arbeit kann Unternehmen und Betriebe durch ihren Technischen Beratungsdienst zur Arbeitsplatzgestaltung beraten.

Schwerbehinderte Menschen sind gut qualifiziert

56,2 Prozent der Schwerbehinderten haben eine betriebliche bzw. schulische Ausbildung, darunter gut 6 Prozent einen akademischen Abschluss.

Häufig haben die Handicaps keine Auswirkungen auf Qualität und Umfang der Arbeitsleistung. Wo das doch der Fall ist, lassen sich Hilfen prüfen.

Investition für Ihre Fachkräfte von Morgen

Digitalisierung baut Barrieren ab: Die strukturellen Veränderungen, die sie auslöst, eröffnen schon heute Menschen mit Behinderungen neue Beschäftigungsmöglichkeiten, Arbeitsformen und Einsatzfelder. So können auch schwerstbehinderte Menschen – etwa durch virtuelle Arbeit im Homeoffice – wertvolle Beschäftigte für Ihr Unternehmen werden.

Offen sein für Neues

Es kann sich für Unternehmen und Betriebe also lohnen, Vorbehalte über Bord zu werfen und sich von selbst von den Talenten der Menschen mit Behinderung zu überzeugen.

Arbeitgeber sollten daher prüfen, wo Beschäftigungsmöglichkeiten für behinderte Menschen bestehen oder neu entstehen.

Nur Mut!

Unternehmen und Betrieben, die Interesse an der Einstellung eines Menschen mit Handicap haben, stehen die Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service der örtlichen Agentur für Arbeit unter der Servicehotline 0800 4 5555 20 zur Verfügung.

Unternehmen können aber auch eine E-Mail an Waibingen.161-Reha@arbeitsagentur oder Waiblingen.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de senden oder sich auf der Internetseite der Agentur für Arbeit http://www.arbeitsagentur.de/m/inklusion informieren.