29.10.2020 | Presseinfo Nr. 53

Leichte Herbstbelebung lässt Arbeitslosigkeit sinken

Die im Herbst übliche Belebung auf dem Arbeitsmarkt ließ die Arbeitslosenzahlen im Oktober sinken. Im Rems-Murr-Kreis ging die Arbeitslosenquote in den vergangenen vier Wochen um 0,2 Prozentpunkte zurück und liegt nun bei 4,6 Prozent. „Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im letzten Monat lässt sich zu einem großen Teil auf die unter 25-Jährigen zurückführen. Viele Jüngere konnten nach einer kurzen Phase der Arbeitslosigkeit im Anschluss an ihre Ausbildung oder Studium eine Anstellung finden. Andere haben eine Ausbildung oder ein Studium begonnen“, teilt die Leiterin der Waiblinger Agentur für Arbeit, Christine Käferle, mit.

In den letzten vier Wochen sank die Zahl der beim Jobcenter Rems-Murr und der Waiblinger Agentur für Arbeit gemeldeten Arbeitslosen um 483 auf 11.208 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl der Arbeitslosen um 3.466 höher. Im Agenturbezirk konnten im letzten Monat 946 Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung beenden, gut ein Fünftel mehr als im Vormonat und knapp ein Drittel mehr als vor einem Jahr. 925 Menschen meldeten sich im Anschluss an eine Beschäftigung arbeitslos, 43 mehr als im September, 154 weniger als im Vorjahresmonat.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit in den letzten vier Wochen betraf insbesondere die Altersgruppe der unter 25-Jährigen. So sank die Arbeitslosenquote dieser Altersgruppe im Rems-Murr-Kreis um 0,8 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent. Die Arbeitslosenquote der über 50-Jährigen liegt wie schon in den Monaten zuvor bei 4,4 Prozent.

„Es stimmt mich positiv, dass trotz Pandemie wieder mehr Bewegung in den Arbeitsmarkt kommt. Neben den Abgängen in Erwerbstätigkeit und Ausbildung haben auch die von Agentur und Jobcenter geförderten beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen ihren Teil zum Rückgang der Arbeitslosenzahl beigetragen. Das ist möglich, da die Träger im Kreis gut auf die Pandemie reagiert haben und immer mehr auf virtuelle oder hybride Angebote umstellen“ erklärt Käferle. 163 Arbeitsuchende begannen im letzten Monat eine von Agentur für Arbeit oder Jobcenter geförderte berufliche Weiterbildungsmaßnahme. Insgesamt nehmen derzeit 561 Personen an einer solchen Qualifizierung teil. Weitere 447 Personen begannen im letzten Monat eine Maßnahme, welche die berufliche Eingliederung unterstützt. Seit Jahresbeginn wurden knapp 1.000 berufliche Weiterbildungen und

3.559 Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung gefördert. Im Vergleich zum September nahm die Zahl der Arbeitslosen aus dem Bereich der

Arbeitslosenversicherung um 388 auf 6.337 Personen ab, beim Jobcenter waren 95 arbeitslose Leistungsbezieher weniger gemeldet (4.871).

Auch baden-württembergweit ist ein Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote im Land reduzierte sich im letzten Monat um 0,3 auf 4,3 Prozent.

Betriebe und Verwaltungen aus der Region boten dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Agentur für Arbeit und Jobcenter in den letzten vier Wochen 587 neue Arbeitsstellen zur Vermittlung an, 42 mehr als im September, 105 weniger als im Oktober 2019. Insgesamt werden derzeit gut 2.000 Stellen vom Arbeitgeber-Service betreut. Zu finden sind diese unter www.jobboerse.arbeitsagentur.de oder in der App Jobsuche.

Wieder mehr Anzeigen für Kurzarbeit

Seit März sind bei der Waiblinger Agentur für Arbeit 4.793 Anzeigen für konjunkturelles Kurzarbeitergeld eingegangen und geprüft worden. Davon sind im Oktober 62 Anzeigen eingegangen, 34 Anzeigen mehr als noch im September. „Einige Betriebe haben über die Sommermonate nicht kurzgearbeitet, aber im Oktober erneut Kurzarbeit angezeigt. Wenn ein Betrieb drei Monate kein Kurzarbeitergeld abgerechnet hat, ist eine erneute Anzeige nötig. Gleichzeitig haben im Oktober weitere Unternehmen erstmalig Kurzarbeit angemeldet“ erklärt Käferle den Anstieg der Anzeigen.

Wenn Betriebe Kurzarbeit planen, müssen sie das bei der Agentur für Arbeit anzeigen. Der Arbeitgeber erwirbt sich mit der Anzeige das Recht, in den nächsten 3 Monaten in Kurzarbeitergeld zu gehen. Wenn tatsächlich kurzgearbeitet wird, kann der Betrieb innerhalb von 3 Monaten die erforderliche Abrechnungsliste einreichen. Aufgrund des Abrechnungszeitraums und der Aufbereitungszeit durch den Statistik-Service der Agentur für Arbeit können aktuell nur für April zuverlässige Aussagen getroffen werden, für Mai und Juni sind aber Hochrechnungen verfügbar.

Im April dieses Jahres haben 3.195 Betriebe im Kreis Kurzarbeit für 32.102 Menschen abgerechnet. Das entspricht einer Kurzarbeiter-Quote von rund 20 Prozent. Die Kurzarbeiter-Quote zeigt den Anteil von Kurzarbeitenden an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, es waren im April also 1 von 5 Beschäftigten von Kurzarbeit betroffen. Laut Hochrechnungen ging die Zahl der abrechnenden Betriebe im Mai auf 2.872 zurück (-323), die Zahl der Kurzarbeiter stieg auf 33.690 Menschen (+1.588). Die Kurzarbeiter-Quote erhöhte sich dadurch auf 22 Prozent. Im Juni sank sowohl die Anzahl der abrechnenden Betriebe (2.357, -515 im Vergleich zu Mai) als auch die Zahl der Kurzarbeitenden (28.235, -5.454). Die Kurzarbeiter-Quote lag laut ersten Hochrechnungen bei 18,4 Prozent.