30.09.2020 | Presseinfo Nr. 52

Arbeitsmarktreport September

Erstmals seit den Corona-Einschränkungen Rückgang der Arbeitslosigkeit

Quote bleibt bei 4,8 Prozent

Im Rems-Murr-Kreis hat der Arbeitsmarkt nach dem Sommer an Fahrt aufgenommen, wenn auch langsamer als in den vorangegangenen Jahren. Die Arbeitslosigkeit nahm in den letzten vier Wochen um 56 Personen ab. „Der Rückgang der Arbeitslosigkeit von August auf September ist saisonal üblich, das ist seit über 15 Jahren so. Es ist erfreulich, dass die saisonalen Einflüsse und die leichte Belebung der Wirtschaft den weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit gestoppt hat. Die Bewegungen in Erwerbstätigkeit liegen nahezu auf Vorjahresniveau“ erklärt Christine Käferle, Leiterin der Agentur für Arbeit, die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Kreis.

Zum Herbstanfang sind im Kreis 11.691 Menschen arbeitslos gemeldet, 56 weniger als im August, 3.900 mehr als im Vorjahresmonat. 882 Menschen haben sich im letzten Monat im Anschluss an eine Beschäftigung arbeitslos gemeldet, exakt so viele wie im August, 140 weniger als im September 2019. Demgegenüber stehen 777 arbeitslose Personen, die eine Beschäftigung aufgenommen haben, 117 mehr als vor vier Wochen, 26 weniger als im September letzten Jahres.

Neben den Zu- und Abgängen in Beschäftigung wirken sich unter anderem auch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen auf die Arbeitslosigkeit aus. So befinden sich aktuell 539 Menschen in Maßnahmen der Aktivierung und beruflichen Eingliederung (-11 im Vergleich zum Vormonat), 501 Menschen in geförderter beruflicher Weiterbildung (-49) und 375 in besonderen Maßnahmen zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung (+85).

In diesem Zusammenhang weist Käferle auf höhere Zuschüsse zur Weiterbildungsförderung bei Beschäftigten hin: „Seit Anfang 2019 ermöglicht das Qualifizierungschancengesetz mehr Förderung von Weiterbildung und Qualifizierung Beschäftigter. Das unterstützt Unternehmen bei der Bewältigung des Strukturwandels am Arbeitsmarkt und branchenspezifischen Fachkräfteengpässen. Ab 01. Oktober werden die Zuschüsse unter bestimmten Voraussetzungen erhöht. Betriebe und Beschäftigte sollten die Chance zur Weiterbildung nicht ungenutzt verstreichen lassen – in der gegenwärtigen, durch die Pandemie geprägten Situation gilt das noch mehr als zuvor.“

Weitere Informationen für Unternehmen unter https://www.bmas.de/DE/Themen/Aus-und-Weiterbildung/Weiterbildungsfoerderung/weiterbildungsfoerderung.html

für Arbeitnehmer*innen unter https://www.arbeitsagentur.de/karriere-und-weiterbildung/beruflich-qualifizieren

Nach Rechtskreisen betrachtet stieg die Zahl der arbeitslosen Menschen, die im September Leistungen zur Grundsicherung (Arbeitslosengeld 2) erhielten, im Vergleich zum Vormonat um 32 auf 4.966 Menschen an. 6.725 Personen erhielten Leistungen der Arbeitslosenversicherung, 88 weniger als im August. Im Vorjahresvergleich erhöhte sich die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB II um circa ein, im Rechtskreis SGB III um gut drei Viertel.

Gegenüber Baden-Württemberg ist der Rems-Murr-Kreis wegen seiner Branchenstruktur überdurchschnittlich von der Zunahme der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich betroffen. So nahm die Arbeitslosigkeit im Land in den letzten zwölf Monaten um 42,7 Prozent, im Rems-Murr-Kreis um 50,1 Prozent zu. Die Arbeitslosenquote liegt landesweit bei 4,6 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte günstiger als zwischen Rems und Murr.

Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Agentur und Jobcenter wurden im letzten Monat 545 Arbeitsstellen gemeldet, 32 Meldungen weniger als noch einen Monat zuvor. Vor einem Jahr waren es noch gut ein Drittel mehr Stellenzugänge. Insgesamt werden in der Jobbörse von Agentur für Arbeit und Jobcenter (www.jobboerse.arbeitsagentur.de ) momentan an die 2.000 Stellen im Rems-Murr-Kreis angeboten.

 

Nur noch wenige neue Anzeigen für Kurzarbeit

Seit März sind bei der Waiblinger Agentur für Arbeit 4.725 Anzeigen für konjunkturelles Kurzarbeitergeld eingegangen und geprüft worden. Davon sind im September 22 Anzeigen eingegangen, 18 Anzeigen weniger als noch im August.

Wenn Betriebe Kurzarbeit planen, müssen sie das bei der Agentur für Arbeit anzeigen. Der Arbeitgeber erwirbt sich mit der Anzeige das Recht, in den nächsten 3 Monaten in Kurzarbeit zu gehen. Wenn tatsächlich kurzgearbeitet wird, kann der Betrieb innerhalb von 3 Monaten die erforderliche Abrechnungsliste einreichen. Erst nach der Abrechnung liegen endgültige Daten dazu vor, wie viele Personen und welche Branchen betroffen waren.