10.11.2020 | Presseinfo Nr. 55

Ausbildungsmarktbilanz 2019/2020 Agentur für Arbeit Waiblingen

Zum Ende des Berufsberatungsjahres am 30. September zog die Waiblinger Agentur für Arbeit Bilanz zur Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt. Von Oktober 2019 bis September 2020 meldeten Betriebe und Verwaltungen dem gemeinsamen Arbeitgeber - Service von Agentur für Arbeit und Jobcenter insgesamt 2.881 Ausbildungsstellen, 144 mehr als im Vorjahr.

2.974 Bewerberinnen und Bewerber standen dem entgegen. „Die Unternehmen im Kreis wissen, wie wichtig die Ausbildung eigener Fachkräfte ist, um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein. Für Stornierungen von Ausbildungsstellen gibt es keine offizielle Statistik. Der Arbeitgeberservice schätzt die Stornierungsquote in diesem durch die Coronapandemie geprägten Jahr auf ca. 20 Prozent. Im Vergleich zu den Vorjahren ist sie damit ungefähr doppelt so hoch. Die Ausbildungsprämie, Kurzarbeitergeld und Pakete von Bund und Land haben sicherlich einigen Betrieben geholfen, ihre Ausbildungskapazität zu halten“ erklärt Christine Käferle, Leiterin der Agentur für Arbeit Waiblingen. „Unternehmen sind nicht verpflichtet, uns ihre Ausbildungsstellen zu melden. Ebenso wenig müssen sich Ausbildungssuchende bei der Berufsberatung melden“ weist Käferle darauf hin, dass die Statistik der Agentur für Arbeit den Ausbildungsstellenmarkt nicht vollständig abbilden kann.
 
Die Zahl derer, welche die Vermittlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten der Berufsberatung in Anspruch nahmen, ging um 249 auf 2.974 zurück. „Unsere Berufsberaterinnen und Berufsberater waren trotz der schwierigen Bedingungen, wie z.B. der temporären Schulschließung, nah an den Jugendlichen dran. Wir haben schnell auf alternative Kommunikationskanäle wie Telefon und Email gewechselt. Außerdem konnten wir auf die frühzeitige Berufsorientierung in den Vorjahren aufbauen, das heißt wir kannten einen Großteil der Schulabsolventinnen und –absolventen schon“ sagt Käferle.
 
Von den knapp 3.000 in der Berufsberatung gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern nahm rund jede/r Zweite (1.483; 49,9 Prozent) nach eigener Angabe zu Beginn des Ausbildungsjahres eine Ausbildung auf. Im Vorjahr nahmen 51,1 Prozent eine Ausbildung auf. 614 Personen, die bei der Berufsberatung nach einem Ausbildungsplatz gefragt hatten, besuchen mittlerweile eine weiterführende Schule, haben ein Studium oder ein Praktikum begonnen. 211 junge Erwachsene haben anstelle der anfänglich angestrebten Ausbildung letztlich eine Tätigkeit als Ungelernte angenommen, 98 haben sich für den Beginn eines Freiwilligen Sozialen Jahres, eines freiwilligen Wehrdienstes oder eines Bundesfreiwilligendienstes entschieden.
55 Ausbildungssuchende, die bisher noch keine Ausbildungsstelle finden konnten, nehmen inzwischen an einer berufsvorbereitenden Maßnahme der Arbeitsagentur teil, um sich im nächsten Jahr mit deutlich besseren Chancen erneut auf die Suche zu machen.
66 Jugendliche hatten zum Stichtag am 30.09. weder eine Stelle noch eine Alternative für den Berufsstart. Für diese werden die Vermittlungsaktivitäten
intensiv fortgesetzt. Außerdem wird mit den Jugendlichen an Alternativen, wie z.B. dem Beginn einer Einstiegsqualifizierung, gearbeitet.
 
Von den zwischen Rems und Murr gemeldeten 2.881 Ausbildungsstellen waren bis Ende September dieses Jahres noch 343 unbesetzt. „Viele Einstellungsprozesse haben sich im Zuge der Pandemie nach hinten verschoben, Ausschreibungen und Auswahlverfahren waren im Frühjahr in vielen Unternehmen für 3 Monate ausgesetzt. Das müssen wir bei der Interpretation der Zahlen berücksichtigen. Ich begrüße es sehr, dass die Betriebe verspätete Eintritte in Ausbildung ermöglichen“ betont Käferle.
Auch wenn der offizielle Ausbildungsstart bereits vorbei ist, besteht durchaus noch die Möglichkeit, in das laufende Ausbildungsjahr einzusteigen. „Die Erfahrungen zeigen, dass bis Dezember noch gute Chancen bestehen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Junge Leute sollten, um ihre Chancen zu erhöhen, über Alternativen nachdenken, auch wenn es vielleicht nicht der vermeintliche Traumberuf ist“ rät Käferle. „Unsere Berufsberaterinnen und -berater bieten dabei die erforderliche Unterstützung.“ Wer noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle ist, sollte sich daher umgehend beim BiZ-Call unter 07151/951902 oder per Mail unter: waiblingen.151-Berufsberatung-vor-dem-erwerbsleben@arbeitsagentur.de mit der Berufsberatung in Verbindung setzen und einen telefonischen Termin oder eine Videoberatung vereinbaren.