Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Tirschenreuth im Februar 2022

Arbeitslosenquote mit 3,3 Prozent sehr stabil

02.03.2022 | Presseinfo Nr. 6

Im Landkreis Tirschenreuth wird im Februar eine Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent ausgewiesen, das sind 0,7 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Die Zahl der arbeitslosen Personen stieg im Vergleich zum Vormonat lediglich um eine Person auf 1.337, die Arbeitslosenquote blieb somit gleich. 

Weiterhin stabile Werte am regionalen Arbeitsmarkt verkündet Thomas Franz, Leiter der Geschäftsstelle Tirschenreuth: „814 Männer und 523 Frauen waren im Landkreis arbeitslos gemeldet.“

Ein Blick auf die vergangenen vier Wochen zeigt, dass sich 291 Menschen neu oder erneut arbeitslos meldeten, wobei 290 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten. Mittlerweile gibt es eine steigende Zahl an Betrieben aus dem Bauhaupt-, Bauneben- und Ausbaugewerbe, die ihre Mitarbeiter in der kalten Jahreszeit weiterbeschäftigen können bzw. deren Arbeitnehmer in der Winterzeit ihren Resturlaub oder ihre Überstunden abbauen. Außerdem zeigt sich hier der positive Effekt der Möglichkeit des (Saison-)Kurzarbeitergeldes statt Entlassungen.

Die Zahl der arbeitslosen Menschen ausländischer Herkunft sank im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf 176 Personen. Ebenfalls sank die Zahl der Arbeitslosen über 50 Jahre auf 675 Personen. Auch die Anzahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 sank im Vergleich zum Vorjahr um 47 Prozent auf 88 Personen.

Im Februar endeten die dreieinhalbjährigen Berufsausbildungen, so dass in den nächsten Wochen mehr junge Fachkräfte am Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen werden. Mit Blick auf die demographische Entwicklung bieten die regionalen Betriebe deutlich mehr Übernahmemöglichkeiten als in den Vorjahren.

„Für die gut ausgebildeten Jugendlichen, die sich auf Arbeitssuche begeben, finden sich vergleichsweise schnell neue Arbeitgeber“, erläutert Franz. „Zeitgleich startet mit dem Halbjahreszeugnis für viele junge Menschen die Suche nach einem Ausbildungsplatz. Im Zuge der Fachkräftesicherung empfehle ich unseren Betrieben, auch jenen motivierten Bewerbern die Chance auf ein Vorstellungsgespräch oder Praktikum zu bieten, die auf den ersten Blick nicht alle gewünschten Qualifikationen erfüllen.

Eine Plattform zum Kennenlernen bietet am 26. März 2022 von 9.00 – 14.00 Uhr die Ausbildungsmesse Nordoberpfalz, die dieses Jahr wieder in der Max-Reger-Halle stattfinden wird.“

Im Februar konnten die 335 bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Weiden (Geschäftsstelle Tirschenreuth) registrierten Bewerber aus insgesamt 590 gemeldeten Ausbildungsstellen auswählen. Damit stehen rechnerisch jedem Bewerber 1,8 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Während einer Ausbildung bietet die Arbeitsagentur im Bedarfsfall gezielte und individuelle Hilfen an, u.a. die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH), um einen erfolgreichen Berufsabschluss zu ermöglichen. Bei Fragen hilft die Berufsberatung unter der BA-Hotline 0800 4 555500 oder per Email: Weiden.Berufsberatung@arbeitsagentur.de.

Für Unternehmen, die Auszubildende suchen, steht unser Arbeitgeber-Service gerne als Ansprechpartner unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0 800 4 555 20 zur Verfügung.“

Blick auf die Rechtskreise

Seit Einführung der Hartz-IV-Reformen werden arbeitslose Menschen mit Anspruch an die Arbeitslosenversicherung von der Agentur für Arbeit und hilfebedürftige Arbeitslose von den Jobcentern betreut. Die Agentur für Arbeit betreute 795 Personen in der Arbeitslosenversicherung, 270 Menschen weniger als im Februar 2021. Das Jobcenter Tirschenreuth war für 542 arbeitslose Menschen erster Ansprechpartner. Im Vorjahr waren 45 Arbeitslose mehr in Betreuung. „Intensive Beratungsaktivitäten nutzen insbesondere den Kunden, die nicht alle erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten zur Beschäftigungsaufnahme besitzen. Die Vermittlungsergebnisse bestätigen, dass sich passgenaue Weiterbildungen auf dem Arbeitsmarkt lohnen.“ informiert Franz.

Gute Aussichten für Fachkräfte

Die besten Beschäftigungschancen bieten sich nach wie vor Fachkräften. Dem Arbeitgeber-Service waren im Berichtsmonat 1.061 offene Arbeitsstellen gemeldet, davon 1.040 sozialversicherungspflichtig. Eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitskräften war in den Produktions- und Fertigungsberufen (440 Stellen) zu verzeichnen, in der Branche Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (188) und im Bereich Bau, Architektur, Vermessung, Gebäudetechnik (131). „Dieser langjährigen Entwicklung und letztlich dem demografischen Wandel kann das inländische Arbeitskräftepotenzial allein nicht mehr genügen“, erklärt Thomas Franz, Leiter der Agentur für Arbeit Tirschenreuth.

Am 1. März 2022 jährt sich zum zweiten Mal das Inkrafttreten des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes (FEG). Ziel des FEG ist insbesondere die Zuwanderung berufsqualifizierter Fachkräfte zu erleichtern, für die in Deutschland der Abschluss einer (dualen) Berufsausbildung erforderlich ist.

Für qualifizierte Fachkräfte, die in Deutschland arbeiten möchten, haben sich mit dem FEG die Möglichkeiten zur Einreise verbessert, wenn sie aus einem Land außerhalb der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums oder der Schweiz kommen.

Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland bleibt vor Allem im Gesundheitssektor („Pflege“), im Handwerk oder in der Logistik hoch. Die Pandemie verschärft eher den Druck in Unternehmen, den Strukturwandel erfolgreich zu meistern und dem demografischen Wandel etwas entgegenzusetzen. Die Corona-Pandemie hat Fachkräftezuwanderung nach Deutschland allerdings teilweise deutlich erschwert, v.a. durch: (temporäre) Schließungen der Visastellen und Einstellung von Reiseverbindungen.

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