01.12.2020 | Presseinfo Nr. 50

Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Tirschenreuth im November 2020

Kein Novemberblues in Tirschenreuth

Im Landkreis Tirschenreuth wird im November wieder eine niedrige Arbeitslosenquote von 3,0 Prozent ausgewiesen. Die Zahl der arbeitslosen Personen sank auf 1.232. Das ist trotz Corona eine Verbesserung um 0,2 Prozentpunkte zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Zahl der Arbeitslosen lediglich um 8,2 Prozent an. 

Weiterhin gute Werte am regionalen Arbeitsmarkt trotz Corona verkündet Thomas Franz, Leiter der Geschäftsstelle Tirschenreuth: „Da die Witterungsverhältnisse die Bautätigkeit und andere wetterabhängige Branchen bisher wenig beeinträchtigten, kann der Arbeitsmarkt gute Ergebnisse im November vorweisen. 677 Männer und 555 Frauen waren im Landkreis arbeitslos gemeldet, somit nur 93 erwerbslose Personen mehr als vor einem Jahr. Eine Erhöhung der Arbeitslosenzahlen durch die Pandemie war bis dato wenig spürbar, auch wenn es Einzelne hart traf.“

Dies spiegelt sich in den aktuellen Arbeitsmarktzahlen wider. Insbesondere die Anzahl an ausländischen Arbeitslosen sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8 Prozentpunkte auf 160 Personen. Der Anteil an schwerbehinderten Menschen an allen Arbeitslosen beträgt im Berichtsmonat 16,5 Prozent. Im November sind 116 schwerbehinderte Menschen auf der Suche nach einer passenden Arbeitsstelle, das sind 17,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Dazu sagt Franz:“ Die Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen stieg in der Pandemie bislang überproportional an. Diese besondere Personengruppe ist im Durchschnitt höher qualifiziert als andere Arbeitslose und meist hoch motiviert und besonders loyal zum Unternehmen. Die Einstellung arbeitsloser schwerbehinderter Menschen und die Ausstattung des Arbeitsplatzes können meist besonders gut gefördert werden und in vielen Fällen spart sich der Arbeitgeber auch noch die Ausgleichsabgabe. Unsere auf diese Gruppe spezialisierten Berater und Beraterinnen stehen für qualifizierte Auskünfte gerne zur Verfügung.

Im November beendeten 326 Personen ihre Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig meldeten sich 259 Männer und Frauen bei der Arbeitsagentur oder im Jobcenter neu oder erneut arbeitslos.

Von der Besetzung gemeldeter Stellen profitieren mittlerweile zahlreiche Menschen, die an beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen der Arbeitsagentur teilgenommen haben. „Mit dem erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung oder einer Weiterbildungsmaßnahme finden viele unserer Kunden eine neue Beschäftigungsmöglichkeit in der Region. Die zielgerichtete Qualifizierung ist für erwerbslose Menschen die beste Möglichkeit, einen adäquaten Arbeitsplatz zu finden“, ergänzt Franz. „Die Vermittlungsfachkräfte stellen in den Beratungsgesprächen fest, wie ein schnellstmöglicher Einstieg in den Arbeitsmarkt gelingen kann. In vielen Fällen führen Qualifizierungsangebote zur gewünschten dauerhaften beruflichen Integration.“

Arbeitslosigkeit sinkt in beiden Rechtskreisen

Seit Einführung der Hartz-IV-Reformen werden arbeitslose Menschen mit Anspruch an die Arbeitslosenversicherung von der Agentur für Arbeit und hilfebedürftige Arbeitslose von den Jobcentern betreut. Die Agentur für Arbeit war für 701 arbeitslose Menschen erster Ansprechpartner am Arbeitsmarkt. Beim Jobcenter Tirschenreuth sank die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen binnen eines Jahres trotz Corona sogar auf 531 Arbeitslose, das sind 3,8 Prozent weniger. Eine positive Entwicklung gab es auch bei Menschen, die bereits länger als ein Jahr ohne Arbeit sind, hier waren im November 286 Personen im Bereich SGBII arbeitslos (minus 2,1 Prozent zum Vorjahreswert).

Stellensuche im Überblick

Die Zahl der gemeldeten offenen Arbeitsstellen lag im November bei 623, davon 603 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen. Der für die Besetzung zuständige Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur berichtet über einen verstetigten hohen Bedarf insbesondere an Fachkräften. „Dieses Potential zu erschließen ist eine unserer wichtigsten Aufgaben. Unser Blick ist speziell gerichtet auf Geringqualifizierte, Schwerbehinderte, ältere Arbeitsuchende, Personen mit Migrationshintergrund sowie Frauen, die das Ziel haben, wieder in das Berufsleben einzusteigen“, so der Agenturleiter. „Diese Aufgabe kann nur gemeinsam mit den Unternehmen gestemmt werden, die den Bewerbern auch die Chance bieten, ihr Potential zu zeigen und zu entwickeln. Das Thema Qualifizierung ist eines unserer erfolgreichsten Instrumente, um gezielt das Defizit an Fachkräften auszugleichen.“