30.09.2021 | Presseinfo Nr. 30

Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Tirschenreuth im September 2021

Positiver Herbstanfang

Der Herbst zeigt sich nicht nur beim Wetter freundlich. Dies spiegelt sich auch in den Arbeitsmarktzahlen im September wider. Im Landkreis Tirschenreuth liegt die Arbeitslosenquote bei 2,9 Prozent und es sind 1.183 Personen arbeitslos, 67 weniger als im Vormonat. Mit 954 offenen Arbeitsstellen liegt das Angebot weiterhin auf Rekordniveau.

Das Ende der Ferienzeit macht sich im Berichtsmonat bemerkbar. „Erfahrungsgemäß werden sich auch in den nächsten Wochen derzeit arbeitsuchende Jugendliche, die ein Studium, eine Ausbildung oder eine Arbeit aufnehmen, bei der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter abmelden.“ erläutert Thomas Franz, Leiter der Agentur für Arbeit in Tirschenreuth.

Die trotz Corona stabile und gute Konjunkturlage in der nördlichen Oberpfalz bewirkt, dass Arbeitslosigkeit bei allen Personengruppen im Vergleich zum Vormonat und auch im Vergleich zum Vorjahresmonat abgebaut wurde. Lediglich in der Gruppe der Ausländer kam es im Vergleich zum Vorjahresmonat zu einem Anstieg um 11,3 Prozent. Von der Entwicklung am Arbeitsmarkt partizipieren konnte die Gruppe der 15- bis unter 20-jährigen. Im Vergleich zum Vormonat verringerte sich ihre Anzahl um deutliche 32,4 Prozent und im Vergleich zum Vorjahr um 13,8 Prozent.

„Viele unserer arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zielen auf Qualifizierung und Weiterbildung, den Erwerb eines Berufsabschlusses oder notwendiger beruflicher Qualifikationen. Wir bieten diese Maßnahmen zielgerichtet an und klären individuell mit unseren Kunden die Bereitschaft, sich weiterzubilden.“, ergänzt Franz.

Insgesamt meldeten sich im Landkreis Tirschenreuth 269 Menschen neu oder erneut arbeitslos und 331 Männer und Frauen konnten im gleichen Zeitraum ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Blick auf die Rechtskreise

Seit Einführung der Hartz-IV-Reformen werden arbeitslose Menschen mit Anspruch an die Arbeitslosenversicherung von der Agentur für Arbeit und hilfebedürftige Arbeitslose von den Jobcentern betreut. Die Agentur für Arbeit ist im Berichtsmonat für 629 arbeitslose Menschen erster Ansprechpartner am Arbeitsmarkt, 137 Personen weniger als im Vorjahr. Beim Jobcenter Tirschenreuth sind 554 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet.

Viele Branchen suchen Fachkräfte

Viele Unternehmen stellen gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Dabei steigt auch das Interesse der Betriebe an Umschülern stetig. „Vor allem Frauen haben profitiert, so waren 38 Frauen weniger als im Vormonat arbeitslos gemeldet“, informiert Franz. Dem Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur sind 954 Arbeitsangebote im September gemeldet, davon 923 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen sowie 96 Teilzeitstellen. Rund 75 Prozent richten sich an Fachkräfte, lediglich 25 Prozent waren Helferstellen. Die Gewinnung gut ausgebildeter, neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird für Betriebe verschiedenster Branchen wieder zunehmend zur Herausforderung. Für diese Unternehmen kann es sich lohnen, bei der Personalsuche den Blick auch nach innen zu richten. Thomas Franz regt an, Beschäftigte, deren Qualifikation noch nicht oder nicht mehr den Anforderungen der Unternehmen entsprechen, verstärkt weiterzubilden – auch mithilfe der Bundesagentur für Arbeit. „Von einer solchen Qualifizierung im Betrieb profitieren dann alle Seiten: Den Betrieben stehen ihre erfahrenen und mit den Unternehmensabläufen vertrauten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter künftig als gut ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung. Die Beschäftigten reduzieren ihr Risiko, arbeitslos zu werden – gerade in Zeiten von Digitalisierung und Strukturwandel“.

Ganz konkret unterstützt die Agentur für Arbeit Tirschenreuth Betriebe, die ihren geringqualifizierten Beschäftigten den Erwerb eines Berufsabschlusses ermöglichen wollen. Aber auch Anpassungsqualifizierungen werden gefördert. Dabei gilt: Alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – ungeachtet von Alter, Qualifikation oder Betriebsgröße – können unterstützt werden, insbesondere, wenn ihr Berufsabschluss mindestens vier Jahre zurückliegt. Die Bundesagentur für Arbeit kann die Lehrgangskosten sowie Zuschüsse zum Lohn entweder vollständig oder zum Teil übernehmen.

Die Bandbreite der möglichen Qualifizierungen ist groß: Ausbildungen in der Alten- und Heilerziehungspflege, zur Fachkraft Schutz- und Sicherheit oder Fachkräften im Handwerk oder produzierendem Gewerbe in verschiedensten Ausbildungsrichtungen wurden von der Agentur für Arbeit Tirschenreuth bereits genauso unterstützt wie Anpassungsqualifizierungen in den Bereichen CNC, Lager, Gastgewerbe, Physiotherapie und im kaufmännischen Bereich.

Suche nach Auszubildenden setzt sich fort

„Der Blick auf die offenen Stellen zeigt, dass insbesondere eine fundierte Ausbildung viele berufliche Möglichkeiten eröffnet. Es ist auch für bisher Unentschlossene noch nicht zu spät, sich eine Ausbildungsstelle zu suchen. Beginnt die Ausbildung später hat dies Auswirkungen auf das Ende der Ausbildung, das sich dann entsprechend verschiebt.“, ergänzt Franz. Die Berufsberatung der Arbeitsagentur informiert ausbildungsplatzsuchende Jugendliche auch kurzfristig über das aktuelle Angebot an Ausbildungsstellen. Eine Terminvereinbarung für ein Beratungsgespräch ist unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0 800 4 5555 00 möglich. Umfassende Zahlen zum Ausbildungsjahr 2020/2021 wird die Agentur für Arbeit Anfang November in ihrer Ausbildungsmarktbilanz veröffentlichen.