30.11.2021 | Presseinfo Nr. 35

Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Weiden im November 2021

Extrem positive Entwicklung am Nordoberpfälzer Arbeitsmarkt

Trotz 4. Welle der Corona-Pandemie war der Arbeitsmarkt geprägt von einer weiterhin stabilen Entwicklung. Die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen sank auf 3.378. Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Weidener Arbeitsagentur lag bei 2,8 Prozent und sank damit im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank diese sogar um 0,7 Prozent-Punkte. Auch auf Grund der stabilen Witterungsverhältnisse berichtet die Agentur für Arbeit Weiden über eine ungebrochene Nachfrage nach Fachkräften.

Thomas Würdinger, Vorsitzender der Geschäftsführung der Weidener Arbeitsagentur, informierte über die Entwicklung am Arbeitsmarkt: „Es waren im November 1.806 Männer und 1.572 Frauen im Agenturbezirk arbeitslos, insgesamt 784 Personen bzw. rund 19 Prozent weniger als vor einem Jahr.“

Im November 2021 meldeten sich 806 Personen neu oder erneut arbeitslos, gleichzeitig beendeten 892 Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit. Die aktuellen Zahlen zeigen allerdings auch, dass sich die Dynamik am Arbeitsmarkt etwas abschwächt, für uns ein Zeichen für die anstehende Winterpause“, ergänzt Würdinger.

Die Zahl der erwerbslosen Jugendlichen unter 25 Jahren sank im Vergleich zum Vormonat um 15,3 Prozent auf 261 Jugendliche, im Vergleich zum Vorjahresmonat ist hier sogar ein Rückgang um 37,7 Prozent oder 158 Jugendliche zu verzeichnen. Bei arbeitslosen Männern vermeldete die Agentur einen Rückgang zum Vormonat um 3,2 Prozent.

Intensive Beratungs- und zielgerichtete Vermittlungs- bzw. Weiterbildungsangebote sind auch der Schlüssel für eine erfolgreiche berufliche Integration bei älteren Arbeitnehmern (1.561 Arbeitslose). Das sind 0,3 Prozent mehr als vor einem Monat und 156 oder 9,1 Prozent mehr als im November letzten Jahres.

Wie Fachkräftesicherung gelingen kann - Inklusiver Arbeitsmarkt

Der Anteil an schwerbehinderten Menschen an allen Arbeitslosen beträgt im Berichtsmonat 15,4 Prozent. Im November sind 520 schwerbehinderte Menschen auf der Suche nach einer passenden Arbeitsstelle, das sind 2,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Dazu Würdinger: „Die Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen stieg in der Pandemie an. Diese besondere Personengruppe ist im Durchschnitt höher qualifiziert als andere Arbeitslose und meist hoch motiviert. Die Einstellung arbeitsloser schwerbehinderter Menschen und die Ausstattung des Arbeitsplatzes können meist besonders gut gefördert werden und in vielen Fällen spart sich der Arbeitgeber auch noch die Ausgleichsabgabe. Unsere für die Betreuung von schwerbehinderten Menschen zuständigen spezialisierten Vermittlungsfachkräfte leisten hier wertvolle Beratungsdienste. Sie informieren auch im Hinblick auf die eventuell notwendige Gestaltung eines Arbeitsplatzes und treiben die Mär der Unkündbarkeit schwerbehinderter Menschen aus.“

Daher stellt die Agentur für Arbeit in der Woche vom 29. November bis
3. Dezember 2021 Menschen mit Behinderung in den Mittelpunkt. Unter dem Motto „Inklusion am Arbeitsplatz – gemeinsam verschieden sein – eine Chance zur Fachkräftesicherung“ werden  Arbeitgeber für das Beschäftigungspotenzial der Menschen mit Behinderungen sensibilisiert und ermutigt, Arbeitslose mit Handicap einzustellen. Unternehmen, die Menschen mit Behinderung eine Perspektive geben wollen, werden durch die Arbeitsagentur mit einem umfangreichen Beratungsangebot unterstützt. Überdies erhalten auch ratsuchende Menschen mit Behinderung Beratung und Unterstützung durch die Berater und Beraterinnen. Wichtige Themen sind etwa die Einrichtung des Arbeitsplatzes für schwerbehinderte Menschen sowie deren Weiterbildung und Qualifizierung.

Interessierte Arbeitgeber können sich jederzeit an die Agentur für Arbeit unter Telefon 0800 4 55 55 20 wenden. Der Arbeitgeber- Service, in enger Zusammenarbeit mit den Rehabilitations-Spezialisten, steht für alle Fragen rund um die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung.

Blick auf die Rechtskreise

Seit Einführung der Hartz-IV-Reformen werden arbeitslose Menschen mit Anspruch an die Arbeitslosenversicherung von der Agentur für Arbeit und hilfebedürftige Arbeitslose von den Jobcentern betreut. Im November waren 1.692 Personen im Bereich der Arbeitslosenversicherung gemeldet, 637 Menschen weniger als im Vorjahresmonat. Im November waren die Jobcenter Weiden-Neustadt und Tirschenreuth für 1.686 arbeitslose Menschen zuständig. Binnen eines Monats waren 53 Arbeitslose weniger in Betreuung.

Stadt Weiden bei einer sensationellen Quote von 4,1 Prozent

Die Arbeitslosigkeit im Stadtgebiet Weiden ist im Vergleich zum Oktober um 0,2 Prozent-Punkte gesunken. 983 Menschen waren arbeitslos und somit 291 weniger als vor einem Jahr. Das Jobcenter Weiden-Neustadt war für 599 Jobsuchende zuständig (minus 15,5 Prozent zum Vorjahr), die Agentur für Arbeit für 384 arbeitslose Menschen (minus 32 Prozent). Der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur berichtet über eine Zunahme um 45,4 Prozent (306 Stellen) bei den gemeldeten Arbeitsstellen im Vergleich zum Vorjahr. Der aktuelle Bestand im November liegt bei 980 Stellen.

Deutliche Zunahme der gemeldeten Stellenangebote

Der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur berichtet über eine deutliche Zunahme um 58,8 Prozent (1.204 Stellen) bei den gemeldeten Arbeitsstellen im Vergleich zum Vorjahr. Der aktuelle Bestand im November liegt bei 3.250 Stellen. Dazu Würdinger: “Die Fachkräftelücke wird auf Grund der guten wirtschaftlichen Entwicklung und der Demografie bedingten Verknappung des Arbeitskräftepotenzials immer größer.  Produktivitätssteigerungen durch den Einsatz von neuen Technologien in durchgängig digitalisierten Prozessketten ist neben einer verstärkten Zuwanderung der Schlüssel für eine gelingende Zukunft.

Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden für 1.285 unbesetzte Stellen in dem Bereich  Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung gesucht. Viele Arbeitsangebote gibt es auch im Bereich Verkehr- und Logistik (520). Speziell im Handel und Vertrieb sind auf Grund des anstehenden Weihnachtsgeschäftes ebenfalls Arbeitsstellen zu besetzen (398).

Die Beratung der Unternehmen zu alternativen Besetzungsstrategien steht zunehmend weiter oben auf der Agenda des Arbeitgeber-Services der Arbeitsagentur. So rät Würdinger den Unternehmen, ältere Beschäftigte so lange wie möglich in das Arbeitsleben einzubinden, um deren Wissen und berufliche Erfahrungen an die jüngere Generation weiterzugeben. Eine gegebenenfalls notwendige Qualifizierung und den dabei entstehenden Arbeitsausfall von Beschäftigten können wir finanziell ausgleichen. Wichtig ist auch, auf das veränderte Nachfrageverhalten der Bewerberinnen und Bewerber zu reagieren. Zunehmend gefragt sind flexible Beschäftigungsformen, insbesondere Teilzeitarbeit, oder attraktive Arbeitszeitmodelle.