31.08.2022 | Presseinfo Nr. 36

Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Weiden im August 2022

Stabiler Arbeitsmarkt auch in der Sommerpause

Die Haupturlaubszeit im August sorgt für einen saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosenzahl im Agenturbezirk Weiden. 4.342 Männer und Frauen waren im August bei der Agentur für Arbeit Weiden arbeitslos gemeldet, 264 mehr als im Juli. Mit einer aktuellen Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent liegt die Arbeitsagentur mit 0,4 Prozentpunkten über dem Vorjahresniveau. Auf einen goldenen Herbst mit vielen Einstellungen lassen die 3.785 gemeldeten Arbeitsstellen schließen.

„Der Urlaubs- und Ferienmonat August bewirkt auch am Arbeitsmarkt eine ruhigere Einstellungsphase bei den Unternehmen. So werden viele Personalentscheidungen auf September und Oktober vertagt. Zusätzlich melden sich insbesondere junge Menschen arbeitslos. Sie haben in den letzten Wochen ihre Schulzeit oder Ausbildung beendet und befinden sich auf der Suche nach einer Arbeitsstelle“, informiert Claudia Wildenauer-Fischer, stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Weiden über das regionale Arbeitsmarktgeschehen. Allgemein blieb die Arbeitsmarktlage stabil. Die leicht angestiegene Jugendarbeitslosigkeit ist in erster Linie auf das Ende vieler betrieblicher Ausbildungen zurückzuführen. Wegen des bestehenden Fachkräftebedarfs haben diese Absolventen sehr gute Beschäftigungsaussichten auf dem regionalen Arbeitsmarkt. Ein Großteil der von Arbeitslosigkeit betroffenen Jugendlichen wird im September 2022 weiterführende Schulen besuchen oder eine Zweitausbildung beginnen und damit die Arbeitslosigkeit wieder beenden können. Soweit keine Weiterbildung geplant ist, werden diese jungen Fachkräfte rasch in eine Anschlussarbeitsstelle vermittelt werden können. In den Bereichen Erziehung, Betreuung und bei befristeten Lehrkräften ist auf Grund der aktuellen Sommerferien im Berichtsmonat ein vorübergehender Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen.

Insgesamt meldeten sich in den vergangenen vier Wochen 1.183 Personen arbeitslos. Zeitgleich konnten 906 Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Vor allem junge Menschen unter 25 Jahre sind von Arbeitslosigkeit betroffen, insgesamt 507 Jugendliche das sind im Vergleich zum Vormonat 67 Personen bzw. 15,2 Prozent mehr. Mit dem Beginn des neuen Schuljahres bzw. eines Studiums erwartet Wildenauer-Fischer einen deutlichen Rückgang in dieser Personengruppe. Auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber sind auch 1.773 ältere Arbeitnehmer und 1.150 erwerbslose Menschen, die seit mehr als einem Jahr arbeitssuchend sind. „Unsere Vermittlungsbemühungen konzentrieren sich u.a. auf Arbeitnehmer mit einem höheren Lebensalter. Sie weisen oftmals sehr gute fachliche Kenntnisse auf und sind sehr motiviert. Hier wandelt sich langsam die Einstellungsbereitschaft der Betriebe. Sie nutzen zunehmend dieses Fachkräftepotential, um ihren Personalbedarf zu decken. Zusätzlich stehen 1.367 arbeitslose Personen ausländischer Herkunft dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.“ so Wildenauer-Fischer weiter. Dies ist ein deutlicher Anstieg zum Vorjahresmonat von 722 Personen.

Seit Juni können ukrainische Geflüchtete Grundsicherungsleistungen („Hartz 4“) bei den Jobcentern beantragen. Für den Agenturbezirk Weiden berichtet Claudia Wildenauer-Fischer, stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Weiden: „Betrachtet man die Arbeitslosenversicherung und die Grundsicherung („Hartz 4“) getrennt, ergibt sich ein Absinken der gemeldeten Arbeitslosen um 233 Personen oder 10,9 Prozent im SGBIII. In der Grundsicherung dagegen gibt es einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat mit 632 Personen oder 34,9 Prozent.“

Arbeitslosigkeit in den Rechtskreisen

Seit Einführung der Hartz-IV-Reformen werden arbeitslose Menschen mit Anspruch an die Arbeitslosenversicherung von der Agentur für Arbeit und hilfebedürftige Arbeitslose von den Jobcentern betreut. So werden 1.899 arbeitslose Menschen mit Anspruch an die Arbeitslosenversicherung von der Agentur für Arbeit betreut (233 Personen weniger als im Vorjahr) und das Jobcenter ist im Berichtsmonat für 2.443 hilfebedürftige Arbeitslose erster Ansprechpartner (Anstieg zum Vorjahr um 632 Personen).

Flächendeckender Fachkräftebedarf

Aktuell umfasst der Stellenpool 3.785 Arbeitsstellen, darunter 3.630 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen. „Die beachtliche Zahl an Stellenangeboten spiegelt die gute Auftragslage der regionalen Wirtschaft wider“, berichtet Wildenauer-Fischer. Einen intensiven Kontakt pflegt der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur zu den Unternehmen in der Region. In den Gesprächen steht die Suche nach qualifizierten Fachkräften im Vordergrund. Zeitnahe Vermittlungsvorschläge, aber auch Förderprogramme der Arbeitsagentur und der Jobcenter werden rege nachgefragt. Ziel ist es, allen Arbeitsuchenden einen adäquaten Berufseinstieg zu ermöglichen, auch den Bewerberinnen und Bewerbern, die nicht alle geforderten Qualifikationsanforderungen erfüllen. Der Blick auf das Stellenangebot zeigt, dass sich der Personalbedarf in der Region über zahlreiche Branchen erstreckt. In den Produktions- und Fertigungsberufen sind aktuell 1.548 Arbeitsstellen gemeldet, in der Branche Kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus 439 Stellen sowie im Bereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung 423 Stellen.

Saisonbedingter Anstieg im Stadtgebiet

Die Arbeitslosenquote in der Stadt Weiden steigt im Berichtsmonat auf 4,9 Prozent. 1.155 Personen sind arbeitslos, 69 Personen mehr als im Juli und 17 mehr als im Vorjahr. Dieser Anstieg betrifft insbesondere junge Menschen unter 25 Jahre und Frauen. „Auch im Stadtgebiet ist die Sommerflaute mit weniger Personaleinstellungen spürbar“, so Wildenauer-Fischer. „Die 1.120 gemeldeten Arbeitsplätze bieten viele berufliche Offerten.“ Ein Blick auf die Rechtskreise zeigt, dass 428 Arbeitslose im Bereich der Arbeitslosenversicherung gemeldet sind, für 727 Personen ist das Jobcenter Weiden-Neustadt zuständig.

Situation auf dem Ausbildungsmarkt

Das Berufsberatungsjahr beginnt mit dem 01.10.2021 und endet am 30.09.2022. So haben die Arbeitgeber im Agenturbezirk in den zurückliegenden neun Monaten seit Beginn des Berufsberatungsjahres 2.412 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das sind 104 Angebote oder 4,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auf diese Stellen haben sich 1.146 junge Nachwuchskräfte beworben. Von diesen Bewerbern haben 1.018 bereits einen Ausbildungsplatz. Die Gruppe der Bewerber ohne Ausbildungsplatz umfasst 128 Personen. Auf diese kommen 1.069 unbesetzte Ausbildungsstellen oder 8,35 Angebote pro Person. Die rückläufige Entwicklung der Bewerber ist insbesondere auf die demographische Entwicklung mit leicht sinkenden Schülerzahlen zurückzuführen. Aber es sind bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch andere Tendenzen im Berufswahlverhalten und in der Lebensplanung erkennbar: Leistungsfähige Schüler besuchen nach dem mittleren Bildungsabschluss in nicht unbeachtlichem Umfang weiterführende Schulen. Teilweise wiederholen Jugendliche zur Notenverbesserung auch die letzte Jahrgangsstufe. Laut Wildenauer-Fischer werden noch viele interessante Lehrstellen angeboten und das Beratungsangebot der Berufsberatung wird intensiv genutzt. Noch unentschlossene Bewerber sollten ihre berufliche Entscheidung nicht unnötig verzögern. Gute Chancen für einen Ausbildungsbeginn im September bieten u.a. die zahlreich gemeldeten Lehrstellen für Fachverkäufer/-innen, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Metallbauer/-in oder Zerspanungsmechaniker/-in.

Aber auch in vielen anderen Berufsfeldern gibt es noch viele unbesetzte Ausbildungsstellen. Das Angebot kann ganz einfach mit dem Handy über die Jobsuche auf www.arbeitsagentur.de abgerufen werden. Wer noch unentschlossen ist kann sich an die Berufsberatung wenden. Die Berufsberaterinnen und Berufsberater helfen bei allen Fragen rund um Ausbildung und Arbeit und sind unter der Telefonnummer 0800/ 4 5555 00 erreichbar.

Auch die Agentur für Arbeit bildet aus und bietet jungen Menschen einen hervorragenden Start in das Berufsleben. Weitere Informationen zu der Berufsausbildung Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen (w/m/d) finden Interessierte unter www.arbeitsagentur.de/karriere.

„Für Arbeitgeber bietet die Agentur für Arbeit Weiden Fördermöglichkeiten. Vor allem in Zeiten eines Bewerbermangels gilt es auch Schüler*innen eine Chance zu geben, auch wenn diese nicht zu 100 Prozent geeignet sind. Gerne können sich interessierte Unternehmen bei ihrem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Weiden oder unter der Telefonnummer 0800/ 4 5555 20 erkundigen“, so Wildenauer-Fischer weiter.