01.09.2020 | Presseinfo Nr. 41

Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Weiden im August 2020

Arbeitsmarkt stabilisiert sich weiter – trotz Sommerpause

Die Haupturlaubszeit im August sorgt für einen saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosenzahl im Agenturbezirk Weiden. 4.911 Männer und Frauen waren im August bei der Agentur für Arbeit Weiden arbeitslos gemeldet, 379 mehr als im Juli. Mit einer aktuellen Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent liegt die Arbeitsagentur 0,6 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.

„Der Urlaubsmonat August bewirkt auch am Arbeitsmarkt eine ruhigere Einstellungsphase bei den Unternehmen. So werden viele Personalentscheidungen auf September und Oktober vertagt. Zusätzlich melden sich insbesondere junge Menschen arbeitslos. Sie haben in den letzten Wochen ihre Schulzeit oder Ausbildung beendet und befinden sich auf der Suche nach einer Arbeitsstelle“, informiert Claudia Wildenauer-Fischer, stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Weiden über das regionale Arbeitsmarktgeschehen.

Insgesamt meldeten sich in den vergangenen vier Wochen 1.313 Personen arbeitslos. Zeitgleich konnten 933 Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Vor allem junge Menschen unter 25 Jahre und Frauen sind von Arbeitslosigkeit betroffen, insgesamt 677 Jugendliche und 2.234 Frauen. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 110 Jugendliche (19,4 Prozent) und 240 Frauen (12,0 Prozent) mehr. Mit dem Beginn des neuen Schuljahres bzw. eines Studiums erwartet Wildenauer-Fischer einen Rückgang in der Personengruppe der Jugendlichen durch den Ausbildungsbeginn. Auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber sind auch 1.827 ältere Arbeitnehmer, im Vergleich zum Vorjahr stieg hier die Zahl um 242 Personen bzw. um 15,3 Prozent.

Arbeitslosigkeit in den Rechtskreisen

Seit Einführung der Hartz-IV-Reformen werden arbeitslose Menschen mit Anspruch an die Arbeitslosenversicherung von der Agentur für Arbeit und hilfebedürftige Arbeitslose von den Jobcentern betreut. So werden 2.866 arbeitslose Menschen mit Anspruch an die Arbeitslosenversicherung von der Agentur für Arbeit betreut (697 Personen mehr als im Vorjahr) und das Jobcenter ist im Berichtsmonat für 2.045 hilfebedürftige Arbeitslose erster Ansprechpartner (plus 20). Im Vorjahresvergleich ist die Zunahme der Arbeitslosigkeit im SGB III stärker ausgeprägt als im Bereich der Grundsicherung. Auffällig ist, dass auch Personengruppen wie die Langzeitarbeitslosen unmittelbar von der Krise betroffen sind. So stieg deren Zahl im Bereich SGBIII um 34,2 Prozentpunkte und im SGBII um 6,7 Prozentpunkte zum Vorjahr an.

Flächendeckender Fachkräftebedarf

Aktuell umfasst der Stellenpool 2.191 Arbeitsstellen, darunter 2.101 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 500 Stellen weniger (–19 Prozent). „Die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen (444) lag im August deutlich unter dem Vorjahresniveau (-104).“ berichtet Wildenauer-Fischer. Insbesondere aus den Branchen Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung und Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit wurden im August deutlich weniger Stellen gemeldet. Seit Jahresbeginn sind damit 3.631 Stellen eingegangen, das ist eine Abnahme gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 600 oder 14 Prozent.

Saisonbedingter Anstieg im Stadtgebiet

Die Arbeitslosenquote in der Stadt Weiden steigt im Berichtsmonat auf 6,3 Prozent. 1.511 Personen sind arbeitslos, 120 Personen mehr als im Juli und 204 mehr als im Vorjahr. Dieser Anstieg betrifft insbesondere junge Menschen unter 25 Jahre und Männer. „Auch im Stadtgebiet ist die Sommerflaute mit weniger Personaleinstellungen spürbar“, so Wildenauer-Fischer. Ein Blick auf die Rechtskreise zeigt, dass 737 Arbeitslose im Bereich der Arbeitslosenversicherung gemeldet sind, für 774 Personen ist das Jobcenter Weiden-Neustadt zuständig.

Situation auf dem Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Weiden 1.282 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, das waren 4,0 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es 2.280 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Plus von 2,3 Prozent. Ende August waren 132 Bewerber noch unversorgt und 787

Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es weniger unversorgte Bewerber für Berufsausbildungsstellen (–15,4 Prozent), die Zahl der unbesetzten Berufsausbildungsstellen war ebenfalls kleiner (–2,7 Prozent). Die rückläufige Entwicklung der Bewerber ist insbesondere auf die demographische Entwicklung mit leicht sinkenden Schülerzahlen zurückzuführen. Aber es sind bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch andere Tendenzen im Berufswahlverhalten und in der Lebensplanung erkennbar: Leistungsfähige Schüler besuchen nach dem mittleren Bildungsabschluss in nicht unbeachtlichem Umfang weiterführende Schulen. Teilweise wiederholen Jugendliche zur Notenverbesserung auch die letzte Jahrgangsstufe. Ein erfolgreich verlaufenes Betriebspraktikum führt sehr oft auch schon direkt zum Ausbildungsvertrag, so dass bei diesen Personen keine Bewerbereigenschaft vorliegt. Jugendliche und junge Erwachsene werden nur dann als Bewerber in der Ausbildungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit dargestellt, wenn sie eine betriebliche Ausbildung anstreben, ausbildungsreif sind sowie auch Vermittlungsangebote der Arbeitsagentur wünschen. Laut Wildenauer-Fischer werden noch viele interessante Lehrstellen angeboten und das Beratungsangebot der Berufsberatung wird intensiv genutzt. Noch unentschlossene Bewerber sollten ihre berufliche Entscheidung nicht unnötig verzögern. Der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur informiert Betriebe zum Thema Fachkräfteakquise bzw. Weiterbildung unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0 800 4 5555 20.