28.09.2021 | Presseinfo Nr. 46

Erfolgreiche Ausstellung des Jobcenters Weilheim-Schongau

Im Haus der Begegnung in Weilheim war in der Woche vom 13. September bis zum 17. September 2021 eine Ausstellung zum Thema Minijob zu besichtigen.
 

Unter dem Motto „Fluch und auch ein bisschen Segen – der Minijob in der Arbeitswelt“ konnten sich rund 70 Interessierte, meist Frauen, über diese Art der Teilzeitbeschäftigung informieren.

Viele der Besucher*innen waren überrascht, dass sie durch die Ausstellung so viel Neues mitnahmen und betonten den Mehrwert. Eine Besucherin äußerte sich so: „Ich arbeite schon viele Jahre in meiner geringfügigen Beschäftigung und dachte mir, was soll es da zu wissen geben? Ist halt ein Minijob! Jetzt bin ich froh über die Info, die mir gegeben wurde. Ich weiß jetzt, dass ich einen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall habe und den werde ich bei meiner nächsten Grippe vom Arbeitgeber einfordern.“

Jan Riediger, Geschäftsführer im Jobcenter Weilheim-Schongau erklärt, dass ihm die Ausstellung so wichtig war, um über den Minijob aufzuklären, die negativen und die positiven Seiten zu beleuchten: „Wir haben die Ausstellung nach Weilheim geholt, weil die geringfügige Beschäftigung viele Facetten aufweist. Wir wollen Menschen informieren und Denkanstöße geben. Ist die geringfügige Beschäftigung für mich und meine Lebenssituation noch passend?“

Verantwortlich für die Organisation und auch die Betreuung während der Ausstellungstage zeigte sich Barbara Penz, die Beauftragte für Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt. Sie betont: „Gerade für Frauen ist der Minijob – insbesondere, wenn er über viele Jahre ausgeübt wird -  ein riskantes Unterfangen. Kommen Veränderungen in der Lebenssituation dazu, beispielsweise eine Trennung vom Partner, dann kann es ein böses Erwachen geben. Denn beim Minijob werden keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt und selbst bei freiwilligen Beiträgen in die Rentenversicherung ergibt sich gerade mal eine monatliche Rente von 300 Euro.

Andererseits gelingt mit einem Minijob häufig der Wiedereinstieg in den Beruf und gerade Mütter bleiben im Kontakt mit der Arbeitswelt.“

„Meine geringfügige Beschäftigung ist mein Anker und mein Licht“, sagt eine Besucherin der Ausstellung. Nach ihrer Krebs OP vor zwei Jahren kann sie nur noch zwei Vormittage arbeiten. Ihr Arbeitgeber hat ihr die Möglichkeit dazu gegeben. „Ich brauche meine Arbeitskollegen und die Ablenkung, die meine Arbeit mir bietet. Ich glaube, ohne meinen Job, hätte ich die letzten zwei Jahre vielleicht gar nicht überstanden.“

Fluch oder Segen, beides kann auf die geringfügige Beschäftigung zutreffen. Es liegt an den betroffenen Beschäftigten herauszufinden, ob dieses Arbeitsmodell passt oder eine Veränderung stattfinden muss.

Für Kunden*innen des Jobcenters gibt es Beratung und Hilfestellung bei Fragen, die den Minijob betreffen über die Hotline 0881-991-770 oder per E-Mail: weilheim@jobcenter-ge.de