29.10.2020 | Presseinfo Nr. 67

Ausbildungsmarkt bietet trotz Corona Chancen – in den nächsten Monaten wird weiter vermittelt

Rückläufige Bewerberzahlen, eine unterschiedliche Nachfrage nach Auszubildenden in den Kreisen und die Auswirkungen der Coronakrise prägen das Ausbildungsjahr 2019/2020 in den Kreisen Wesel und Kleve. Die Agentur für Arbeit Wesel setzt in den nächsten Wochen auf intensive Nachvermittlung und weist auf Chancen am Ausbildungsmarkt hin.

Vom 1. Oktober 2019 bis 30. September 2020 meldeten sich bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Wesel insgesamt 4.559 Bewerberinnen und Bewerber für einen Ausbildungsplatz. Das sind 1.084 Jugendliche oder 19,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig standen in den Kreisen Wesel und Kleve insgesamt 4.539 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Das sind 193 Stellen oder 4,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Davon waren 4.318 betriebliche Ausbildungsstellen, 273 oder 5,9 Prozent weniger als im Ausbildungsjahr 2018/2019.

„In diesem Ausbildungsjahr kamen mehrere Faktoren zusammen. Rund 800 Abgänger weniger als letztes Jahr verließen die Schulen Richtung Ausbildungsmarkt. Unter dem Strich führte dies rein rechnerisch zu einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Bewerbern und Ausbildungsstellen. Die einsetzende Corona-Pandemie hat den Ausbildungsmarkt dann nach etwa sechs Monaten gebremst. Viele Arbeitgeber haben die Nachwuchsrekrutierung aufgeschoben, weil zunächst andere Themen wie Kurzarbeit, die Zukunftsplanung für das Unternehmen und die Umstellung auf Homeoffice für Beschäftigte drängender waren. Einige haben zudem neue Formate für Vorstellungsgespräche und Auswahlverfahren entwickelt. Gleichzeitig waren die Schulen für den Präsenzunterricht geschlossen und potenzielle Bewerber nicht über Ausbildungsbörsen und andere Veranstaltungen greifbar. Unsere Berufsberaterinnen und Berufsberater waren während der gesamten Zeit für Jugendliche erreichbar, um sie bei der Entscheidung für eine Ausbildung oder ein Studium zu unterstützen – telefonisch, per E-Mail und zunehmend auch per Videokommunikation. Dennoch hat all dies die Auswirkungen von COVID-19 nicht ausgleichen können“, betont Barbara Ossyra, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wesel.

Sie weist auf das angebrochene „5. Quartal“ hin: „Auch nach dem 30. September geht es weiter. Der sogenannten Nachvermittlung kommt in diesem Jahr eine besondere Bedeutung zu. Alle Partner am Ausbildungsmarkt sind darauf eingerichtet, dass Ausbildungen später als sonst begonnen werden. Wir haben unsere Vermittlungsbemühungen verstärkt und stehen in engem und regelmäßigem Kontakt zu jungen Menschen, die noch keine Perspektive haben. Es gibt noch Chancen auf einen Ausbildungsplatz.“

Zum Ende des Berufsberatungsjahres am 30. September suchten noch 398 Jugendliche eine Ausbildungsstelle, 10 mehr als ein Jahr zuvor. Im Gegenzug waren bei der Agentur für Arbeit Wesel noch 610 unbesetzte Ausbildungsstellen gemeldet, 108 mehr als im Vorjahr.

Ausbildungsmarkt im Kreis Wesel

Im Kreis Wesel meldeten sich von Oktober 2019 bis Ende September 2020 insgesamt 2.833 Bewerber, das sind 727 oder 20,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig standen 2.721 Ausbildungsstellen zur Verfügung, 225 oder 7,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Davon waren 2.590 betriebliche Ausbildungsstellen, 280 oder 9,8 Prozent weniger als im Ausbildungsjahr 2018/2019.

Zum Ende des Berufsberatungsjahres (30.9.) suchten noch 185 Jugendliche eine Ausbildungsstelle oder eine Alternative, 4 mehr als ein Jahr zuvor. Im Gegenzug waren im Kreis Wesel noch 342 unbesetzte Ausbildungsstellen gemeldet, 81 Stellen mehr als im Vorjahr.

Ausbildungsmarkt im Kreis Kleve

Im Kreis Kleve meldeten sich von Oktober 2019 bis Ende September 2020 insgesamt 1.726 Bewerber, das sind 357 oder 17,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig standen 1.818 Ausbildungsstellen zur Verfügung, 32 Stellen oder 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon waren 1.728 betriebliche Ausbildungsstellen, 7 oder 0,4 Prozent mehr als im Ausbildungsjahr 2018/2019.

Zum Ende des Berufsberatungsjahres (30.9.) suchten noch 213 Jugendliche eine Ausbildungsstelle oder eine Alternative, 6 mehr als ein Jahr zuvor. Im Gegenzug waren im Kreis Kleve noch 268 unbesetzte Ausbildungsstellen gemeldet, 27 mehr als im Vorjahr.

Kontakt zu Berufsberatung: 0800 45555 00 (gebührenfrei) oder online unter www.arbeitsagentur.de/beratungswunsch. Mehr Informationen unter www.dasbringtmichweiter.de

Kontakt zum gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter Kreis Wesel: 0800 45555 20 (gebührenfrei) oder per E-Mail an Wesel. Arbeitgeber@arbeitsagentur.de.