21.01.2021 | Presseinfo Nr. 5

Vom Minijob zur Vollzeitstelle – mit Unterstützung die Chancen am Arbeitsmarkt nutzen

Nach über zehn Jahren in einer geringfügigen Beschäftigung hat Julia Bodden aus Xanten den Sprung in eine Vollzeitstelle gemeistert. Unterstützung bei der beruflichen Orientierung und im Bewerbungsprozess gab es von der Agentur für Arbeit Wesel und dem Projekt „Perspektive Wiedereinstieg Niederrhein“, kurz PWE.

Nicht wenige Frauen entscheiden sich nach der Elternzeit, einen Minijob anzunehmen, der sich mit der Familie zeitlich gut vereinbaren lässt. So ging es auch Julia Bodden aus Xanten. Insgesamt wurden es dann fast zwölf Jahre, in denen die gelernte Speditionskauffrau einige Stunden pro Woche Bürotätigkeiten übernahm. Da ihr Sohn mittlerweile erwachsen ist, wollte die heute 47-Jährige gerne ihre Arbeitszeit aufstocken. Das war bei dem bisherigen Arbeitgeber nicht möglich, sodass die Xantenerin sich beruflich neu orientieren musste.

Zur Seite stand ihr dabei Christiane Naß, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt bei der Agentur für Arbeit Wesel. Ihr ist die Situation, in der Julia Bodden sich befand, aus Beratungsgesprächen gut bekannt. „Gerade Frauen, die etwas länger beruflich pausiert haben, können ihre Möglichkeiten zur Rückkehr in den Beruf nicht gut einschätzen und glauben, dass sie den Anschluss an den Arbeitsmarkt verpasst haben“, schildert Christiane Naß die Herausforderung, vor denen Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger stehen. Sie empfahl Julia Bodden die Teilnahme an einem Coaching bei dem Projekt „Perspektive Wiedereinstieg Niederrhein“, das das Institut für Modelle beruflicher und sozialer Entwicklung GmbH (IMBSE) gefördert durch das Bundesfamilienministeriums u.a. für die Kreise Wesel und Kleve umsetzt.

Dort konnte sie über einen Zeitraum von sechs Monaten ein konkretes Ziel erarbeiten, ihre berufliche Orientierung gestalten und lernen, im Bewerbungsprozess selbstbewusst aufzutreten. Insbesondere die Erarbeitung ihrer Stärken und das Selbstmarketing standen im Mittelpunkt. „Überhaupt herauszufinden, was man gut kann, obwohl es einem vielleicht nicht bewusst ist, und zu überprüfen, ob ich grundsätzlich auf dem richtigen beruflichen Weg bin, war sehr hilfreich“, erzählt Julia Bodden.

Auch den Austausch mit den anderen Teilnehmerinnen im Rahmen einer zweitägigen Potenzialanalyse fand sie bereichernd: „Man traf auf völlig unterschiedliche Frauen aus völlig verschiedenen Berufen. Ich war oft positiv überrascht, wie andere über mich und meine Arbeit denken.“ Raffaela Ferraro, die das Projekt PWE im Kreis Wesel koordiniert, bestätigt das: „Es wirkt, wenn man Stärken stärkt. Im Laufe des Coachings konnte Frau Bodden immer sicherer benennen, welche Aufgaben in ihrem Kompetenzbereich liegen und wie ihre weitere berufliche Entwicklung aussehen soll.“

Der Einsatz hat sich gelohnt. Bei der Bewerbung um eine offene Stelle in einem Verlag konnte Julia Bodden mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen punkten. Seit August letzten Jahres kümmert sie sich in dem Unternehmen um den Empfang und übernimmt Sekretariatsaufgaben – in Vollzeit, obwohl sie ursprünglich eine Teilzeitstelle im Auge hatte.

Christiane Naß schildert dieses Erfolgsbeispiel gerne, wenn sie Frauen in einer ähnlichen Situation wie früher Julia Bodden berät. „Es ist gut, wenn man über einen Minijob mit dem Arbeitsmarkt in Kontakt bleibt. Aber auch aus Gründen der Absicherung und der Altersvorsorge macht es durchaus Sinn, in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu wechseln. Hier können wir mit Beratung und vielfach auch mit nötigen Qualifizierungen weiterhelfen.“

Kontakt: Christiane Naß, Tel. 0281/9620-552, Wesel.BCA@arbeitsagentur.de

Hintergrund:

„Das Projekt „Perspektive Wiedereinstieg Niederrhein“ wird im Rahmen des ESF-Bundesprogramms „Perspektive Wiedereinstieg – Potenziale erschließen“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und den Europäischen Sozialfonds gefördert. Dieses ESF-Programm wird in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen des Aktionsprogramms „Perspektive Wiedereinstieg“ umgesetzt. Das Angebot kann bis zu einem halben Jahr in Anspruch genommen werden und ist kostenfrei. Neben Wiedereinsteiger/innen können auch sozialversicherungspflichtig beschäftigte Frauen teilnehmen, die sich nach erfolgtem Wiedereinstieg beruflich weiterentwickeln oder verändern möchten. Ein unverbindliches Erstgespräch kann bei der Projektkoordinatorin der IMBSE GmbH Raffaela Ferraro (ferraro@imbse-gmbh.de – 017612895064) vereinbart werden.