28.10.2021 | Presseinfo Nr. 75

Ausbildungsmarkt im zweiten Corona-Jahr stabiler, aber noch nicht auf Vorkrisenniveau

Der Lage auf dem Ausbildungsmarkt in den Kreisen Wesel und Kleve hat sich im zweiten Jahr der Pandemie verbessert. Dennoch stellten fehlende persönliche Begegnungen und wirtschaftliche Unsicherheiten Unternehmen und Jugendliche vor Herausforderungen. Weniger Bewerberinnen und Bewerber für einen Ausbildungsplatz bei fast stabiler Nachfrage nach Auszubildenden kennzeichneten die Situation. Die Agentur für Arbeit Wesel setzt auf intensive Beratung auf unterschiedlichen Kanälen, Nachvermittlung und Unterstützung rund um die Ausbildung.
 

Vom 1. Oktober 2020 bis 30. September 2021 meldeten sich bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Wesel insgesamt 4.323 Bewerberinnen und Bewerber für einen Ausbildungsplatz. Das sind 236 Jugendliche oder 5,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig standen in den Kreisen Wesel und Kleve insgesamt 4.405 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Das sind 134 Stellen oder 3,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Davon waren 4.353 betriebliche Ausbildungsstellen, 35 oder 0,8 Prozent mehr als im Ausbildungsjahr 2019/2020.

„Nachdem das letzte Ausbildungsjahr durch die einsetzende Corona-Pandemie und rückläufige Schulabgangszahlen ausgebremst wurde, hat sich die Situation in diesem Jahr gebessert. Dennoch gab es viele Herausforderungen. Der erneute Lockdown im letzten Herbst, der Wechsel zwischen Distanz- und Präsenzunterricht in den Schulen sowie eine, für manche Branchen, weiterhin unsichere wirtschaftliche Lage erschwerten die Suche nach einem Ausbildungsplatz bzw. nach Nachwuchskräften. Es gab wenige Möglichkeiten zum persönlichen Kontakt, denn Ausbildungsbörsen und anderen Präsenzveranstaltungen sind größtenteils entfallen. Wir haben vielfältige digitale Angebote gemacht – das war eine gute Alternative, konnte aber den persönlichen Kontakt nicht vollständig ersetzen. Dennoch hat es sich gelohnt, dass wir uns gemeinsamen mit unseren Partnern intensiv um den Ausgleich am Ausbildungsmarkt gekümmert haben. Vielfältige Aktionen in der Woche der Ausbildung im März und im Sommer der Berufsausbildung haben dazu beigetragen, das wichtige Thema Ausbildung immer wieder ins Blickfeld von Jugendlichen, Eltern und Arbeitgebern zu rücken. Dieses Engagement werden wir fortsetzen, denn mit der zunehmenden Erholung des Arbeitsmarktes wächst der Bedarf nach Fachkräften wieder. Und die Fachkräfte, die heute nicht ausgebildet werden, fehlen den Unternehmen morgen“, betont Barbara Ossyra, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wesel.

Ebenso gelte es in der Beratung der Jugendlichen, die vielfältigen Perspektiven einer betrieblichen Ausbildung deutlich zu machen, so Ossyra: „Die Beratung endete nicht mit dem offiziellen Abschluss des Ausbildungsjahres zum 30. September. Auch danach gab und gibt es noch Chancen für junge Menschen auf dem Ausbildungsmarkt. Dazu stehen wir in intensivem Kontakt zu denjenigen, die aktuell noch eine Perspektive suchen. Wir beraten schon seit einigen Monaten zunehmend wieder im persönlichen Gespräch, bieten aber weiterhin auch Videokommunikation und Telefonate an. Wer aktuell ein Anliegen hat, den können wir kurzfristig beraten.“

Zum Ende des Berufsberatungsjahres am 30. September suchten noch 316 Jugendliche eine Ausbildungsstelle, 82 weniger als ein Jahr zuvor. Im Gegenzug waren bei der Agentur für Arbeit Wesel noch 447 unbesetzte Ausbildungsstellen gemeldet, 163 weniger als im Vorjahr. Nach rund einem Monat der Nachvermittlung sind aktuell noch 32 Jugendliche auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle.

Ausbildungsmarkt im Kreis Wesel

Im Kreis Wesel meldeten sich von Oktober 2020 bis Ende September 2021 insgesamt 2.690 Bewerberinnen und Bewerber, das sind 143 oder 5,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig standen 2.775 Ausbildungsstellen zur Verfügung, 54 oder 2,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon waren 2.751 betriebliche Ausbildungsstellen, 161 oder 6,2 Prozent mehr als im Ausbildungsjahr 2019/2020.

Zum Ende des Berufsberatungsjahres (30.9.) suchten noch 158 Jugendliche eine Ausbildungsstelle oder eine Alternative, 27 weniger als ein Jahr zuvor. Im Gegenzug waren im Kreis Wesel noch 293 unbesetzte Ausbildungsstellen gemeldet, 49 Stellen weniger als im Vorjahr.

Ausbildungsmarkt im Kreis Kleve

Im Kreis Kleve meldeten sich von Oktober 2020 bis Ende September 2021 insgesamt 1.633 Bewerberinnen und Bewerber, das sind 93 oder 5,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig standen 1.630 Ausbildungsstellen zur Verfügung, 188 Stellen oder 10,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Davon waren 1.602 betriebliche Ausbildungsstellen, 126 oder 7,3 Prozent weniger als im Ausbildungsjahr 2019/2020.

Zum Ende des Berufsberatungsjahres (30.9.) suchten noch 158 Jugendliche eine Ausbildungsstelle oder eine Alternative, 55 weniger als ein Jahr zuvor. Im Gegenzug waren im Kreis Kleve noch 154 unbesetzte Ausbildungsstellen gemeldet, 114 weniger als im Vorjahr.

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