30.07.2020 | Presseinfo Nr. 35

Der Arbeitsmarkt in Wiesbaden

Arbeitslosigkeit steigt, auch saisonbedingt, weiter an
Anzahl neu gemeldeter Arbeitsstellen nimmt erstmals seit Februar wieder zu
Aktuell noch gut 800 Ausbildungsstellen für 2020 unbesetzt

Im Juli 2020 waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Wiesbaden insgesamt 17.337 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat bedeutet dies einen Anstieg um 785 Personen oder +4,7 Prozent.

Im Rechtskreis Sozialgesetzbuch III (SGB III) stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 434 Personen oder +7,4 Prozent, im Rechtskreis SGB II stieg die Arbeitslosigkeit mit 351 Personen um +3,3 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr waren im Juli 2020 in beiden Rechtskreisen 3.483 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen, ein Anstieg um +25,1 Prozent.

Die Betrachtung der beiden Rechtskreise zeigt eine sehr unterschiedliche Entwicklung. Im Rechtskreis SGB III waren gegenüber dem Vorjahr 2.096 Menschen mehr ohne Arbeit (+50,2 Prozent), im Rechtskreis SGB II waren es 1.387 Menschen mehr (+14,3 Prozent).

Die Arbeitslosenquote für Juli 2020 liegt bei 6,8 Prozent, gegenüber dem Vormonat ein An-stieg um +0,3 Prozentpunkte, gegenüber dem Vorjahresmonat ein Anstieg um +1,3 Pro-zentpunkte.

Alexander Baumann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wiesbaden, erklärt hierzu: „Der weitere Anstieg der Arbeitslosigkeit im Monat Juli ist mitunter saisontypisch. Nichts desto trotz zeigen sich die Auswirkungen der Corona Pandemie auf den Arbeitsmarkt auch weiterhin mit Blick auf den Vorjahresvergleich. Erfreulich ist, dass die Zahl neu gemeldeter Arbeitsstellen erstmals seit Februar dieses Jahres zunimmt.

Am Ausbildungsmarkt, führt Baumann weiter aus, bestehen auch für Kurzentschlossene noch gute Chancen ab Herbst einen Ausbildungsplatz zu finden. Es sind aktuell etwas mehr unbesetzte Ausbildungsstellen gemeldet als unversorgte Bewerber.“

Stadt Wiesbaden:

In der Landeshauptstadt Wiesbaden waren 12.498 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote liegt bei 8,1 Prozent, gegenüber dem Vormonat ein Anstieg um +0,5 Prozentpunkte.

Gegenüber dem Vorjahr steigt die Arbeitslosenzahl insgesamt um 2.451 Personen (+24,4 Prozent).

Im Vergleich zum Vormonat stieg die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB III im Juli 2020 um 340 Personen (+9,0 Prozent), im Rechtskreis SGB II gab es im gleichen Zeitraum einen Anstieg um 363 Personen oder +4,5 Prozent.

Im Bereich des Rechtskreises SGB II waren im Vorjahresvergleich 1.051 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen (+14,3 Prozent), im Rechtskreis SGB III waren es 1.400 Menschen mehr (+51,7 Prozent).

Rheingau-Taunus-Kreis:

Im Rheingau-Taunus-Kreis waren 4.839 Personen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote im Juli betrug 4,8 Prozent, gegenüber dem Vormonat ein Anstieg um +0,1 Prozentpunkte.

Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen um 1.032 Personen (+27,1 Prozent).

Im Vergleich zum Vormonat waren im Rechtskreis SGB III 94 Personen mehr arbeitslos (+4,5 Prozent). Innerhalb des Rechtskreises SGB II sank die Arbeitslosigkeit im gleichen Zeitraum leicht um 12 Personen (-0,4 Prozent).

Für den Bereich des Rechtskreises SGB II ergibt sich im Vorjahresvergleich ein Anstieg um 336 Personen (+14,4 Prozent). Im Bereich des Rechtskreises SGB III waren es 696 Personen mehr (+47,3 Prozent) als vor einem Jahr.

Zu- und Abgang (Rechtskreise SGB II und SGB III):

Im Juli 2020 wurden im Agenturbezirk 2.870 Eintritte in und 2.088 Abgänge aus Arbeitslosigkeit registriert. Damit sank der Zugang im Vergleich zum Vorjahresmonat um 210 Personen oder -6,8 Prozent. Der Abgang aus Arbeitslosigkeit sank gegenüber dem Vorjahr um 374 Personen (-15,2 Prozent).

Entwicklung Gemeldeter Stellen (Rechtskreis SGB III):

Der Arbeitsagentur Wiesbaden wurden im Juli 643 freie Stellen gemeldet. Dies sind 121 Stellen mehr (+23,2 Prozent) gegenüber Mai 2020, jedoch 199 Stellen weniger (-23,6 Prozent) als vor einem Jahr. Mit 2.373 gemeldeten offenen Stellen ist der Bestand im Vorjahresvergleich um 847 Stellen kleiner (-26,3 Prozent).

Anzeigen zur Kurzarbeit:

Von März bis Juni 2020 gingen in der Agentur für Arbeit Wiesbaden insgesamt 4.846 Anzeigen zur Kurzarbeit für 47.329 Personen ein. Am meisten betroffen ist hierbei der Handel mit insgesamt 855 Anzeigen für 8.221 Personen, gefolgt vom Gastgewerbe (825 Anzeigen für 5.803 Personen).

Im Juli 2020 gingen nach vorläufigen Erhebungen bei der Arbeitsagentur 77 Kurzarbeitsanzeigen für 1.312 Personen ein. Hierunter befinden sich vereinzelt auch Wiederholungsanzeigen von Betrieben, die Kurzarbeit verlängern mussten.

Ausbildungsmarkt:

Seit Beginn des Berichtsjahres im Oktober 2019 haben sich im Wiesbadener Agenturbezirk insgesamt 2.395 Bewerberinnen und Bewerber für Berufsausbildungsstellen gemeldet. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies einen Rückgang um 190 Personen oder -7,4 Prozent.

713 Bewerber sind heute noch nicht versorgt. Ein Jahr zuvor waren es 755, was einen Rück-gang um 42 junge Menschen oder -5,6 Prozent bedeutet.

Demgegenüber stehen derzeit insgesamt 2.167 gemeldete Berufsausbildungsstellen, im Vergleich zum Juni 2019 ein Rückgang um 289 Stellen (-11,8 Prozent).

817 Ausbildungsstellen sind momentan noch nicht besetzt, dies bedeutet im Vorjahresvergleich einen Zuwachs um 76 Stellen oder +10,3 Prozent. Aktuell sind im Wiesbadener Agenturbezirk rechnerisch noch 1,15 unbesetzte Berufsausbildungsstellen je unversorgtem/r Bewerber/in gemeldet. Vor einem Jahr betrug das Verhältnis 0,98.