18.01.2021 | Presseinfo Nr. 3

Jahresrückblick 2020 – Arbeitsmarkt trotz Corona weitgehend stabil


„Der regionale Arbeitsmarkt ist mit einem blauen Auge durch das Pandemiejahr 2020 gekommen. Mit durchschnittlich 8.660 arbeitslosen Personen wurden erstmals seit 2013 wieder mehr Betroffene als im Jahr zuvor gezählt. Insbesondere die Folgen der Corona-Krise haben dazu geführt, dass der Arbeitsmarkt nicht mehr an den positiven Trend der zurückliegenden Jahre anknüpfen konnte“, beschreibt Stefan Beil, Leiter der Agentur für Agentur für Arbeit Würzburg, die Entwicklung in den zurückliegenden zwölf Monaten.

„Bereits zum Jahresbeginn 2020 zeichnete sich ab, dass der Arbeits- und Ausbildungsmarkt aufgrund der allgemeinen Konjunkturschwäche, der demografischen Entwicklung, der fortschreitenden Digitalisierung sowie klimabedingter Transformationsprozesse vor großen Herausforderungen steht. Ab April ist dann die Arbeitslosigkeit als Folge der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sprunghaft angestiegen. Im weiteren Jahresverlauf setzte zwar wieder eine Erholung ein, jedoch wirkte der Einbruch vom Frühjahr bis zum Jahresende nach“, fasst Beil zusammen. 

Im Ergebnis führte dies dazu, dass sich die Zahl der arbeitslosen Menschen in der Region gegenüber 2019 um 29 Prozent oder 1.940 Personen erhöhte. Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote stieg damit um 0,6 Prozentpunkte, blieb mit 2,9 Prozent jedoch noch unterhalb der 3-Prozent-Marke.

Jugendliche besonders von Lockdown betroffen

Gegenüber 2019 ist insbesondere die Arbeitslosigkeit Jugendlicher angewachsen. Bei den unter 25-Jährigen wurde eine Zunahme um fast 40 Prozent verzeichnet. Die größte im Fokus stehende Gruppe bildeten die Älteren (55 Jahre und älter). Rund jeder vierte Arbeitslose zählte hierzu. Insgesamt waren es 2.210.

    

Kurzarbeit verhinderte Schlimmeres

„Die Pandemie hat zwar deutliche Spuren am Arbeitsmarkt hinterlassen, jedoch hat die stabilisierende Wirkung des Kurzarbeitergeldes Beschäftigung in der Region gesichert und damit eine noch höhere Arbeitslosigkeit verhindert“, stellt Beil fest. Mit dem Beginn des Lockdowns im März stieg die Kurzarbeit binnen kürzester Zeit auf ein bis dahin noch nie dagewesenes Ausmaß. Der bisherige Höchststand wurde im April mit über 41.000 Beschäftigten in fast 4.000 Betrieben erreicht. Fast jeder Fünfte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Region war damit von Kurzarbeit betroffen. Zum Vergleich: In der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 waren es in der Spitze 11.000 Beschäftigte in 240 Betrieben. Nachdem im weiteren Jahresverlauf wieder mehr Betriebe zur Normalarbeitszeit zurückkehrten, hat der erneute Lockdown ab November eine Trendumkehr bewirkt. Umfängliche Auswertungen hierüber liegen jedoch erst im Frühjahr 2021 vor.  

Arbeitskräftenachfrage ging deutlich zurück

Stellenzugang und Bestand blieben deutlich hinter dem Vorjahr zurück. Mit 12.350 offenen Stellen betrug das Minus rund 14 Prozent. Der Stellenbestand verringerte sich um knapp 20 Prozent auf 4.610.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ebenfalls rückläufig 

Am Stichtag 30. Juni 2020 waren im Agenturbezirk 213.910 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 160 oder 0,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Erstmals seit 2009 wurde damit wieder ein leichter Beschäftigungsrückgang gegenüber einem Vorjahresquartal verzeichnet.

Entwicklung in den Regionen: Landkreise bleiben deutlich unter 3 Prozent

Obwohl der relative Anstieg der Arbeitslosigkeit in den drei Landkreisen höher als im Stadtgebiet ausfiel, blieben die dazugehörigen Arbeitslosenquoten niedrig. Im Landkreis Würzburg betrug diese 2,3 Prozent, in Main-Spessart 2,5 Prozent und in Kitzingen 2,7 Prozent. Für die Stadt Würzburg errechnete sich eine Quote von 4,1 Prozent. Die auf die Gesamtagentur bezogene Quote von 2,9 Prozent ist im bayernweiten Vergleich die viertniedrigste.