Arbeitgeber berichten

Erfahrungsberichte über die Zusammenarbeit mit Triple Win

Erfahrungen einer Seniorenpflegeeinrichtung mit dem Projekt Triple Win

Interview mit Geschäftsführerin Doris Schneider vom Caritasverband für die Erzdiözese München und Freising e.V. im Bereich Altenheime zu Triple Win:

Warum haben Sie über Triple Win nach Pflegefachkräften für Ihre Einrichtung gesucht?
Insbesondere im Großraum München ist der Markt für Pflegefachkräfte nahezu leergefegt. D.h. wir haben hier dringenden Handlungsbedarf, neben unseren Bemühungen, Mitarbeiter für die Ausbildung zur Pflegefachkraft zu gewinnen, auch außerhalb von Deutschland nach guten Fachkräften zu suchen.

Welche Befürchtungen im Zusammenhang mit ausländischen Fachkräften hatten Sie vor der Vermittlung und welche  Erfahrungen haben Sie mit den über Triple Win vermittelten Fachkräften dann gemacht?
Es gibt bei uns keine Befürchtungen in Bezug auf ausländische Fachkräfte. Wir haben schon seit Jahren einen hohen Anteil von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationshintergrund, die wir gut in unseren Einrichtungen integriert haben. Diese Erfahrungen konnten wir auch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die wir über Triple Win gewonnen haben, fortsetzen.

Was ist Ihrer Meinung nach der Mehrwert der Fachkräftevermittlung über Triple Win im Gegensatz zur Anwerbung aus dem Ausland auf eigene Initiative?
Der Mehrwert liegt für mich vor allem in der strukturierten Vorbereitung der Bewerberinnen und Bewerber schon in ihrem Heimatland. Neben den Sprachkursen ist es für mich vor allem wichtig und hilfreich, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schon vor ihrer Entscheidung etwas konkreter wissen, was auf sie zukommt. Über die Vorbereitungskurse werden die Unterschiede in der Pflege in Deutschland vermittelt, aber auch Bezugsgrößen hergestellt z.B. über Verdienstmöglichkeiten, aber auch den Lebenshaltungskosten in Deutschland und dem angespannten Wohnungsmarkt.

Können Sie sich eine weitere Zusammenarbeit mit dem Projekt Triple Win vorstellen?
Wir werden weiterhin mit dem Projekt Triple Win zusammenarbeiten, die Erfahrungen waren bisher sehr positiv und der Pflegenotstand wird sich noch weiter zuspitzen.

 

 


 

Sie möchten mehr über das Projekt Triple Win erfahren oder zur Teilnahme beraten werden?

Nehmen Sie Kontakt auf:

Projekt Triple Win
Kooperation von BA und GIZ
Dag-Hammarskjöld-Weg 1-5
65760 Eschborn
Deutschland

Erfahrungen einer Seniorenpflegeeinrichtung mit dem Projekt Triple Win

Interview mit dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Hans Kübler und dem Personalleiter Gerd Schweizerhof der Evangelischen Altenheimat Stuttgart zu Triple Win:

Warum hat die Evangelische Altenheimat über Triple Win nach Altenpflegefachkräften gesucht?
Es gibt nicht genügend Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt. Seit drei oder vier Jahren ist der Mangel besonders gravierend. Seither versucht unser Unternehmen mehr Personal selbst auszubilden und das mit Erfolg: Während vor vier Jahren noch 50 Auszubildende beschäftigt waren, sind es aktuell etwa 100. Trotzdem können wir unseren Bedarf nicht allein über die Ausbildung decken. Deshalb haben wir uns für die Suche über Triple Win entschieden.

Welche Befürchtungen hatten Sie vor der Vermittlung und welche Erfahrungen haben Sie mit den über Triple Win vermittelten Fachkräften dann gemacht?
Intensive Sprachkurse sind sehr wichtig. Wir hatten anfangs Vorbehalte. Viele Pflegekräfte kommen über unseriöse Wege nach Deutschland und sind im Berufsalltag schnell überfordert. Diese Vorbehalte sind aber schnell zerstreut worden. Motivation, Fachkenntnisse und sprachliche Fertigkeiten der an uns vermittelten Serben waren von Anfang an auf einem sehr hohen Niveau.

Können Sie sich eine weitere Zusammenarbeit mit dem Projekt Triple Win
vorstellen?

Wir investieren sehr viel Geld und sind sehr interessiert daran, dass die Pflegefachkräfte aus Serbien einen längeren Zeitraum hier tätig sind. Mit unseren Investitionen möchten wir einen dauerhaften Erfolg erzielen. Triple Win ist zwar nur eine Säule der Personalgewinnung, wir können uns das Projekt aber als laufende Maßnahme vorstellen. Deshalb laufen momentan Gespräche über eine zweite Runde.

Ivana Nicolic (31 Jahre),
Heimatland: Serbien
Arbeitsort: Emma-Reichle-Heim, Senioreneinrichtung der Evangelischen Altenheimat Stuttgart in Stuttgart-Hedelfingen

Warum haben Sie sich bei Triple Win beworben?
Vor Triple Win war ich fünf Jahre arbeitslos. Ich bin hergekommen, damit meine beiden Kinder eine Zukunft haben. ln Serbien war dies nicht der Fall, deswegen habe ich auch kein Heimweh.

Was ist Ihr bisheriges Fazit von Triple Win / Ihrer Arbeit in Deutschland?
Ich habe meinen Platz gefunden und bin sehr glücklich hier. Eigentlich hat alles vom ersten Moment an wunderbar funktioniert. Ich habe mich hier nie fremd gefühlt, das alltägliche Leben ist mir vertraut.

Erfahrungen einer Klinik mit dem Projekt Triple Win

Interview mit Frau Silke Fabbrizio von den Main-Kinzig-Kliniken zu Triple Win:

Warum haben Sie über Triple Win nach Pflegefachkräften für Ihre Einrichtung gesucht?
Für unsere unbesetzten Pflegestellen an den Main-Kinzig-Kliniken in Schlüchtern konnten wir keine qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden. Es zeichnete sich ab, dass wir sowohl den bestehenden als auch den darüber hinaus noch zu erwartenden Bedarf wohl nicht decken können.

Welche Befürchtungen im Zusammenhang mit ausländischen Fachkräften hatten Sie vor der Vermittlung?
Als ich anfing, mich mit dem Thema „ausländische Fachkräfte“ auseinander zu setzen, wurde mir schnell bewusst, dass es einen riesigen Markt auf diesem Gebiet gibt. Mir war es wichtig, eine Institution zu finden, die sich auch für das Wohl der zu vermittelnden Menschen einsetzt. Ich wollte faire Bedingungen für alle Beteiligten. Darüber hinaus gab es auch Bedenken, ob der Einsatz auf den Stationen wirklich problemlos sein wird. Im Skype-Interview mit den Bewerbern hatte ich dann jedoch ein sehr positives Bild von deren Sprachkenntnissen erhalten. Würde sich aber der positive Eindruck auch im Stationsalltag bestätigen?

Außerdem habe ich mich natürlich auch gefragt, ob unsere angeworbenen Pflegekräfte in Deutschland wirklich willkommen geheißen würden? Und: Konnte ich denn realistisch abschätzen, wie groß die kulturellen Unterschiede zwischen dem Heimatland und Deutschland waren? Würden sie sich bei uns wohlfühlen?

Und welche  Erfahrungen haben Sie mit den über Triple Win vermittelten Fachkräften dann gemacht?
Bei Triple Win hatte ich von Anfang an das Gefühl, dass alle Beteiligten fair behandelt werden. Alle Fachkräfte waren auf Deutschland vorbereitet, sowohl sprachlich als auch fachlich und kulturell. Darauf konnte man gut aufbauen, was sich vor allem in unserer Praxisanleitung und den von uns zusätzlich organisierten Sprachkursen zeigte.

Zusätzlich haben wir das große Glück, dass eine unserer Mitarbeiterinnen aus der Pflege über eine Zusatzqualifikation zur Erteilung von Deutschunterricht verfügt. So konnte sie den Deutschkurs sehr gut an unsere, aber auch an die Bedürfnisse der ausländischen Fachkräfte anpassen. Insgesamt muss man sagen, dass die Deutschkenntnisse der vermittelten Fachkräfte von Anfang ein wirklich gutes Niveau hatten. Kulturelle Unterschiede gibt es fast gar nicht und auch unsere Patienten heißen sie meist herzlich willkommen. Allerdings würde ich ihnen wünschen, dass sie noch besser Anschluss finden, auch an Menschen, die keine Mitarbeiter von uns sind.

Was ist Ihrer Meinung nach der Mehrwert der Fachkräftevermittlung über Triple Win im Gegensatz zur Anwerbung aus dem Ausland auf eigene Initiative? 
Mit der Anwerbung von ausländischen Mitarbeitern auf eigene Initiative habe ich bisher keine Erfahrungen gemacht. Ich weiß aber, dass Triple Win im Heimatland der Fachkräfte alle behördlichen Erfordernisse in die Wege geleitet hat und uns immer über den aktuellen Stand der Dinge informierte. Dass wir das selbst auch in dieser Zeit hinbekommen hätten, wage ich zu bezweifeln. Auch die Begleitung von Behördengängen in Deutschland wurde unterstützt. Die an uns vermittelten Fachkräfte verfügen nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Realität über die Kenntnisse, die ihnen bescheinigt wurden. Ich weiß nicht, wie man ohne Unterstützung im Zweifelsfall ein echtes ausländisches Dokument von einer Fälschung unterscheiden soll. Auf die Überprüfung durch Triple Win konnte ich mich verlassen.

Die an uns vermittelten Pflegefachkräfte waren schon in ihrer Heimat darauf vorbereitet worden, was die Arbeit an einem Krankenhaus in Deutschland von der Arbeit in einem Krankenhaus in ihrer Heimat unterscheidet. Im Gegenzug hat Triple Win auch einen Workshop bei uns im Krankenhaus gestaltet, in dem wir uns mit dem Thema „Ausländische Pflegefachkräfte“ auseinandergesetzt haben. So waren alle Parteien gut vorbereitet.

Können Sie sich eine weitere Zusammenarbeit mit dem Projekt Triple Win vorstellen?
Wir haben durchweg positive Erfahrungen mit dem Projekt Triple Win gemacht. Wir können es guten Gewissens weiterempfehlen, insbesondere für Krankenhäuser, die keine Erfahrung mit Mitarbeiterakquise aus dem Ausland haben. Unsere Personallücken sind zurzeit geschlossen, aber wir wissen, dass wir bei Bedarf in der Zukunft mit Triple Win jederzeit einen verlässlichen und fairen Partner haben.

Jelena Ljubisav- ljevic (33 Jahre)
Heimatland: Serbien
Arbeitsort: Main-Kinzig-Kliniken, Schlüchtern

Warum haben Sie sich bei Tripie Win beworben?
Ich habe mehrmals in Deutschland Urlaub gemacht, und ich wollte probieren in Deutschland zu arbeiten, um internationale Erfahrungen zu sammeln. Ich empfand das auch als eine Herausforderung, in einem fremden Land zu arbeiten.

Was ist Ihr bisheriges Fazit von Triple Win / Ihrer Arbeit in Deutschland?
Von dem Projekt Triple Win habe ich in der Agentur für Arbeit in Belgrad gehört. Nachdem ich mich für das Projekt beworben hatte, hatte ich ein Zulassungsgespräch. Danach ist ein Deutschkurs von dem Projekt organisiert worden. Der Kurs war sehr gut strukturiert und sehr ausführlich, sodass ich keine Probleme bei der Abschlussprüfung im Goethe-Institut hatte. Nach ein paar Monaten hatte ich mein erstes Jobinterview für die Main-Kinzig-Kliniken in Hessen. Ich bekam den Job und nach ein paar Monaten bin ich nach Deutschland gekommen. Der Anfang war schwierig, weil ich fand, dass die Arbeit und die Arbeitsorganisation ziemlich anders als in meinem Heimatland sind. Ich hatte aber eine große Unterstützung und ein Verständnis von der Pflegeleitung und vom Pflegepersonal. Am Anfang war die Sprache dann doch eine Schwierigkeit, vor allem im Bereich der fachlichen Begriffe. Dieses Hindernis wurde aber schnell bewältigt, indem das Krankenhaus einen Deutschkurs im Bereich Pflege organisiert hat. Ich habe drei Monate auf der Geriatrie gearbeitet und ich arbeite gerade auf der inneren Station. Mittlerweile ist mein Deutsch viel besser geworden und ich bin sehr gut eingearbeitet. Ich bin schließlich sehr zufrieden, weil ich viel gelernt habe und viele Erfahrungen gesammelt habe. Und auch die Unterstützung durch Triple Win war sehr hilfreich. Ich weiß nicht, ob ich das alles allein so geschafft hätte. Aber jetzt finde ich, dass sich die ganze Mühe gelohnt hat.


 

Vanessa Preclaro, Krankenpflegerin von den Philippinen