Wege zur Arbeitsgenehmigung

Informationen für Bewerberinnen und Bewerber mit bestimmten Qualifikationen

Die Prüfung bezüglich des Vorrangs von inländischen Bewerberinnen und Bewerbern entfällt, falls Sie bestimmte Qualifikationen mitbringen:

Sie sind Akademikerin / Akademiker:

Wenn Sie einen Hochschulabschluss haben und von einem Arbeitgeber in Deutschland einen Arbeitsvertrag für eine dem Abschluss entsprechende Position angeboten bekommen, können Sie eine sogenannte „Blaue Karte EU“ beantragen. Hierzu muss zunächst geprüft werden, ob der Hochschulabschluss mit dem einer deutschen Hochschule vergleichbar ist. Ein Brutto-Jahreseinkommen von mindestens 50.800 € ist erforderlich. Die Beträge ändern sich jährlich. Dieser Betrag gilt für 2017. In 2016 gilt ein Mindest-Brutto-Jahresgehalt von 49.600 € (Stand: 30.09.2017).

Wenn Sie einen Hochschulabschluss in einem Beruf haben, der derzeit in Deutschland stark nachgefragt ist (Naturwissenschaftlerin/-wissenschaftler, Mathematikerin/Mathematiker, Ingenieurin/Ingenieur, Humanmedizinerin/-Medizinerund akademische Fachkräfte der Informations- und Kommunikationstechnologie)und einen Arbeitsvertrag angebotenbekommen, können Sie die „Blaue Karte EU“ schon ab einem Brutto-Jahresgehalt von 39.624 € beantragen. Die Beträge ändern sich jährlich. Dieser Betrag gilt für 2017. In 2016 gilt ein Mindest-Brutto-Jahresgehalt von 38.688 € (Stand: 30.09.2017).

Inhaberinnen und Inhaber einer Blauen Karte EU können bereits nach 33 Monaten bzw. bei Nachweis ausreichender Deutschkenntnisse nach 21 Monaten eine  Niederlassungserlaubnis – also ein unbefristetes Visum – erhalten.

Sie sind Fachkraft:

Es gibt eine Reihe von Berufsabschlüssen, die in Deutschland nicht über ein Hochschulstudium, sondern über eine betriebliche Berufsausbildung erreicht werden können. In vielen dieser Berufe werden qualifizierte Fachkräfte gesucht. Der Zugang zum Arbeitsmarkt für Bewerberinnen und Bewerber aus Ländern außerhalb der EU-Mitgliedsstaaten wurde im Zusammenhang mit diesen Berufen erleichtert. Welche Berufe dazugehören, wird jährlich geprüft und hier veröffentlicht: www.make-it-in-germany.com/en/ 

Derzeit (Stand: Juli 2017) sind über 100 Berufe insbesondere im Gesundheits- und Pflegebereich, Mechatronik- und Elektroberufe, gebäude- und versorgungstechnische Berufe sowie Berufe aus dem Verkehrs- und Logistikbereich aufgeführt.

Wenn Sie aus einem dieser Berufsfelder kommen und ein konkretes Arbeitsplatzangebot haben, können Sie ein Visum für die Arbeitsaufnahme erhalten, wenn die Bundesagentur für Arbeit feststellt, dass die Beschäftigungsbedingungen des Arbeitsplatzangebots denen deutscher Beschäftigter entsprechen.

Für die Beantragung des Aufenthaltstitels muss zudem geprüft werden, ob die vorliegende berufliche Qualifikation mit dem entsprechenden deutschen Berufsabschluss vergleichbar ist. Informationen zu diesem Verfahren finden Sie auf Deutsch und Englisch auf den Internetseiten www.anerkennung-in-deutschland.de und http://globalcompetences.de/. Stellt die Anerkennungsstelle fest, dass für die Gleichwertigkeit des Abschlusses noch Qualifizierungen erforderlich sind, kann unter bestimmten Voraussetzungen parallel zum Verfahren eine Beschäftigung auf Helferebene zugelassen werden.

Als Fachkraft oder als Akademiker/in können Sie Ihr Visum direkt bei Ihrer deutschen Auslandsvertretung beantragen.
 

Hinweis:
Fragen? Für Fachkräfte und Hochqualifizierte lohnt sich ein Blick auf das Willkommensportal www.make-it-in-germany.com: Hier finden internationale Fachkräfte Informationen über ihre Karrierechancen in Deutschland – und warum es sich lohnt, hier zu leben und zu arbeiten.

Jobseeker-Visum: 

Der Arbeitsmarktzugang über die Blaue Karte EU oder die Positivliste setzt ein Arbeitsplatzangebot voraus. Wenn Sie über einen in Deutschland anerkannten oder vergleichbaren  Hochschulabschluss verfügen, können Sie auch ohne konkretes Arbeitsplatzangebot ein Visum zur Arbeitsplatzsuche beantragen. Mit diesem Visum können Sie zur Stellensuche für bis zu sechs Monate nach Deutschland einreisen. Voraussetzung ist, dass Sie in dieser Zeit Ihren Lebensunterhalt auch ohne Arbeit finanzieren können.