Über uns

Informationen über das Projekt

Faire und nachhaltige Gewinnung von Auszubildenden und Fachkräften aus Nordafrika für Deutschland

THAMM ist ein Pilotprojekt, welches die faire und nachhaltige Gewinnung von Auszubildenden und Fachkräften aus den drei nordafrikanischen Ländern Ägypten, Marokko und Tunesien zum Ziel hat. Das Projekt THAMM besteht seit 2019 und hat bereits eine erste Gruppe an Auszubildenden aus dem Hotellerie- und Gaststättengewerbe an deutsche Arbeitgeber*innen vermittelt. Das Projekt wird im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchgeführt und durch die Europäische Union kofinanziert.

Im Rahmen des Projekts kooperieren die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit (BA) bei den Aktivitäten rund um die Auswahl und Vermittlung der Bewerber*innen nach Deutschland. Dabei arbeiten die GIZ und die BA eng mit den Arbeitsverwaltungen vor Ort zusammen, besonders bei der Auswahl und Vorbereitung der Bewerber*innen. Darüber hinaus verfügen die GIZ und die ZAV über langjährige Expertise bei der gemeinsamen Umsetzung von Projekten zur Gewinnung von Arbeitskräften und kooperieren beispielsweise erfolgreich im Rahmen des Projekts Triple Win (Pflegefachkräfte).

Das Akronym THAMM steht für den englischen Projekttitel "Towards a Holistic Approach to Labour Migration Governance and Labour Mobility in North Africa". Der deutsche Titel lautet „Unterstützung regulärer Arbeitsmigration und -mobilität zwischen Nordafrika und Europa“.

Hintergrund

Während die Länder Nordafrikas mit ökonomischen Herausforderungen wie einer strukturell schwachen Wirtschaft und Arbeitslosigkeit konfrontiert sind, avanciert die Debatte über fehlende Fachkräfte in Deutschland zum Dauerbrenner. In Deutschland suchen viele Arbeitgeber*innen händeringend nach qualifiziertem Personal. So sind laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln fast 400 Berufe von einem Fachkräfteengpass betroffen. Die BA hat hierzu ihre Bedarfsanalyse für die Gewinnung von Fachkräften im Ausland erstellt. Auch wenn unter dem Vorzeichen von Corona für Arbeitgeber*innen derzeit vieles nur schwer zu planen ist, wird sich diese Herausforderung ohne die Gewinnung von Arbeitskräften aus dem Ausland mittel- und langfristig kaum bewältigen lassen. Da der Fachkräftemangel in Deutschland bereits in der Phase der beruflichen Ausbildung beginnt, liegt auch hier einer der Schwerpunkte des Projekts. Im Gegensatz zu diesem Fachkräftemangel in Deutschland verfügen junge Menschen in Nordafrika nur über eingeschränkte Beschäftigungsperspektiven auf ihren lokalen Arbeitsmärkten. Hier setzt das Projekt THAMM mit einem ganzheitlichen Migrations- und Mobilitätsansatz für Arbeit und Ausbildung an.

Konzeption des Projektes

Die GIZ und die BA testen mit diesem regionalen Pilotprojekt, wie reguläre Arbeitsmigration zwischen Nordafrika und Europa nachhaltig und zukunftsorientiert durchgeführt und gestaltet werden kann. Das Projekt zielt auch darauf ab, die Zusammenarbeit lokaler Institutionen und der BA dahingehend aufzubauen und zu stärken. Ein weiterer Fokus ist die Stärkung der institutionellen Kapazitäten der Arbeitsverwaltungen und anderer Partner*innen vor Ort. Sie sollen über die Projektlaufzeit hinaus auf Engpässe auf dem deutschen und internationalen Arbeitsmarkt reagieren und sichere Migration unterstützen können.

Um die Entwicklungspotenziale zu hebeln, wird Erwerbsmigration so gestaltet, dass alle davon profitieren (Triple-Win-Effekt).

  • Die Auszubildenden und Fachkräfte profitieren von neuen beruflichen Perspektiven, neuen Sprachkenntnissen und einer guten Ausbildung.
  • Dem Aufnahmeland Deutschland gelingt es, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Auch deutsche Arbeitgeber*innen profitieren direkt von der Fachkräftegewinnung.
  • Die Herkunftsländer können ihrer Bevölkerung neue Jobperspektiven anbieten; sie profitieren von möglichen Rücküberweisungen der Auszubildenden und Fachkräfte sowie gegebenenfalls von deren neuen Kompetenzen und Erfahrungen, sollten die Fachkräfte in ihre Heimatländer zurückkehren.

Sicherer und transparenter Projektablauf

Kooperationsvereinbarungen zwischen der GIZ und den lokalen Partnerinstitutionen sowie eine enge Kooperation zwischen den nationalen Arbeitsverwaltungen, der BA und der GIZ sichern hohe Qualitätsstandards und garantieren eine nachhaltige Form der Fachkräftegewinnung. Über die verbindliche Festlegung von Mindestgehältern bzw. Ausbildungsvergütungen wird sichergestellt, dass die vermittelten Auszubildenden und Fachkräfte fair entlohnt werden und dabei ihren deutschen Kolleg*innen gleichgestellt sind.

Im Vordergrund steht weiterhin die Begleitung von Auszubildenden, Fachkräften und Arbeitgeber*innen während des gesamten Migrationsprozesses, von der Visumsbeantragung im Herkunftsland bis hin zur Begleitung in Deutschland. Bei Fachkräften, die in Deutschland die berufliche Anerkennung anstreben, gehört außerdem die Betreuung dieses Prozesses zum Angebot von THAMM an die Arbeitgeber*innen. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Menüpunkt "Was leistet das Projekt".

GIZ und BA: Starke Partnerschaft

Gemeinsam bringen die GIZ und die BA hier ihre komplementäre Expertise und Kernkompetenz in das Projekt ein.

Über die BA

Die BA (BA) ist die größte öffentliche Arbeitsverwaltung in Europa und hat den gesetzlichen Auftrag, den Ausgleich am deutschen Arbeitsmarkt zu fördern. Dazu tragen mehrere Organisationseinheiten der BA bei, indem sie auch internationale Arbeitsmärkte einbeziehen: Als besondere Dienststelle der BA ist die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) u.a. für die gezielte Information, Beratung und Vermittlung von Fachkräften und Auszubildenden aus dem europäischen und nicht-europäischen Ausland verantwortlich. Die Arbeitgeberservices (AGS) der Arbeitsagenturen bieten Arbeitgeber*innen auch internationale Rekrutierungsmöglichkeiten an. Die Zentrale Servicestelle Berufsanerkennung (ZSBA) wiederum bietet eine Lotsenfunktion im komplexen Anerkennungsverfahren für Fachkräfte an. Die Einheiten der Arbeitsmarktzulassung (AMZ) prüfen im Visumsprozess die Rechtmäßigkeit und Vergleichbarkeit der Arbeitsbedingungen. Die Service-Angebote der BA gehen dabei sowohl den Arbeitgeber*innen wie den Arbeitnehmer*innen gegenüber in hohem Maße auf die speziellen Bedürfnisse bestimmter Berufe, Branchen und Länder ein. Die BA ist flächendeckend mit Standorten in ganz Deutschland vertreten.

Über die GIZ

Als Dienstleisterin der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung und internationale Bildungsarbeit engagiert sich die GIZ weltweit für eine lebenswerte Zukunft. Gemeinsam mit ihren Auftraggeber*innen und Partner*innen entwickelt und plant die GIZ Ideen für politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen und setzt sie mit ihnen um. Die GIZ arbeitet an wirksamen und effizienten Lösungen, die Menschen Perspektiven bieten und deren Lebensbedingungen dauerhaft verbessern. Dabei ist die Agenda 2030 der übergeordnete Rahmen, an dem die GIZ ihre Arbeit ausrichtet.